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NUSO-Archiv - Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Inhalt:
Überschrift:
Das Niedersachsenbad galt als Schönheit
Zwischenüberschrift:
Leser erinnern sich an das Hofhaus an der Bramscher Straße
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Osnabrück . Wer hätte gedacht, dass das ältere, etwas verwahrlost wirkende Haus auf dem unbekannten Foto der letzten Woche so viele Reaktionen auslöst? Zahlreiche Leser unserer Zeitung und OS-Nachbarn haben das Hofhaus erkannt, das früher an der Bramscher Straße 136 lag.
Alle Hinweisgeber sind sich einig, dass der Hinweis " gegenüber Vatthauer" auf der Rückseite des Archivfotos nicht stimmt. " Es stand dort, wo sich heute die Handwerkskammer befindet, und lag also gegenüber der Firma Ackermann", schreibt etwa Gabriele Erpenbeck.
" Die Bewohner des Hauses waren gefürchtet und hatten einen schlechten Ruf", erzählt Alfred Lindner, der in den Vierziger- und Fünfzigerjahren im Hofhaus aufwuchs. Damals lebten in dem steinernen Wohngebäude und in den Holzbaracken auf dem hinteren Teil des Grundstücks sozial schwache Großfamilien. Viele der bis zu 50 Kinder waren nicht gerade zimperlich, und es gab oft Schlägereien, weswegen die Kinder aus bürgerlichen Familien nicht mit ihnen spielen durften. Aber die Hofhaus-Kinder hielten zusammen. Gymnasiasten spielten mit Volksschülern, und auch behinderte Kinder waren in die Gemeinschaft integriert .
Als in der zweiten Hälfte der Fünfzigerjahre viele Jungen dem Boxverband und der Gewichthebergruppe des Polizeisportvereins Osnabrück beitraten, entspannte sich die Lage am Hofhaus, erinnert sich Alfred Lindner.
Familie Lindner lebte mit vier Kindern in der Vierzimmerwohnung unten links. Es gab, wie damals üblich, nur fließend kaltes Wasser, und geheizt wurde mit Kohleöfen. Alfred Lindner, der bis heute " Lindner vom Hofhaus" genannt wird, erinnert sich gern an die glückliche Kindheit an der Bramscher Straße.
Das trifft auch für Thomas Gildehaus zu, dessen Großvater Heinrich Verwalter des Hauses war. Familie Gildehaus wohnte in der ersten Etage: " Da war sie wieder, unsere Kindheit, unsere Jugend, unser Hofhaus. Dieses liebenswerte Haus hat vielen Menschen eine Unterkunft geboten, davon haben viele Familien zu unserer Zeit nur träumen können. Platz satt, hohe Räume und mindestens 20 Kinder zum Spielen und, das Allerwichtigste, das Riesengelände zum Verweilen, Spielen und Träumen."
Elvira Klekamp wurde 1956 im Hofhaus geboren und sucht über OS-Nachbarn.de Hinweise zu früheren Mitbewohnern, Spielkameraden und zur Geschichte des Hauses. Sie fragt: " Wer hat […] weitere Informationen, vielleicht sogar zu den beim Abriss des Hauses beziehungsweise beim Bau der Handwerkskammer gefundenen Skeletten?"
Diese Funde weisen auf die lange Geschichte des Geländes hin. Dazu schreibt Rolf Möllmann: " Ursprünglich befand sich dort, weit außerhalb der Stadt, das Leprosenhospital Süntelbecke. Urkundlich wird es bereits 1278 erwähnt. 1888 war es Endpunkt der ersten privaten Pferdeomnibuslinie." Und Gabriele Erpenbeck ergänzt, dass sich dort Anfang des 20. Jahrhunderts eine Gastwirtschaft befand. Aber bereits Anfang der 1930er-Jahre waren in dem Haus sozial schwache Familien untergebracht, erinnert sich Alfons Rempe.
Das Gebäude auf dem neuen unbekannten Foto hat keine so lange Geschichte. Das Niedersachsenbad wurde nur 39 Jahre alt. Als " eine der schönsten deutschen 25-m-Hallen" beschrieb das Osnabrücker Tageblatt das Bad zur Eröffnung im Februar 1966. Mit seinen sechs Bahnen, dem Sprungturm, dem Lehrschwimmbecken und der großen Tribüne war die Halle bei Freizeit- und Sportschwimmern beliebt. Haben Sie dort schwimmen gelernt oder an Wettkämpfen teilgenommen? Erinnern Sie sich an den Schulsport? Schreiben Sie uns Ihre Geschichten über das Niedersachsenbad auf OS-Nachbarn.de.

Weitere alte Fotos auf www.os-nachbarn.de

Bildtexte:

Markenzeichen des Niedersachsenbads waren die sechs 25-Meter-Bahnen, die Tribüne und der Sprungturm mit seiner Fünfmeterplattform.
Das Hofhaus stand an der Bramscher Straße, wo sich heute die Handwerkskammer befindet. Das Gelände war ein Spielparadies für die zahlreichen Kinder, die dort lebten.

Fotos:
Kurt Löckmann, Archiv
Autor:
r.


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