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NUSO-Archiv - Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Inhalt:
Überschrift:
Ein schönes Fleckchen, aber . . .
Zwischenüberschrift:
Redaktion vor Ort am Westerberg: Zugeparkte Straßen, teure Wohnungen, Geschichten von früher
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Osnabrück. " Der Westerberg ist schon ein schönes Fleckchen zum Wohnen, aber . . ." So oder so ähnlich hörten sich viele Kommentare an, als unsere Redaktion am Freitag vor Ort im Stadtteil war. Bei Wellmann an der Lotter Straße wurde über Hundehaufen, parkende Autos und steigende Immobilienpreise geklagt und gelegentlich von früher erzählt.

Betonlaster, Kräne und andere Baufahrzeuge rollen täglich über die Mozartstraße und die Gluckstraße, weil an der Sedanstraße ein großes Wohnprojekt gebaut wird. Das ärgert Anlieger Günter Steins, der den Straßenzug am liebsten für den Schwerlastverkehr sperren möchte. Sein Motiv: " Lärm geht an die Gesundheit!"

Breitere Bürgersteige an der Max-Reger-Straße? Die findet Bernd Scholz völlig überflüssig. Der Stadt gehe es doch wohl nur darum, den Anliegern die Kosten aufzudrücken, mutmaßt er. Für völlig übertrieben hält er zudem, dass die Stadtwerke die Kanalisation erneuern und das Mischsystem durch ein Trennsystem ersetzen wollen.

Die steigenden Mieten am Westerberg regen Uwe Steinbrügge aus der Friedrichstraße auf: " Die Alteingesessenen werden durch die Reichen verdrängt." Der 54-Jährige ist hier aufgewachsen. Seine alte Wohnung wird kernsaniert 175 000 Euro kann er nicht dafür bezahlen. Er ist auf die andere Straßenseite umgezogen.

Einen Parkplatznotstand beklagt Traute Dierig. Nach eigener Aussage verbringt die 64-Jährige jeden Tag mehrere Stunden damit, den Abschleppdienst und die Polizei anzurufen, weil der Platz vor ihrem Haus an der Friedrichstraße zugeparkt sei trotz Halteverbot. " Ich kann mein Haus nur unter Lebensgefahr verlassen", behauptet sie. Wenn sie mit dem Auto aus ihrer Einfahrt komme, versperrten ihr die falsch geparkten Autos die Sicht.

Mit der Parkplatzsuche hat Allan Ware kein Problem. Er fährt Rad. Am Westerberg lebt er gern, weil er alles auf zwei Rädern oder auf zwei Beinen erreichen kann. Der Dozent an der Musikschule sieht zwar auch, dass es ein Parkplatzproblem gibt, meint aber: " Es ist nicht so schlimm wie in Berlin."

Über Hundehaufen ärgert sich der 13-jährige Lukas Theilmann in den Grünflächen. Mehrere Male ist er schon hineingetreten.

Den neuen Zebrastreifen über die Caprivistraße findet Ulrike, eine Mutter von drei Kindern, richtig toll. Im Bürgerforum hatte sie sich dafür starkgemacht. " Am Westerberg wohnen nur nette Leute", meint ihr Sohn Erik. Seine Schwester Dörthe widerspricht. " Hier gibt es auch ein paar Doofe."

" Es sind schon spezielle Leute, die hier wohnen", meint eine Verkäuferin und zieht einen Vergleich mit Belm: " Dort gehen die Leute zur Seite, wenn jemand den Weg kreuzt, hier nicht."

" Snobbish", das fällt einem 36-jährigen Anwohner zum Westerberg ein.

" Die Grundstücksspekulationen stoßen mir übel auf", sagt ein 50-jähriger Mann, der seinen Namen nicht nennen will. Immer mehr Baugesellschaften kauften die Häuser auf. Eine alte Dame habe ihr Leben lang am Westerberg in einem Haus gewohnt, bis es von einem Spekulanten gekauft worden sei. " Jetzt lebt sie in Eversburg."

Das Martinshorn reißt Tim Arlinghaus immer wieder aus der Ruhe und manchmal aus dem Schlaf. Die meisten Rettungswagen hätten es auch dann eingeschaltet, wenn die Verkehrslage es gar nicht erfordere, meint der Student, der an der Lotter Straße wohnt.

" Das Fiese am Westerberg ist das Hochfahren mit dem Fahrrad", findet Lukas, ein 21-jähriger Student, der aus München stammt.

" Radfahrer fahren einem fast über die Füße auf dem Bürgersteig sowieso", klagt Elsbeth Pohl, die an der Albertstraße wohnt.

Als Eldorado hat Rainer Grüter die beiden Steinbrüche auf dem Westerberg empfunden, als er vor 50 Jahren mit kurzer Hose und Holzgewehr " durch die Gegend stratzte".

Der Gestank eines Misthaufens ärgert Heinz-Dieter Scherler, der am Finkenhügel seinen Kleingarten hat. Auch so etwas gibt′s am Westerberg.

Bildtext:
Lebensgefährlich findet Traute Dierig, dass ihr die falsch geparkten Autos ständig die Sicht versperren. Thomas Wübker (Mitte) und Rainer Lahmann-Lammert aus der Redaktion vor Ort hören ihr zu.

Foto:
Jörn Martens
Autor:
dt, rll, tw


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