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NUSO-Archiv - Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Inhalt:
Überschrift:
Siedlung Wippchenmoor – alte Eversburger Heimat.
Zwischenüberschrift:
Zur Berichterstattung über Eversburg in der Serie "Unsere Stadtteile".
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
" Und wieder wurden wir vergessen! Wir Bewohner der Siedlung Wippchenmoor, Eversburger Straße und Piesberger Straße sind historisch gesehen schon immer Eversburger gewesen, auch wenn [...] wir [...] zum Stadtteil Hafen gezählt werden. Für uns beginnt der Hafen am Kanal. Die Hase gehörte hier immer schon zu Eversburg dazu.

Dass die Stadtplanung statt der geschichtlich gewachsenen Grenze die der Bahnstrecke gewählt hat, schreiben wir der gewollten Planung der vorangetriebenen Industrialisierung in diesem Teil Osnabrücks zu, es findet jedoch bis heute in den Köpfen und Herzen der Leute in unserem Bezirk keinen Platz; zumal uns [...] keinerlei Mitspracherecht eingeräumt wurde.

In der Siedlung leben etliche Eversburger, auch mit gemischtem ethnischen Hintergrund, schon in der dritten, wenn nicht sogar in der vierten Generation in friedlichem Mit- und Nebeneinander, viele davon in den alten Piesberger Häusern. [...]

Ein Teil der Siedlung wurde in der Rubrik , Das unbekannte Foto′ am 26. November 2011 als Baugebiet der ersten Neunorm-Häuser in Deutschland vorgestellt. Um die Ecke dieser Neubausiedlung befand sich das Landgestüt, es findet sich fünf Gehminuten weiter die Petrusallee, die in die Von-Kerssenbrock-Allee übergeht alles geschichtsträchtige und für Eversburg wichtige Orte.

Die Alten hier in dieser Eversburger Ecke gingen noch geschlossen die Petrus allee hinunter zum Kirchgang, die folgende Generation suchte noch , Pielepocken′ im Sumpfgebiet [...], und wintertags konnte man oft das Elefantentrompeten hören.

Nichts mehr ist von dieser Romantik zu spüren. Das Umfeld der uralten Stieleiche, neben dem Petrus der Petrusallee das Wahrzeichen Eversburgs, wird von Lkw-Fahrern als Freiluft-Toilette genutzt. Laufende Lkw-Motoren blasen ihre Abgase zwei, drei Meter weiter nachts und am Wochenende in das Laubwerk. [...] Planungsfehler aus den Siebziger- und Neunzigerjahren haben unsere von alters her gewachsene Umgebung schonungslos ab- und umgebaut.

Statt alter Stallungen aus Piesberger Sandstein an der Petrusallee haben nun ein Entsorger und Schrotthändler neben anderen Gewerbebetrieben hier ihre Adresse. Einen Steinwurf von der Grundschule entfernt, jedoch durch die , Stadtteilgrenze′ der Deutschen Bahn getrennt, wurde auf dem Gelände eines ehemaligen Sägebetriebes Chemie verarbeitende Industrie genehmigt und gebaut. Und mitten in der Siedlung Wippchenmoor, genau auf dem vormaligen Gestütsgelände, wuchs von unseren wirtschaftswachstumsgläubigen Eltern geduldet, von geschulten Verwaltungsbeamten genehmigt ein überdimensionaler Betrieb aus einer kleinen Garagenwerkstatt, störend und unschön präsent.

Es wäre ein gutes Gefühl, wenn dieser Teil Osnabrücks trotz aller Schornsteine, Lärm und Gerüche – [...] als das wahrgenommen und vorgestellt würde, als das wir es fühlen, nämlich als den alten, ursprünglichen Teil Eversburgs alte Eversburger Heimat."
Autor:
Gudrun Brinkmann (IG "Leben in Eversburg") Osnabrück


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