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NUSO-Archiv - Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Inhalt:
Überschrift:
Nein, das ist kein Schickimicki-Viertel
Zwischenüberschrift:
Thomas Klein (Die Grünen) über die Weststadt und das Katharinenviertel
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Osnabrück. Es ist schon ein besonderes Milieu, das sich in der Weststadt angesiedelt hat mit hohem Grünanteil nicht nur im biologischen Sinn. Thomas Klein ist ein Teil dieser Szene. Der 57-jährige Rechtsanwalt wohnt im Katharinenviertel und vertritt die Grünen im Rat.
Bei Wahlen ist die Weststadt eine grüne Hochburg gibt es in Ihrem Viertel eigentlich auch Leute, die Rot, Schwarz oder Gelb bevorzugen?
Na ja, wir sind nicht allein, es gibt noch eine zweite große Partei. Damit gibt es hier quasi ein Zweiparteiensystem. Ob Fahrrad oder großes Auto, oder beides. Den Bewohnern ist offenbar wichtig, in bunter Nachbarschaft citynah, schön und gesund zu wohnen. Da liegen die grünen Werte doch sehr nah.
Was schätzen Sie an der Weststadt?
In der Weststadt lässt es sich gut leben. Es gibt viele kulturelle Einrichtungen wie das Felix-Nussbaum-Haus, das Emma-Theater, die neue Synagoge und das Mahnmal der alten Synagoge. Es gibt fünf Schulen und verschiedene Uni-Gebäude im Stadtteil, außerdem weiterführende Schulen ganz in der Nähe. Die Weststadt ist ein zentrales und von den großen Straßen abgesehen auch ruhiges Wohnviertel. Was ich hier schätze, sind die schönen Häuser, das viele Grün und die vielen Gelegenheiten, sich mit netten Leuten zu treffen.
Die Altbauten im Katharinenviertel sind begehrt: Das drückt sich auch in steigenden Immobilienpreisen aus. Ist Ihr Stadtteil auf dem Weg zum Schickimicki-Viertel?
Nein, das Katharinenviertel ist gut durchmischt. Viele Alteingesessene leben seit zig Jahren hier, genauso wie es viele Studenten-WGs gibt und viele Familien aus allen Einkommensschichten. Es gibt aber auch Schandflecke wie zum Beispiel an der Herderstraße. Vor einem Haus erinnern Stolpersteine an die ermordeten Bewohner, und die Eigentümerin lässt das Gebäude verfallen.
An der Lotter Straße und auf dem ehemaligen Busdepot entsteht das Quartier Mittewest sind die neuen Wohnungen auch für Normalverdiener erschwinglich?
Wenn, dann für gut verdienende Normalverdiener. Hier gibt es Eigentumswohnungen, für die man in anderen Stadtteilen ein Haus kaufen könnte. Die Mieten werden im obersten Bereich liegen. Ob das am Markt durchzusetzen ist, wird die Zukunft zeigen.
Das Katharinenviertel ist zwar eine verkehrsberuhigte Zone, ein Problem sind aber die vielen parkenden Autos. Jetzt will die Stadt in einem Teilbereich das Anwohnerparken einführen. Wie stehen Sie dazu?
Die Verkehrsberuhigung hat für andere Viertel sicherlich Vorbildcharakter, aber viele Pendler und Altstadtbesucher parken hier kostenlos. Ob das Anwohnerparken die Situation verbessert und den Parksuchverkehr reduziert, muss geprüft werden. Ich bin noch nicht davon überzeugt. Helfen wird, die Bürger mehr aufs Rad und in den Bus zu bekommen. Daran arbeiten wir im Rat.
Die Katharinenstraße und die Augustenburger Straße sind Fahrradstraßen aber viele Autofahrer, die aus den Seitenstraßen kommen, nehmen den Radlern die Vorfahrt. Ist die Fahrradstraße nicht viel zu gefährlich?
Ich finde, sie ist eine sehr gute Einrichtung, aber sie verlangt auch von den Fahrradfahrern, dass sie sich korrekt verhalten und in der Dunkelheit mit Beleuchtung fahren. Und die Autofahrer müssen natürlich lernen, auf die von rechts oder links kommenden Radfahrer zu achten. Fahrradstraßen sollte es parallel zu allen Einfallstraßen und quer durch die Innenstadt geben, sodass man auch gefahrlos in den Schinkel fahren kann.
Wo gehen Sie hin, um Leute zu treffen?
Da kenne ich in der ganzen Stadt viele Örtlichkeiten. In der Weststadt gibt es eine bunte Vielfalt von Kneipen und Lokalen, hervorheben möchte ich nur das Mojo in der Augustenburger Straße, das sich zu einem Treffpunkt im Katharinenviertel entwickelt hat, und natürlich auch das Lotter-Straßen-Fest.
Was muss besser werden in der Weststadt?
Untragbar sind die Verkehrsbelastung und der Lärm an der Martinistraße. Ich finde, hier muss etwas geschehen. Die Westumgehung würde auch der Weststadt schaden und muss daher verhindert werden.
Haben Sie als Ratsherr ein persönliches Erfolgserlebnis im Stadtteil?
Für ältere Kinder gab es kaum Spielmöglichkeiten im Viertel, weil der Spielplatz am Gustav-Heinemann-Platz nur für kleinere Kinder geeignet ist. Mit der Schulverwaltung konnte erreicht werden, dass der Schulhof der Altstädter Schule nachmittags und am Wochenende für größere Kinder und Jugendliche geöffnet wird. Von einer Anwohnerin gab es erheblichen Widerstand, aber mit Unterstützung der Medien haben wir es geschafft, dass die Kinder zu ihrem Recht kommen.

Bildtext:
Hier ist Leben: Ratsherr Thomas Klein auf dem Spielplatz im Katharinenviertel.

Foto:
Uwe Lewandowski
Autor:
rll


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