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NUSO-Archiv - Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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aus Zeitung:
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Überschrift:
Rio-Erdgipfel hat der Umwelt geschadet
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Osnabrück. Der Erdgipfel in Rio ist nicht nur wegen seiner unverbindlichen Abschlusserklärung gescheitert, sondern hat selbst nach Informationen unserer Zeitung der Umwelt einen beträchtlichen Schaden zugefügt. Nach einer groben Schätzung der Klimaschutzorganisation " atmosfair" führte die Mammut-Konferenz mit ihren Zigtausenden aus aller Welt angereisten Teilnehmern zu einer Klimawirkung von bis zu vier Tonnen Kohlendioxid (CO 2 ) pro Person. Das sind insgesamt rund 200 000 Tonnen CO 2 . Laut atmosfair entspricht dies den Jahresemissionen von etwa 200 000 Indern oder den CO 2 - Emissionen von etwa 100 000 Mittelklassewagen in einem Jahr bei einer Fahrleistung von 12 000 Kilometern jährlich.
Atmosfair-Geschäftsführer Dietrich Brockhagen liefert noch eine dritte Vergleichszahl: Die durch den Erdgipfel verursachte Klimawirkung ist so viel, wie rund 100 000 Einzelflüge von Berlin nach New York auslösen würden. Brockhagen übt grundsätzlich Kritik an derartigen Riesenkonferenzen: " Dieser Gipfel war überladen. Dabei kann nichts herauskommen." Die Zukunft liege nicht mehr in Mammut-Gipfeln mit generellen Erklärungen. " Stattdessen müssen zum Beispiel führende Stahlländer grenzüberschreitend Regeln für die Stahlindustrie treffen", sagt Brockhagen. Dann vermeide man zugleich Wettbewerbsverzerrungen.
Bundesumweltminister Peter Altmaier (CDU), der mit Entwicklungsminister Dirk Niebel (FDP) Deutschland bei den Verhandlungen vertrat, spricht nach Abschluss der Konferenz von einem " gemischten Bild". Er regt neue Formate internationaler Umweltpolitik an. Zugleich lässt Altmaier kein gutes Haar an Umwelt- und Nichtregierungsorganisationen. Sie hätten konkrete Forderungen für den Rio+ 20-Gipfel erst sehr spät aufgestellt. Das sei eine Enttäuschung für ihn gewesen.
Die Verbände lassen das nicht auf sich sitzen, sprechen ihrerseits vom Versagen der Politik. " Das ist eine Riesenenttäuschung", sagt WWF-Umweltexperte Alois Vedder unserer Zeitung zum Abschluss des Gipfels. Angesichts der atmosfair-Zahlen räumt er ein: " Das ist ein krasses Missverhältnis. Es gibt ein Legitimationsproblem." Besser seien künftig kleinere Gipfel, " die hochwertige Ergebnisse liefern".
Autor:
Klaus Jongebloed


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