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NUSO-Archiv - Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Inhalt:
Überschrift:
"Energiesparlampen besser entsorgen"
 
Giftige Energiesparlampen in Pappboxen
 
Rücknahmesystem kommt auf den Prüfstand
Zwischenüberschrift:
Verband kommunaler Unternehmen fordert geeignetere Behälter für Wertstoffhöfe – Studie zu Risiken
 
Umweltministerium: Im Zuge der Umsetzung der neu gefassten EU-Richtlinie über Elektro- und Elektronik-Altgeräte
Artikel:
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Originaltext:
Osnabrück. Der Verband kommunaler Unternehmen (VKU) sieht beim Rücknahme-System für Energiesparlampen Nachbesserungsbedarf. Im Interview mit unserer Zeitung kritisierte VKU-Vizepräsident Patrick Hasenkamp, dass das Rücknahme-System Lightcycle den Kommunen für die giftigen quecksilberhaltigen Sparlampen nur Gitterboxen und bei kleineren Mengen sogar nur Pappboxen zur Verfügung stelle. " Für uns ist aber klar, dass es geeignetere Lösungen gibt", sagte Hasenkamp, der die Abfallwirtschaftsbetriebe Münster leitet. Den Gesetzgeber rief er auf, auch den Einzelhandel zur Rücknahme von Sparlampen über geeignete Behälter zu verpflichten.
Heute tritt das Herstellungs- und Handelsverbot für die klassische Glühbirne in Kraft.

Osnabrück. Ab heute übernehmen Energiesparlampen die Licht-Hoheit in deutschen Haushalten. Damit rückt auch die Frage nach der Entsorgung der Sparlampe, die durch ihren Quecksilberanteil eine erhebliche Gefahr für die Umwelt und für die Gesundheit sein kann, wieder in den Vordergrund. Der Verband kommunaler Unternehmen (VKU) sieht bei den Rücknahmesystemen noch Nachbesserungsbedarf. Wir sprachen darüber mit Patrick Hasenkamp, Vizepräsident des VKU und Leiter der Abfallwirtschaftsbetriebe Münster.
Ab heute dürfen die Einzelhändler nun nur noch ihre vorhandenen Vorräte an normalen Glühbirnen abverkaufen. Wie wird sich in der Folge das Aufkommen von Sparlampen auf den Wertstoffhöfen entwickeln?
Durch den sukzessiven Austausch von Glühbirnen durch Energiesparlampen wird sich natürlich auch der Rücklauf von nicht mehr funktionsfähigen Sparlampen kontinuierlich erhöhen. So schätzen zum Beispiel die Kollegen in Paderborn, dass bereits von 2009 bis 2010 die Menge an abgegebenen Energiesparlampen um 20 Prozent und von 2010 auf 2011 um weitere 15 Prozent gestiegen ist.
Die Hersteller von Energiesparlampen sind im Rahmen der gesetzlich festgelegten Produktverantwortung für die Bereitstellung von Behältnissen für die Sammlung sowie deren Rücknahme und der Behandlung und Verwertung alter Lampen verantwortlich. Werden Sie dieser Pflicht gerecht?
Koordiniert wird die Behandlung und Verwertung durch die Stiftung elektro-altgeräte register (ear). Für die weitere Behandlung und Verwertung der Energiesparlampen sind aufgrund der hier geltenden Produktverantwortung die Hersteller zuständig.
Sind die Wertstoffhöfe und auch die Entsorger auf das vermehrte Aufkommen ausreichend vorbereitet?
Die kommunalen Entsorgungsbetriebe haben sich auf die steigenden Mengen vorbereitet, zumal die Sparlampen insgesamt nur einen geringen Anteil an den Elektroaltgeräten ausmachen. Gleichzeitig arbeiten sie verstärkt daran, die Öffentlichkeit zu informieren. Denn: Energiesparlampen dürfen keinesfalls zerstört werden und gehören ebenfalls nicht in den Restmüll. Darauf müssen wir die Verbraucher immer wieder hinweisen.
Die Sammelgefäße für alte Energiesparlampen auf den Wertstoffhöfen werden von den Herstellern zur Verfügung gestellt. Sie müssen so gebaut sein, dass es nicht zum Austritt von giftigen Gasen oder Quecksilber kommen kann. Ist das der Fall ?
Um Energiesparlampen zu sammeln, stellt das Rücknahmesystem Lightcycle den Kommunen Gitterboxen, bei kleineren Mengen Pappboxen zur Verfügung. Für uns ist klar, dass es geeignetere Lösungen als diese (Gitter-) Boxen gibt. Hier ist der Gesetzgeber gefordert, der zum Beispiel auch den Einzelhandel zur Rücknahme von Sparlampen über geeignete Behälter verpflichten könnte.
Hat es in Ihrem Bereich bereits Unfälle im Zusammenhang mit Energiesparlampen gegeben?
Von unseren Mitgliedsunternehmen haben wir bislang noch keine Unfälle rückgemeldet bekommen.
Machen Ihnen die erhöhten quecksilberbedingten Belastungen für Ihre Mitarbeiter Sorgen? Wie wollen Sie sie schützen?
Es gelten strenge Richtwerte für eine Quecksilberbelastung am Arbeitsplatz. Diese Werte sind gesetzlich bindend und so festgelegt, dass bei einer Dauerbelastung während der Arbeitszeit keine gesundheitlichen Schäden entstehen. Das haben mehrere Studien festgestellt.

