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NUSO-Archiv - Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
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Inhalt:
Überschrift:
Klimaschutz: Ohne Moos nix los.
Zwischenüberschrift:
Projekt "Umwelt baut Brücken" – Deutsche und türkische Schüler recherchieren im Botanischen Garten
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Osnabrück. " Nachhaltigkeit" dieser Begriff ist in der Türkei ein Fremdwort. Dort spielt das Thema Umweltschutz weder im Unterricht noch in der öffentlichen Debatte eine große Rolle. Bei dem Projekt " Umwelt baut Brücken" haben Schüler aus der Türkei Gelegenheit, sich in Osnabrück gemeinsam mit deutschen Schülern in die Bereiche Klimawandel und erneuerbare Energien einzuarbeiten.

Es ist nur ein unscheinbarer brauner Fleck im Botanischen Garten doch fünf deutsche und fünf türkische Schüler zwischen 13 und 17 Jahren beugen sich stirnrunzelnd darüber. " Dieses Aloemoos ist in den vergangenen zwei bis drei Jahren zurückgekehrt", erklärt Nikolai Friesen vom Botanischen Garten. Die Luftverschmutzung hatte dazu geführt, dass es fast ausgestorben war. " Und wieso ist es jetzt wieder da?", fragt eine Schülerin. " Alle Anstrengungen, die Luft durch Filter in Kohlekraftwerken und Automotoren sauberer zu halten, haben sich gelohnt", sagt Friesen.

Die Schülergruppe will von ihm erfahren, wie es um den Artenreichtum bestellt ist und wie Wissenschaftler im Steinbruch des Botanischen Gartens versuchen, heimische Arten zu bewahren. Eine zweite Gruppe informiert sich in der Zwischenzeit im Nettebad über moderne Filteranlagen und Erdwärmebohrungen. Sie stellen Fragen und fotografieren wie Journalisten. Aus dem, was die Schüler bei ihren Terminen erfahren, sollen am Ende Zeitungsartikel und ein Blog im Internet entstehen.

Und darum geht es bei dem auf ein Jahr angelegten Projekt " Umwelt baut Brücken", das unter der Schirmherrschaft von Bundespräsident Joachim Gauck und Staatspräsident Abdullah Gül steht: Je fünf Schulen aus der Türkei und aus Deutschland, darunter das Gymnasium Bad Iburg, bilden Partnerschaften. Die Schüler besuchen sich gegenseitig und befassen sich journalistisch mit Umweltthemen. Das Projekt findet nun schon zum zweiten Mal statt.

" Die Schüler sollen das andere Land und sich gegenseitig kennenlernen und eine gemeinsame Aufgabe bewältigen", sagt Norbert Hilger vom Institut zur Objektivierung von Lern- und Prüfungsverfahren (IZOP) aus Aachen. Er leitet in Zusammenarbeit mit dem Zentrum für Umweltkommunikation (ZUK) der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU) den einwöchigen Auftakt-Workshop, der heute Abend zu Ende geht.

Bis dahin werden die Schüler eine komplette Test-Zeitungsseite gestaltet und durch die journalistische Recherche viel über Umweltschutz gelernt haben. Gefördert wird " Umwelt baut Brücken" von der DBU, Medienpartner sind zwei türkische und mehrere deutsche Zeitungen, darunter die Neue OZ. " In der Türkei spielen erneuerbare Energien und Umweltschutz nicht so eine große Rolle", erklärt Ipek Aygün aus Istanbul. " Ich lerne hier viel Neues."

" Ich hätte nicht erwartet, dass die türkischen Schüler zum Teil so gut Deutsch sprechen", sagt Nadine Frolow vom Gymnasium Bad Iburg. Im Oktober wird eine Gruppe Bad Iburger Schüler zum Partnergymnasium Özel Alev nach Istanbul reisen und auch dort Umweltthemen aufarbeiten.

In den wenigen Pausen lachen die Schüler viel, es ist offensichtlich, dass sie sich gut verstehen, auch wenn sie sich erst am Montag kennengelernt haben. Sie haben jeden Tag ein umfangreiches Programm zu bewältigen: Sie müssen sich einen Vortrag nach dem nächsten anhören, vor Ort recherchieren, Interviews führen und ihre Zeitungsseite erstellen.

Die Schüler bedauern daher, dass zu wenig Zeit bleibt, sich gegenseitig kennenzulernen. " Das Thema Brücken bauen′ kommt zu kurz", sagt Meltem Güven aus Offenbach. " Wir bräuchten mehr Zeit für uns", findet auch Jana Schnell aus Ehingen.

Bildtext:
Fragen stellen, nachhaken, lernen: Im Botanischen Garten erfahren deutsche und türkische Schüler von Nikolai Friesen (rechts), welche Bedeutung der Steinbruch für den Erhalt der Artenvielfalt hat.

Foto:
Michael Hehmann
Autor:
Sandra Dorn


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