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NUSO-Archiv - Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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aus Zeitung:
Inhalt:
Überschrift:
Der Zoo tanzt im Takt des Dschungels.
Zwischenüberschrift:
14 000 Menschen erlebten scheinbar einen Kurzurlaub in Afrika.
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Osnabrück. Zoo mal anders: Am Wochenende schlug das Herz des Osnabrücker Zoos im Takt des Dschungels. " Dschungelnächte" lautete die Motto-Veranstaltung, die bis zum Sonntagabend zwischen den Tiergehegen am Schölerberg exotisches Flair versprühte. Afrikanische Rhythmen, tropische Cocktails oder exotisches Kunsthandwerk trafen auf die tierischen Attraktionen des Zoos, und viele der 14 000 Besucher dürften sich wie in einem Kurzurlaub irgendwo am Äquator gefühlt haben vor allem, als es Nacht wurde im Zoo.

Mit der Dämmerung begann die Verwandlung: Schatten wurden länger, Kerzenlicht flackerte auf. Sparsame, aber wirkungsvolle Akzente von Lichtinstallationen, dazu aus der Ferne immer wieder mal die Klänge afrikanischer Trommeln. Mit freundlicher Unterstützung des Wetters vermittelten die " Dschungelnächte" ziemlich authentisch das Gefühl, auf einer tropischen Urlaubsinsel gelandet zu sein.

Eine Veranstaltung für Groß und Klein mit einem abwechslungsreichen Programm habe man auf die Beine stellen wollen, erklärte Zoo-Pressesprecherin Lisa Josef: " Dabei steht nicht zuletzt auch der Kontakt zu anderen Kulturen im Mittelpunkt." Ein Kontakt, der durchaus aktive Züge beinhaltet auf beiden Seiten: Während vor der Bühne die Auftritte afrikanischer Acts eher Gelegenheit zum passiven Konsum bot, wurde in Schnellkursen Grundlegendes zu afrikanischer Percussion vermittelt. Oder auch eine Ahnung davon, wie man sich in Gegenden fernab von Playstation und Internet beschäftigen kann: Afrikanische Spiele standen im Mittelpunkt eines anderen Workshops.

Event und kultureller Austausch auf der einen, das eigentliche Kernmerkmal des Zoos auf der anderen Seite: die Tiere. Ob die " Dschungelnächte" ein Stressfaktor für die Tiere seien? " Eher nicht", sagte Diana Hoge. Die gelernte Veranstaltungskauffrau ist verantwortlich für die Organisation der Dschungelnacht. Bedürfnisse der Tiere seien berücksichtigt worden, erklärte sie: " Wir haben Beleuchtungen beispielsweise nur dort angebracht, wo sie von den Tieren nicht als störend empfunden werden."

Zudem habe man darauf geachtet, den Tagesablauf der Tiere nicht durcheinanderzubringen: " Verschiedene Gehege werden schon deutlich vor Ende der Veranstaltung leer sein, weil für die Bewohner einfach Schlafenszeit ist. Darauf nehmen wir Rücksicht." Schlafenszeit für die einen, High Noon bei den anderen: Tiere, die tagsüber im Gehege eher unsichtbar bleiben, wie zum Beispiel die Vielfraße, gerieten während der Dschungelnächte ins Blickfeld der Besucher: " Die Dschungelnächte bieten den Zoo aus einer anderen Perspektive. Neben dem Rahmenprogramm ist natürlich auch das Leben im Zoo nachts anders", so Hoge.

Nicht zuletzt auch ein ruhigeres: Abseits der Bühne und der Marktstände boten sich im nächtlichen Zoo jede Menge Verweil- und Rückzugsmöglichkeiten. Fast besinnlich, bis plötzlich ein Fackelläufer auftauchte, einen Schwarm von Kindern und Erwachsenen im Schlepptau: Auf den von Zoopädagogen geleiteten Fackelführungen gab es Anekdoten und Wissenswertes, über den Osnabrücker Zoo wie über Tiere in aller Welt. Die Geschichte des Bärengeheges, das Sozialverhalten von Tieren, aber auch problematische Entwicklungen wie die Identitätsfindung von Elefanten: " Ein Elefant, der im Zoo aufwächst, erfährt sich selbst gar nicht als richtiger Elefant, weil er seine Natur im Gehege nicht ausleben kann", gab Zoopädagoge Marco Brockmann seinen Zuhörern zu bedenken.

Am Ende einer Dschungelnacht stand das Feuer: Zum Finale verwandelten die Pyrotechniker von " Endless on Fire" auf einer Bühne vor dem Zooeingang die Nacht in ein Funken sprühendes Erlebnis.

Bildtexte:
Faszinierende Jonglage, tropische Cocktails oder exotisches Kunsthandwerk: Die Mischung macht es.

Früher kalter Beton, heute ein kambodschanischer Tempel.

In der Dunkelheit ist der Zoo anders. Manche Tiere ruhen, andere (wie der Wolf) leben auf.

Feuerspucker.

Neugierig auf die Besucher.

Fotos:

Hermann Pentermann
Autor:
Markus Pöhlking


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