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NUSO-Archiv - Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Inhalt:
Überschrift:
"Wir müssen im Stadtteil die Verkehrslenkung optimieren"
Zwischenüberschrift:
Ratsfrau Irene Thiel zu Charme und Problemen des Hafens
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Osnabrück. Er ist mit knapp 2300 Einwohnern der Stadtteil mit dem geringsten Bevölkerungsanteil und geprägt vom Stichkanal sowie Industrie und Gewerbe. Aber die Verkehrsprobleme sind größer als in vielen Bereichen der Stadt. CDU-Ratsfrau Irene Thiel kümmert sich seit Jahren in ihrer Fraktion um Hafenaspekte.
Haben Sie einen Lieblingsplatz im Hafen?
Ja, die Petrusallee und den Haseuferweg. Am Kanal fahre ich sehr gern mit dem Fahrrad entlang. Das sind schöne und vielen Osnabrückern nicht bekannte Ecken, die es lohnt zu entdecken.
Der Hafen ist der Stadtteil mit dem geringsten Bevölkerungsanteil. Es gibt mit Wippchenmoor nur ein Wohngebiet. Ist es als Politiker nicht unbefriedigend, wenn es kaum Rückmeldungen von Bürgern gibt?
Dafür sind zum Beispiel die Anwohner Wippchenmoor sehr eifrig und artikulieren sich. Da ist ein Ratspolitiker genauso in der Pflicht, sich einzusetzen, wie bei Stadtteilen mit einer großen Bevölkerungszahl. Eins der drängenden Probleme im Hafenbereich ist der Lkw-Verkehr. Die Ängste der Bewohner, dass die Belastung steigt, sind durch die Koch-Ansiedlung verständlicherweise größer geworden. Die Bedenken sind für mich nachvollziehbar, und wir müssen zum Schutz der Wohnbereiche im Stadtteil die Verkehrslenkung optimieren. Die Lkw müssen zum Norden rausfahren dafür haben wir ja die B 68 ausgebaut, dass es eine schnelle Autobahnanbindung gibt. Und wir brauchen den Lückenschluss A 33, damit über die Vehrter Landstraße auch Richtung Osten eine vorteilhafte Autobahnverbindung besteht.
Welche Rolle spielt dabei die Schiene, denn es wird ja gerade der Gleis-Lückenschluss der Hafenbahn am Piesberg vollzogen?
Um Straßen vom Schwerverkehr zu entlasten und Lkw-Frachten zu reduzieren, ist eine intensivere Nutzung des Zweigkanals und der Eisenbahnstrecke notwendig. Ein wichtiger Punkt hierfür ist die Ansiedlung von Gewerbebetrieben, die eine feste Zusage für die Nutzung der Wasserstraße und des Schienenverkehrs geben. Nur so sind eine Erhöhung der Tonnagen und der angestrebte Schleusenausbau zu erreichen. Durch die Nosta-Verkehre hat es einen erheblichen Zuwachs im Containerumschlag gegeben. Hier bestehen weitere Chancen.
Was sagen Sie den Bewohnern des Stadtteils, die persönlich keinen Bezug zum Industriehafen sehen und sich eher zu Eversburg zugehörig fühlen? Fehlt dem Osnabrücker Hafenbereich die Identität?
Ich kann diese Sichtweise und den Bezug zu Eversburg verstehen, denn das Einkaufen spielt sich ja zum Beispiel an der Natruper Straße ab. Das ist einfach die nächste und bequemste Möglichkeit. Das gilt zum Beispiel auch für mich als Anwohnerin der Zelterstraße. Der Hafen wird bisher oft nicht als wichtiger Punkt Osnabrücks wahrgenommen. Dabei spielt er in vielerlei Hinsicht eine wichtige Rolle und ist einer der dynamischen Stadtteile. Eine positive Identität hat er zum Beispiel über das Rudern und wird hier auch von den Schulen und ihren Ruderabteilungen sehr eifrig genutzt. Es ist nun mal ein Zweigkanal, der als Standort für Unternehmen große Vorteile bietet. Die Wichtigkeit für die Wirtschaft einer Stadt der Größe Osnabrücks wird auch beim Land gesehen, wie positive Stellungnahmen zum Thema Schleusenausbau zeigen. Aber so etwas geht bei Gesamtkosten von mehr als 100 Millionen Euro natürlich nicht von heute auf morgen, sondern ist ein Projekt mit Langzeitperspektive.
