User Online: 1 | Timeout: 14:37Uhr ⟳ | Ihre Anmerkungen | NUSO | Info | Auswahl | Ende | AAA  Mobil →
NUSO-Archiv - Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
Datensätze des Ergebnis
Suche: Auswahl zeigen
Treffer:1
Sortierungen:
Anfang der Liste Ende der Liste
1. 
(Korrektur)Anmerkung zu einem Zeitungsartikel per email Dieses Objekt in Ihre Merkliste aufnehmen (Cookies erlauben!)
Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Inhalt:
Überschrift:
Iduna-Hochhaus stellt Energiefresser ab.
Zwischenüberschrift:
Neues Heizkonzept statt Solaranlage.
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Osnabrück. Energiewende im Iduna-Hochhaus: Der Plan, den Wohnturm zum Sonnenturm zu machen, wird nicht realisiert. Die Eigentümergemeinschaft hat sich für einen anderen Weg der energetischen Sanierung entschieden.

Der Energieexperte Lutz Igelmann hatte im vergangenen Jahr den Plan öffentlich gemacht, die Fassade des 65 Meter hohen Rundbaus mit Fotovoltaikanlagen zu bepflastern. Das Hochhaus biete optimale Bedingungen, weil dank des runden Grundrisses zu jeder Stunde die Kraft der Sonne zur Stromerzeugung genutzt werden könne, sagte er. Doch Igelmann war wohl zu forsch vorgeprescht. Die Mehrheit der 75 Eigentümer stoppte den Plan. Zugleich machten sich die Hausverwaltung und der Eigentümer-Beirat auf die Suche nach einem maßgeschneiderten Konzept zur energetischen Sanierung des 40 Jahre alten Hochhauses.

Die Suche war erfolgreich, wie Andreas Ellrich, Peter Gödert vom Eigentümerbeirat und die Hausverwalterin Susanne Meyer-Barlag (Petersson Wohnungsverwaltungsgesellschaft) erklären. In den 125 Wohnungen wird die Wärme in Zukunft nicht mehr vom Fußboden ausgehen, sondern von der Decke herabstrahlen. Das neue System aus dünnen, eng nebeneinanderliegenden Rohren garantiere eine " behagliche Strahlungswärme" und sei zurzeit die effizienteste Methode zur Flächenheizung oder - kühlung, heißt es in der Eigenwerbung der Firma Geo Clima Design aus Fürstenwalde.

Der Vorteil dieses Kapillarrohrsystems ist der geringe Vorlauf. Das Wasser muss in einer Gasbrennertherme nur auf 28 bis 30 Grad erwärmt werden statt auf 70 Grad. Die alte Stromheizung verursachte jährlich Kosten von 140 000 Euro, wie Beiratsvorsitzender Ellrich sagt. Ziel ist es, die Kosten auf 50 000 Euro pro Jahr zu senken.

Auch die äußeren Werte sollen besser werden. Experten werden im September von der Gondel eines Riesenkrans aus die Fassade auf Schäden und Risse überprüfen. Die Fassade bleibt aber im Prinzip unangetastet. " Die Dämmung ist nicht schlecht", sagt Peter Gödert. Es gebe akut keinen Handlungsbedarf. Außerdem bringe es der runde Grundriss mit sich, dass das Haus eine in Relation zur Grundfläche geringe Außenfläche habe und daher relativ wenig Wärme verliere.

Über die Investitionssumme will die Eigentümergemeinschaft nichts sagen. Hausverwalterin Susanne Meyer-Barlag betont, dass die Nachfrage nach Wohnungen im Iduna-Hochhaus in letzter Zeit gestiegen sei. " Das Haus hat sein schlechtes Image abgelegt", sagte Meyer-Barlag. Beiratsvorsitzender Andreas Ellrich führt das vor allem auf den Wechsel in der Hausverwaltung zurück. Mit dem Vorgänger lagen die Eigentümer jahrelang vor Gericht im Streit. Die Sache ist jetzt letztinstanzlich zugunsten der Eigentümer entschieden. Der ehemalige Verwalter wurde zu einer Zahlung von 240 000 Euro verurteilt.

Bildtext:
Die Tage der alten Stromheizung sind gezählt: Das Iduna-Hochhaus soll bald energetisch saniert werden. Am Montag sollen die Arbeiten beginnen.

Foto:
Gert Westdörp
Autor:
Wilfried Hinrichs


Anfang der Liste Ende der Liste