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NUSO-Archiv - Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Inhalt:
Überschrift:
"Ein wohltuender Zusammenhalt"
Zwischenüberschrift:
Wulf-Siegmar Mierke (UWG) im Stadtteil-Interview
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Osnabrück. Wulf-Siegmar Mierke ist zwar kein geborener Voxtruper, fühlt sich aber wie ein Urgestein dieses südöstlichen Stadtteils von Osnabrück. Der Verwaltungsfachmann ist Mitarbeiter im Fachdienst Ordnung der Kreisverwaltung. Als Ratsherr der Unabhängigen Wählergemeinschaft (UWG) vertritt er seinen Stadtteil im Osnabrücker Stadtrat.
Was ist der zweitschönste Stadtteil von Osnabrück?
Schölerberg. Dort bin ich aufgewachsen.
Was ist das Besondere an Ihrem Heimatstadtteil?
Die soziale Gemeinschaft in Voxtrup funktioniert. Es gibt einen wohltuenden Zusammenhalt nicht nur in Vereinen und Verbänden in diesem Stadtteil. Von Vereinsmeierei kann also keine Rede sein. Die nachbarschaftlichen Kontakte sind hier wirklich noch intakt. Ich glaube, man kann sogar sagen, hier ist die Welt noch in Ordnung. Ich bin selbst sogar ein wenig stolz darauf, dass ich aus Voxtrup komme.
Voxtrup hat eher wenig Industrie und Gewerbe. Bedauern Sie das?
Der ursprüngliche Charakter Voxtrups als Bauerschaft ist auch heute noch an vielen Stellen erkennbar. Durch Industrie und Gewerbe würden der gewachsene Ortsteil und das Landschaftsbild nachhaltig gestört.
Aber das bedeutet ja auch, dass es nicht gerade viele Arbeitsplätze für die Voxtruper in Voxtrup gibt . . .
Das stimmt zwar, ist aber auch kein Problem. Die meisten Voxtruper arbeiten in der Stadt Osnabrück, müssen also nicht beruflich weiter weg pendeln.
Und wie ist es bestellt um die Einkaufsmöglichkeiten in Voxtrup und die sonstige Nahversorgung?
Für den täglichen Bedarf gibt es hier praktisch alles. Vom Bäcker über Schreibwaren bis zu Ärzten, Apotheken und einem Therapiezentrum. Und die Hannoversche Straße mit ihren Verbrauchermärkten ist auch nicht weit entfernt. Neben einer vorhandenen Tagespflegeeinrichtung könnte noch eine Einrichtung für Betreutes Wohnen in unserem Stadtteil angesiedelt werden. Aber ansonsten ist alles vorhanden.
Und was war das aus Ihrer Sicht bislang wichtigste Ereignis in und für Voxtrup?
Das ist leider nichts besonders Erfreuliches: die Zerstörung des Freibads Wellmannsbrücke vor sieben, acht Jahren. Das war einmal ein zentraler Punkt der Freizeitgestaltung nicht nur für Voxtrup. Es tut mir heute noch weh, wenn ich daran denke. Wir haben uns damals starkgemacht für den Erhalt der Wellmannsbrücke vor allem für unsere Kinder und Enkel aber vergeblich. Das war ein Trauerspiel.
Wie wünschen Sie sich Voxtrup im Jahr 2020?
Dass sich das soziale Gefüge in unserem Stadtteil weiter positiv entwickelt hat. Und dass die 110-kV-Freileitung ganz entfernt ist.
Kaum ein Stadtteil hat so viel bäuerlichen Charme mit Wäldern und Wiesen, wird aber zugleich von Hochspannungsmasten und Autobahnen durchkreuzt und begrenzt. Wo sind die Verkehrsverhältnisse am schlimmsten?
An der Meller Straße war es einmal besonders schlimm. Aber seit es dort das Durchfahrtsverbot für den Schwerlastverkehr gibt, ist es zu einer echten Entlastung gekommen. Durch den Umbau der Meller Straße ist dieser Bereich mittlerweile auch optisch aufgewertet worden.
Viele Voxtruper bedauern, dass das Gut Sandfort, eines der Wahrzeichen des Stadtteils, nicht mehr für die Öffentlichkeit zugänglich ist . . .
Ja, eine private Eigentümergemeinschaft hat das Kulturgut mit großem finanziellen Aufwand und Engagement vor dem sicheren Verfall bewahrt. Die haben das wirklich toll saniert. Das verdient Lob und Anerkennung. Da kann und muss man akzeptieren, dass die Bewohner auch eine Privatsphäre haben wollen. Letztlich will doch niemand, dass fremde Leute durch den eigenen Garten laufen. Schön wäre es, wenn dort vielleicht der Voxtruper-Adventsmarkt stattfinden könnte. Aber natürlich auf freiwilliger Basis.
Als Mitarbeiter der Kreisverwaltung schaut das Osnabrücker Stadtratsmitglied Wulf-Siegmar Mierke zumindest beruflich über den Tellerrand. Müsste das Oberzentrum nicht eigentlich großzügiger zugeschnitten sein oder gar mit dem Landkreis fusionieren?
Ich wünsche mir schon, dass es eines Tages in einem guten Einvernehmen zu einem Zusammenschluss kommen könnte. Die kommunale Gebietsreform 1972 mit der Eingemeindung Voxtrups hat sich im Nachhinein ja auch als gut herausgestellt. Vielleicht ist 2030, 2040 oder 2050 ein weiterer Zusammenschluss möglich. Wenn die Konkurrenz zwischen Stadt und Landkreis Osnabrück in vielen Bereichen wegfallen würde, wäre das gut für alle.

Bildtext:
Wulf-Siegmar Mierke

Foto: Gert Westdörp
Autor:
ra


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