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NUSO-Archiv - Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Inhalt:
Überschrift:
Stadt will Solar-Pläne nicht ad acta legen
 
Kleine Zumutung
Zwischenüberschrift:
Nach Stadtwerke-Absage: Deponiegelände am Tongrubenweg soll Vorratsfläche für Sonnenenergie werden
Artikel:
Kleinbild
 
Kleinbild
Originaltext:
OSNABRÜCK. Die Stadtwerke haben sich zwar vom dem Projekt verabschiedet, aber die Stadt will die Pläne für ein Solarkraftwerk in Hellern nicht einfach ad acta legen. Auch wenn derzeit kein Investor bereitsteht, soll das ehemalige Deponiegelände am Tongrubenweg im Flächennutzungsplan als Vorratsfläche für die Solarenergie ausgewiesen werden.
Die Allianz reichte von der CDU bis zu den Grünen. Nur Wulf-Siegmar Mierke von der UWG setzte sich für einen sofortigen Plannungsstop ein. Dabei war die Luft eigentlich schon raus, als das Thema im Ausschuss für Stadtentwicklung und Umwelt auf die Tagesordnung kann.
Am Abend zuvor hatten die Stadtwerke angekündigt, dass der Betrieb einer großen Fotovoltaikanlage auf dem Tongrubengelände wegen der reduzierten Einspeisevergütung nicht mehr wirtschaftlich sei. Die Kosten hätten sich zudem erhöht, weil Betonstützen verwendet und Ersatzbiotope angelegt werden müssten.
Stadtbaurat Wolfgang Griesert war der Erste, der sich in der Sitzung gegen einen vorschnellen Plannungsstop aussprach. Bei den bisherigen Untersuchungen habe sich herausgestellt, dass die ehemalige Deponie grundsätzlich für die Nutzung der Solarenergie geeignet sei. Wenn die Stadt den Klimaschutz vorantreiben wolle, brauche sie solche Flächen. Grieserts Empfehlung: Das Plannungsverfahren solle fortgesetzt werden.
Aus der Politik gab es breite Unterstützung für den vorgeschlagenen Kurs. Ratsherr Heiko Panzer (SPD) sprach von der Verantwortung gegenüber kommenden Generationen, Katharina Pötter (CDU) nannte die Solarenergie eine Alternative zur Laufzeitverlängerung der Atomkraftwerke, und Jens Meier (Grüne) forderte konsequente Schritte für die Energiewende.
Als Vertreter der Unabhängigen Wähler stellte sich Ratsmitglied Wulf-Siegmar Mierke an die Seite der Bürgerinitiative, die den Solarpark am Tongrubenweg verhindern will. Für seinen Antrag, den Flächennutzungsplan unverändert zu lassen, regte sich jedoch keine Hand aus den anderen Fraktionen. Stattdessen votierte die Ausschussmehrheit von CDU, SPD und Grünen geschlossen für die Weiterführung des 2011 begonnenen Planungsverfahrens.

Bildtext:
Ob am Tongrubenweg jemals ein Solarkraftwerk entsteht, ist auch nach der Entscheidung im Stadtentwicklungsausschuss zweifelhaft. Das Foto zeigt einen Solarpark auf dem Gelände der ehemaligen Grube Göttelborn.

Foto:
dpa

Kommentar
Kleine Zumutung

Die Bürgerinitiative hat triumphiert, als sich die Stadtwerke vom Solarpark verabschiedeten. Jetzt stimmt eine breite Mehrheit im Ausschuss überraschend dafür, auch ohne Investor an der Planung festzuhalten. Schwer zu sagen, ob das nun konsequent oder reine Symbolpolitik ist. Einiges spricht dafür, die Pläne nicht einfach aufzugeben. Wo, wenn nicht auf einer alten Mülldeponie, soll denn Platz für eine Freiflächenanlage sein?

Solange sich mit einem Solarpark nur rote Zahlen schreiben lassen, wird am Tongrubenweg nichts geschehen zur Freude der Anwohner, die ihren Blick ins Grüne weiterhin unbeeinträchtigt genießen wollen. Wenn sich die Solar-Rendite aber verbessert und die Stadt den Klimaschutz ernst nimmt, muss sie den Anwohnern diese Sichtbeeinträchtigung zumuten.
Autor:
Rainer Lahmann-Lammert


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