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NUSO-Archiv - Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Inhalt:
Überschrift:
Alles in der Nähe, was der Mensch braucht
Zwischenüberschrift:
Redaktion vor Ort in der Weststadt: Die meisten sind zufrieden, nur nicht mit der Parksituation
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Osnabrück. Eine fast grenzenlose Zufriedenheit spricht aus den meisten Kommentaren, die unsere Redaktion vor Ort gestern in der Weststadt eingefangen hat. Bei Allfrisch an der Lotter Straße klangen dann doch ein paar kritische Töne durch. Zum Beispiel, dass sich Radler auf der Lotter Straße bedrängt fühlen oder dass einige Geschäfte vermisst werden.

Eine gute Entscheidung war es für Maria Golbeck (53), in die Weststadt zu ziehen. Ihr gefällt vor allem, " dass es hier ruhig ist", dass es mit dem Fahrrad schnell in die Innenstadt geht und dass es eine gute Nachbarschaft gibt. Ähnlich sieht es Annemarie Meyer (65), die nach 25 Jahren in Nordrhein-Westfalen nach Osnabrück zurückgekehrt ist: " Ich finde, dass man es hier gut aushalten kann, es ist leise, zentral, wir haben den Garten hinterm Haus und alles in der Nähe, was der Mensch braucht". Damit meint sie zum Beispiel Geschäfte, Arztpraxen und Apotheken.

" Man kann viel mit dem Fahrrad erledigen", sagt Theda Sommer (45), die sich in der Weststadt ausgesprochen wohlfühlt. Einziger Kritikpunkt: " Bei uns in der Barlage ist häufig die Straße zugeparkt."

" Das Verhalten der Radfahrer ist nicht immer vorbildlich", sagt Jürgen Martinsen (68), auf den Gehwegen fühle er sich deshalb manchmal gefährdet. Abgesehen davon findet er das Leben in der Weststadt angenehm, auch weil es hier " sehr abwechslungsreich ist" und weil man schnell in der Stadt sei.

" An der Lotter Straße hat man sämtliche Einkaufsmöglichkeiten", freut sich Erhard Lorenz, da müsse man überhaupt nicht in die Stadt gehen. Außerdem schätzt er, dass es nicht weit bis zum Naherholungsgebiet Westerberg ist.

" Lebensgefährlich" findet Günter Ney (84), dass beim Ausbau der Lotter Straße auf Radwege verzichtet wurde. " Die Autos überholen mit zehn oder zwanzig Zentimeter Abstand", klagt auch Jan Greiner. Seine Konsequenz: " Man ist als Radfahrer gezwungen, auf dem Bürgersteig zu fahren."

Radler auf dem Gehweg regen Erika Reinecke (78) auf. " Würde ich mit meinem Stock auf der Straße gehen, dann würde es heißen: Ist die denn bekloppt?′", beschwert sie sich. Seit 40 Jahren wohnt sie in der Gellertstraße, wo es ihr auch gut gefällt: " Vor allem wenn man älter ist, hat man alles in der Nähe".

Mehrere Geschäfte in der Weststadt haben in diesem Jahr geschlossen, und das findet Claudia Jäger überhaupt nicht gut. " Netto ist durch einen Bioladen ersetzt worden", bedauert die 48-Jährige, bei Schlecker und der Postenbörse sei ebenfalls die Tür zu. Für manche Einkäufe müsse sie jetzt den längeren Weg in die Stadt nehmen, sagt die Weststadt-Bewohnerin.

" Eine Umgehungsstraße würde ich begrüßen", sagt Kerstin Westhof, die in der Weststadt eine Praxis für Sprachtherapie hat. Sie versteht aber auch, dass die Anwohner der Trasse das anders sehen. " So gibt es immer ein Für und Wider."

Beim Straßenfest am Sonntag sollte die Lotter Straße gesperrt werden, meint die 77-jährige Elsbeth Pohl, schon aus Sicherheitsgründen wegen der Kinder. Wenn in der Johannisstraße oder der Hasestraße gefeiert werde, sei das doch auch selbstverständlich, sagt sie.

Die Lautstärke an der Rheiner Landstraße und an der Lotter Straße stört Hans Bernhard Pick (75). Vor allem, wenn Autofahrer mit voll aufgedrehter Musikanlage zu später Stunde vor der Ampel stehen. Pick schlägt vor, dass die Ampeln nachts abgeschaltet werden.

Die Parksituation ist das einzige Problem, das Marie-Theres Bornemann (57) in der Weststadt sieht. Dass im vorderen Katharinenviertel Parkplätze knapp sind, führt sie nicht nur auf die auswärtigen Autofahrer zurück. Manche Hauseigentümer hätten nicht nur ein Auto, sondern fünf. Abgesehen davon, sagt die Anwohnerin der Rolandstraße, " fühle ich mich hier sehr wohl", schon deshalb, weil sie gerne in den kleinen Geschäften der Lotter Straße einkauft.

Die Fahrradstraße durchs Katharinenviertel hält Clemens Trost für eine gute Sache: " Ich nutze sie auf dem Weg zur Arbeit, um dem gefährlichen morgendlichen Verkehr auf der Lotter Straße aus dem Weg zu gehen".

Das wilde Parken an der Gellertstraße" stört Ingeborg Lohmeier. Toll findet sie, " dass alles nah dran ist Ärzte, Apotheken und das Lebensmittelgeschäft. Ich mache alles mit dem Fahrrad".

" Unsinnig" findet Lisa Böhne (63), dass an der Lotter Straße ein neues Parkhaus gebaut wird. " Nur damit dort jeder Schickimicki-Idiot in den Neubauten sein Auto unterbringen kann", kritisiert sie. Es missfällt ihr auch, dass in der Katharinenstraße und der Augustenburger Straße immer mehr Autos unterwegs seien. Es gelte, den Autoverkehr in seine Schranken zu weisen auch im Hinblick auf den Klimawandel.

" Ich fahre immer Fahrrad", sagt Gerda Schubbert begeistert. Die 64-Jährige lebt gerne in der Weststadt, weil es nicht weit bis zur Innenstadt und zum Rubbenbruchsee ist.

Bildtext:
Wo drückt der Schuh im Viertel? Désirée Therre (links) und Rainer Lahmann-Lammert aus der Redaktion vor Ort bekamen bei Allfrisch an der Lotter Straße vor allem Kommentare zu hören, die von großer Zufriedenheit zeugen.

Foto:
Jörn Martens
Autor:
Rainer Lahmann-Lammert, Hanne Riepenhoff, Désirée Therre


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