Wo sehen Sie Entwicklungschancen des Stadtteils?
Die Eröffnung der Firma Kaffee Partner zeigt, welches Potenzial solche Ansiedlungen haben. Das Unternehmen ist nicht nur architektonisch ein Aushängeschild. Die weitere Entwicklung auf dem ehemaligen Kasernengelände Netter Heide stimmt mich sehr optimistisch. Hier werden Polizei sowie das Finanzamt Osnabrück-Land ihre neuen Standorte finden und außerdem die Vermarktung der weiteren zur Verfügung stehenden Flächen für neue Impulse sorgen. Von großer Bedeutung ist hier auch die Hochschule mit ihrem Kreativviertel.
Der Bereich zwischen Fürstenauer Weg und Kanal war einmal als Güterverkehrszentrum vorgesehen. Was ist davon außer Kosten für den Flächenkauf geblieben?
Es gibt zum Beispiel neben Koch noch eine weitere Spedition, die Interesse hat, sich hier niederzulassen. Natürlich hat die Stadt hier in den vergangenen rund 20 Jahren viel Geld gelassen, denn da ist nach dem Flächenkauf einiges an Zinsen aufgelaufen. Aber Osnabrück muss nun einmal einiges für Arbeitsplätze tun und ist traditionell auch immer eine Stadt der Speditionen gewesen. Auch wenn sich die Pläne für ein Güterverkehrszentrum so nicht haben umsetzen lassen, tut sich doch einiges, was nutzungsmäßig in diese Richtung geht. Dazu gehört zum Beispiel die KLV-Anlage was für Kombinierten Lade-Verkehr steht –, die zwischen Kanal und Kasernengelände realisiert wird.
Vor Jahren wurden für den Hafen große Perspektiven in Zusammenhang mit der Ausrichtung der Bundesgartenschau 2016 gesehen, die Osnabrück ja zurückgegeben hat. Bleiben trotzdem Impulse?
Wir entwickeln die Ansätze ja auch ohne Bundesgartenschau weiter. Den Piesberg zu einem Naherholungs- und Ausflugsbereich umzugestalten wird auch ohne BUGA verfolgt, und natürlich ist da auch der Hafen mit im Spiel allerdings geht ohne Bundesgartenschau alles langsamer, und es fehlen die großen Fördergelder. Aber Wasser besitzt besondere Attraktivität, und hier wird sich aus meiner Sicht aus kleinen Ansätzen auf Sicht auch etwas bewegen. Wir werden im Hafen neben der Industrie durch die Entwicklung auf den Kasernenflächen neue, zentrumsnahe Arbeitsplätze und neue Impulse durch die Aktivitäten der Hochschule haben. Das verspricht eine spannende Entwicklung. Der Hafen bietet Chancen, die wir in anderen Stadtteilen so nicht haben.
Was sind die nächsten Schritte?
Die Elbestraße wird ausgebaut. Hier laufen die Planungen. Weiter ist vorgesehen, dass die Römereschstraße vierspurig wird. Dafür ist eine Kooperation mit der Bahn notwendig. Darum wird sich das wohl noch etwas hinziehen. Aber die Bürger können sich darauf verlassen, dass bei Verkehrsfragen darauf geachtet wird, dass sich die Belastung verringert.

Bildtext:
Hat Fragen der Hafenentwicklung seit Langem im Blick: Ratsmitglied Irene Thiel (CDU).
Ausbau vorgesehen: Die Römereschstraße soll in Zukunft vierspurig werden.

Fotos:
Hermann Pentermann, privat
Autor:
Wolfgang Elbers


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