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NUSO-Archiv - Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Inhalt:
Überschrift:
Neumarkt-Center in zwei Schritten.
Zwischenüberschrift:
mfi will klein anfangen und dann wachsen
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Osnabrück. Der Centerentwickler mfi plant um: Am Neumarkt soll zunächst ein kleines Einkaufszentrum mit 16 500 Quadratmeter Verkaufsfläche entstehen. Das widerspricht allen bisherigen Beteuerungen und bringt die Planer in Erklärungsnot. Doch Projektentwickler Nils Perpeet versichert: " Die Markenvielfalt und Attraktivität bleiben erhalten."

Nach dem Rauschen-Coup und der Neuvermietung von Flächen an die Universität musste mfi umplanen. Das Konzept soll nach den Sommerferien dem Stadtrat vorgelegt werden. Die Center-Kritiker Mark und Dieter Rauschen, Eigentümer des Modekaufhauses Lengermann und Trieschmann (L+ T), haben drei Häuser im geplanten Center-Gebiet an der Johannisstraße gekauft. Ihr erklärtes Ziel ist es, Einfluss auf die Centerplanung und Entwicklung an der Johannisstraße zu nehmen.

mfi will sich davon nicht aufhalten lassen. Das Center wird den aktuellen Plänen zufolge um eine der drei Rauschen-Immobilien herumgebaut. Kein Interesse haben die mfi-Entwickler mehr an den Gebäuden an der Ecke Große Rosenstraße. Dort stehen den Planern zwei Rauschen-Häuser im Weg.

Ein paar Zahnlücken

Auf den ursprünglich dort geplanten Eingang verzichtet mfi und gibt den Ball an L+ T weiter: " Herr Rauschen hat bereits angekündigt, dass er die Johannisstraße mit seinem Erwerb der Immobilie stärken will. Er bekommt nun die Chance dazu", heißt es in einer Stellungnahme von mfi.

Ausgespart ist auch das Haus Johannisstraße 65 gleich neben dem grün gekachelten Eckhaus am Neumarkt. Das Gebäude gehört der Aachener Grundvermögen, einer Fondsgesellschaft der katholischen Kirche. Ob sie bereit ist, an mfi zu verkaufen, ist unklar. " Das Konzept hat ein paar Zahnlücken", räumt der Leiter Projekteentwicklung bei mfi, Klaus-Martin Callhoff, ein. Aber: " Der Standort ist gut, wir wollen nach Osnabrück."

mfi beschneidet im kleinen Center die Flächen für die Großmieter. Der Lebensmittelmarkt im Keller hat nun 1900 qm Verkaufsfläche statt 3167. Im Erdgeschoss wird der Großladen von knapp 2400 qm auf 880 qm verkleinert. Die Anzahl der Shops bleibt mit etwa 100 annähernd gleich. Das macht nach mfi-Angaben das kleine Center auch wirtschaftlich, denn die Großmieter zahlen niedrigere Mieten. Weil die günstigeren Flächen reduziert werden, steigt der durchschnittliche Mietertrag für mfi. Außerdem spart mfi die Kosten für Kauf und Abriss der Immobilien.

Einen wichtigen Baustein an der Johannisstraße hat sich mfi jetzt gesichert: das Eckhaus an der Seminarstraße, das bislang Ihr Platz beherbergte. Damit wird das Center drei Kontaktpunkte zur Johannisstraße haben. " Das ist ein Beleg dafür, dass wir der Anbindung an die Johannisstraße große Bedeutung beimessen", sagt Projektentwickler Perpeet. Die Durchlässigkeit des Centers mit mehreren Ein- und Ausgängen bleibe erhalten.

Perpeet lässt keinen Zweifel daran, dass ein zweiter Bauabschnitt folgen muss. Die Regel " Je kleiner, desto Flop" sei weiterhin gültig. Deshalb will mfi angrenzende Immobilien erwerben und langfristig in das Center integrieren. Die Essener setzen darauf, dass die Universität, die gerade den Mietvertrag an der Seminarstraße um zehn Jahre verlängert hat, eines Tages auszieht. Passende Ersatzflächen ließen sich sicher finden, sagt Perpeet.

Ein offener Punkt ist die Parkplatzfrage. mfi will mindestens 500 Stellplätze, der Stadtrat höchstens 350. Für den Verkehr ringsum mache es keinen Unterschied, ob das Parkhaus 350 oder 500 Stellplätze habe, sagt Perpeet und verweist auf ein neues Verkehrsgutachten, das noch nicht veröffentlicht ist. Demnach würden bei einem kleinen 350er-Parkhaus im Schnitt 170 Kunden pro Stunde keinen Platz im Parkhaus finden. Die Folge wären Staus auf der Zufahrt und ein vermehrter Parkplatzsuchverkehr.

Bildtext:
Von mfi gekauft: Der Essener Centerentwickler hat das Eckhaus übernommen. Hier soll ein Eingang zur künftigen Mall entstehen.

Der Grundriss des kleinen Centers (gestrichelte Linie). Die dunkelrot markierten Häuser gehören L+ T.

Foto:
Klaus Lindemann
Autor:
Wilfried Hinrichs


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