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NUSO-Archiv - Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Inhalt:
Überschrift:
Straßenverkehr und Lärm stören am meisten
Zwischenüberschrift:
Gartlager loben dagegen die guten Einkaufsmöglichkeiten, das viele Grün und die Citynähe
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Osnabrück. So vielfältig wie die Gesichter des Stadtteils sind auch die Meinungen über die Gartlage. Wobei es in der zentralen Einkaufsgelegenheit, dem City-Center Bremer Brücke mit Rewe, Aldi und DM-Markt, gar nicht so einfach ist, " echte" Gartlager zu treffen. Denn viele Kunden kommen aus Schinkel, Widukindland oder Belm; sogar aus Rheine und Fürstenau legen Autofahrer hier einen Stopp ein, weil das Zentrum eben so günstig an der Hauptausfallstraße nach Norden liegt.

Die Themen Verkehr und Lärm gehören denn auch zu den am meisten genannten Kritikpunkten. Früher habe man sich nicht getraut, die Kinder über die Straße zu schicken, erzählt Sandra Scholz, die mit Lukas (9) und Norwin (5) an der Bohmter Straße wohnt. Das sei mit deren Neugestaltung sehr viel besser geworden: " Ich finde das sehr angenehm, dass man diese Zwischenstationen hat", sagt sie über die neuen Grünstreifen und betont: " Das sieht viel schöner aus und ist auch ruhiger geworden."

Positiv findet sie auch, dass viele Häuser an der Bohmter Straße restauriert werden und dass mit der Ansiedlung des Rewe- nach dem Wegfall des Combi-Marktes die Wege zum Einkaufen nicht mehr so lang sind. Auch den kleinen Park mit der Skateranlage an der Liebigstraße nutzt die Familie gern: " Da fahr ich oft mit dem Papa hin", erzählt Lukas. Aber nicht zum Skaten, sondern zum Radfahren: " Da haben die Kinder das Fahrradfahren gelernt", so Sandra Scholz.

Ihr Hauptanliegen sei aber der Erhalt der Kreuzschule im benachbarten Schinkel, für den sie seit drei Jahren kämpfe und in die nach den Ferien auch Norwin komme.

Elisabeth Manneck wohnt zwar nicht in der Gartlage, arbeitet aber dort im Einkaufszentrum und beklagt die Parkprobleme besonders am Wochenende, wenn Fußball im Stadion ist: " Dann kriegen Sie hier samstags ab 11 Uhr keinen Parkplatz mehr."

" Alteingesessene" sind Renate und Manfred Neumann, die seit 38 Jahren in einem der ehemaligen OKD-Häuser an der Liebigstraße wohnen. " Ich habe 40 Jahre da gearbeitet", erzählt er stolz. Das Ehepaar fühlt sich zwar sehr wohl im schmucken Backsteinhaus mit Garten, das ganz nahe an Manfred Neumanns früherer Arbeitsstelle liegt. Und: " In zehn Minuten ist man in der Stadt, in zehn Minuten im Wald." Aber über den starken Durchgangsverkehr auf der Liebigstraße und den damit verbundenen Lärm ärgern sie sich schon: " Wenn die Leute von unten sehen, dass die Ampel oben an der Bohmter Straße grün ist, geben die so richtig Gas", berichtet Renate Neumann. Ihren Mann stören am Wochenende das laute Autotürenschlagen und nächtliche Lärmen der Besucher aus der Disco an der Baumstraße, die an der Haltestelle auf den Nachtbus warten. Natürlich höre man auch mal die Schrottpresse von KME: " Aber da muss man mit leben. Der Straßenlärm ist lauter!"

Was Jessica Bohnenkamp am Stadtteil gefällt? " Nichts, deshalb ziehen wir ja weg", sagt sie knapp. Vor allem der Verkehrslärm schlage sie in die Flucht. Nach einigem Nachdenken fällt ihr aber doch noch etwas Positives ein: " Die Einkaufsmöglichkeiten sind gut."

Die werden von fast allen gelobt, ebenso die grünen Ecken und die Nähe zur Innenstadt. " Mir gefällt es sehr gut", sagt Sabine Adamaschek, die vor Kurzem aus der City an die Hackländerstraße gezogen ist und einen Hund hat: " Man kann mit dem Hund schnell ins Grüne und ist trotzdem schnell in der Stadt." Außerdem treffe man sehr nette andere Hundebesitzer: " Das ist eher wie ein Dorf hier", findet sie.

" Ein kleines Dorf, aber mitten in der Stadt", so sieht auch Karl-Heinz Sdrenka den Stadtteil. Er wohnt an der Buerschen Straße und ist im Kleingartenverein Süd, dessen kleinste Außenparzelle 20 Gärten auf dem Klushügel umfasst. Rund um Klushügel und Humboldtstraße, " da helfen sich alle gegenseitig". Die Kinder könnten schön spielen, und der Senator-Wagner-Weg sei ein schöner Rundweg, an dem auch schon drei Hundetütenautomaten aufgestellt worden seien. Jetzt fehlten noch die Mülleimer dazu, damit die Tüten nicht immer in die Hecken geworfen würden: " Großartig zu meckern habe ich nichts. Seit der Besitzer gewechselt hat, haben wir uns auch mit der Disco an der Buerschen Straße einigermaßen angefreundet."

Immer wieder traf die Redaktion auch auf Gartlager, die sich gar nicht als solche erkannten, wie Studentin Ann-Katrin Langanke: " Ich dachte immer, das gehört zur Innenstadt immerhin haben wir die gleiche Postleitzahl." Und auch Helga Johston bemerkte: " Ich wohne seit über 50 Jahren an der Bohmter Straße und habe mich viele Jahre zur Innenstadt gezählt."

Marie Plogmann schwärmt geradezu von der Gartlage: " Was man nicht vermutet, ist, dass es hier viele kleine Gärten hinter den Häusern gibt. Dort pflegen wir über den Gartenzaun eine wirklich gute Nachbarschaft." Außerdem sagt sie: " An der Langen Wand kommt gleich der Wald eine tolle Joggingstrecke." Das " viele Grün" lobt auch Winifred Louati. Aber auch sie klagt: " Die Liebigstraße ist eine Hauptverkehrsstraße geworden."

Bildtext:
Hundebesitzerin Sabine Adamaschek (am Glücksrad) gefallen die kurzen Wege zum Wald und in die Innenstadt besonders gut am Stadtteil Gartlage und " die netten Leute, die man beim Spaziergehen mit dem Hund trifft".

Foto:
Michael Hehmann
Autor:
Angelika Hitzke, Hanne Riepenhoff


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