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NUSO-Archiv - Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Inhalt:
Überschrift:
Nach zehn Jahren neue Vogelperspektive
Zwischenüberschrift:
Der handgezeichnete Bollmann-Bildplan von Osnabrück wird überarbeitet
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Osnabrück. Die Kamp-Promenade, das AOK-Gebäude am Pottgraben, der Haseuferweg auf Stelzen oder das Haus der Kirche an der Lohstraße: Das Bild der Stadt hat sich in den letzten zehn Jahren an vielen Stellen verändert. " Allein am Marienhospital sind mit dem Funktionstrakt, dem Bettenhaus und dem ökumenischen Kinderhospital drei wichtige Anbauten hinzugekommen", fügt Jan Bollmann hinzu, " es gibt also wieder viel zu tun."

Seit 1957 gibt der Bollmann-Verlag in Braunschweig einen perspektivischen Bildplan der Stadt Osnabrück heraus, noch von Hand gezeichnet vom Firmengründer Hermann Bollmann. Damals standen noch die Nissenhütten im Schlossgarten, am Neumarkt ragte die Ruine der Gosling′schen Schnapsbrennerei in die Höhe, und durch die Große Straße schlängelte sich die Straßenbahn. Mittlerweile ist dieser historische Stadtplan selbst ein Dokument der Stadtgeschichte. Und in diesem Jahr peilt nun der Enkel Jan Bollmann die neunte Auflage des Bollmann-Plans an, " mit allen aktuellen Entwicklungen bis hin zu jeder neuen Dachgaube und jedem frisch gepflanzten Straßenbaum."

Für dieses Bild der Stadt aus der Vogelperspektive zeichnen die Spezialisten im Hause Bollmann die Stadt zwar von oben, " aber so, wie sie von unten aussieht", so verrät der Bildkarten-Spezialist die Grundlage des Verfahrens. Am Ende blickt der Betrachter von Südwesten diagonal auf die Stadt herab und sieht damit eine der " Schokoladenseiten" des Stadtbildes mit lauter dreidimensional gezeichneten Gebäuden. " Die Straßen sind allerdings verbreitert und die Gebäude werden überhöht, damit die Fassaden besser darzustellen sind."

Um solch eine aktuelle Ausgabe des Bollmann-Plans zu erarbeiten, sind umfangreiche Vorarbeiten nötig: An die 3500 Luftbilder werden mit dem firmeneigenen Flugzeug, einer umgebauten Cessna von 1954 voller selbst entwickelter Spezialausrüstung, geschossen. Zusätzlich sind die drei Bearbeiter des Kartenblattes mit Zeichenbrett und Fotoapparat auch am Boden unterwegs. " Wir müssen die Änderungen in den Fassaden aufspüren", sagt der Zeichner Thomas Greve, " und das geht am besten, wenn man auch in die Hinterhöfe guckt und mal auf Hochhausdächer steigt." Daheim in Braunschweig werden dann die Originalpläne im Maßstab 1: 1000 nach den Skizzen und Fotos überarbeitet.

Etwa sechs Monate dauert die Überarbeitung eines solchen Plans. Ende des Jahres soll der neue Osnabrück-Plan (mit einem herkömmlichen Stadtplan auf der Rückseite) herauskommen, zum Preis von 6, 90 Euro. An die 80 deutsche und europäische Hauptstädte hat der Bollmann-Verlag im Programm. Dazu als besonderes Highlight auch einen perspektivischen Plan der City von New York für dieses Wunderwerk der Kartografie haben die " Bollmänner" allein 70 000 Luft- und Bodenaufnahmen machen müssen und diese dann in ein einziges Kartenblatt umgesetzt.

Ein solcher Bildplan bleibe auch in Zeiten von Satellitenfotos und Google-Maps wegen seiner Anschaulichkeit weiterhin hochgeschätzt, sagt Jan Bollmann, der die Auflage seiner Bildkarten mit bis zu 25 000 Exemplaren kalkuliert: " Der freie Strich des Zeichners ist auch in Zukunft von einer Computergrafik nicht zu ersetzen."

Bildtexte:
Auch hier ein Neubau: Zeichner Thomas Greve und Verlagsinhaber Jan Bollmann dokumentieren am " Haus der Kirche" in der Lohstraße das veränderte Stadtbild.
Seit 2001, als der handgezeichnete Bollmann-Bildplan zuletzt aktualisiert wurde, hat sich in Osnabrück viel verändert das wird zum Beispiel beim Blick auf den Kamp deutlich. In der demnächst erscheinenden Neuauflage wird die Kamp-Promenade eingezeichnet sein.

Foto:
Lindemann
Autor:
Frank Henrichvark


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