Ist es richtig, dass Sie in diesem Zusammenhang Forschungsvorhaben angeregt haben?
Das ist richtig, weil die genannten Studien nicht die Bedingungen unserer Wertstoffhöfe widerspiegeln. Zusammen mit der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung (DGUV) und der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) wollen wir das nun untersuchen. Beide Institutionen waren und sind sehr aktiv in diesem Bereich. Bisher wurden die gesundheitlichen Gefahren, die durch das enthaltene Quecksilber verursacht werden können, nicht ausreichend untersucht. Das wollen wir ändern. Es gibt einzelne Messungen, aber wir wollen gern vollständige Fakten. Nur solide Daten können die Grundlage für Betriebsanweisungen und Gefährdungsbeurteilungen sein. Die Untersuchungsergebnisse sollen helfen, neu auftretende Risiken von Anfang an durch entsprechende technische und organisatorische Maßnahmen zu minimieren.

Bildtext:
Patrick Hasenkamp, Vizepräsident des VKU und Leiter der Abfallwirtschaftsbetriebe Münster.

Foto:
privat

Osnabrück. Das Bundesumweltministerium wird das Rücknahmesystem für ausgediente Energiesparlampen auf den Prüfstand stellen.
Im Zuge der Umsetzung der neu gefassten Richtlinie über Elektro- und Elektronik-Altgeräte der EU in deutsches Recht werde das Ministerium alle Maßnahmen und Instrumente prüfen, mit deren Hilfe eine Steigerung der Sammelmengen kleiner Altgeräte aus Haushalten erreicht werden könne, kündigte der Pressesprecher des Ministeriums, Jürgen Maaß, in einem Gespräch mit unserer Zeitung an: " Und dazu gehören auch die Energiesparlampen." Eine Vorfestlegung auf eine bestimmte Maßnahme gebe es aber nicht. " Mit Blick auf das Ziel muss es darum gehen, die effizienteste Maßnahme auszuwählen", so Maaß.
Die Umsetzung der neu gefassten EU-Richtlinie liegt zwar in erster Linie bei den EU-Staaten. Doch sehen die gerade überarbeiten und verschärften EU-Vorgaben in der Richtlinie aber vor, dass spätestens ab Februar 2014 Verbraucher kleinere Mengen E-Müll, wozu auch Sparlampen gehören, dann bei großen Einzelhändlern müssen abgeben können. Anders als zum Beispiel bei Batterien läuft die Rücknahme von Sparlampen beim Handel bislang noch freiwillig.
Nach Schätzungen der Deutschen Umwelthilfe wird nur jede zehnte Lampe von privaten Verbrauchern auch fachgerecht entsorgt. Zwar müssten Kommunen kostenlose Annahmestellen etwa in Recycling- oder Schadstoffhöfen einrichten, und auch Hersteller seien verpflichtet, alte Produkte wieder einzusammeln, doch habe das System noch Lücken.

Bildtext:
Die Entsorgung der Energiesparlampen ist weitaus aufwändiger als die der alten Glühbirne (links).

Foto:
dpa
Autor:
wam


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