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NUSO-Archiv - Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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aus Zeitung:
Inhalt:
Überschrift:
Weitere Hürde für Einkaufszentrum
 
Center-Investoren weitere Flächen weggeschnappt
 
Immobilien-Coup an der Johannisstraße: Reaktionen im Internet
Zwischenüberschrift:
Universität will Gebäudekomplex an der Seminarstraße langfristig weiternutzen
Artikel:
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Originaltext:
Osnabrück. Für das geplante Einkaufszentrum am Neumarkt stehen weitere wichtige Flächen nicht mehr ohne Weiteres zur Verfügung. Das Land hat die Mietverträge für zwei Unigebäude an der Seminarstraße verlängert. Das wurde im Zusammenhang mit dem Immobilien-Coup von L+ T bekannt.

Osnabrück. Das Land Niedersachsen hat für die Uni Osnabrück den Mietvertrag für Gebäude an der Seminarstraße verlängert. Nach Informationen unserer Zeitung sind die langfristigen Verträge für den Komplex der Kunstpädagogen und Sozialwissenschaftler unterzeichnet. Damit stehen wichtige Flächen für eine große Lösung beim Einkaufscenter am Neumarkt nicht mehr ohne Weiteres zur Verfügung.

Das könnte sich für das geplante Center noch zum größeren Problem ausweiten, weil die bisherigen Ratsbeschlüsse eine Voraussetzung beinhalten: Der Investor muss sich die benötigten Flächen sichern.

Dass die Uni einige dieser Flächen weiterbelegen will, sieht Stadtbaurat Wolfgang Griesert nicht als unfreundlichen Akt an. Er hat sogar etwas Verständnis: " Die Uni braucht Planungssicherheit." Wenn es den Investoren gelinge, der Uni Ersatzräume zu bieten, und sie auch mit dem Hauseigentümer einig würden, sei eine Lösung durchaus vorstellbar.

Für Herlinde Fohs, Vorsitzende des Werbekreises Krahnstraßen-Viertel, ist die Verlängerung des Mietvertrages der eigentliche Grund für den derzeitigen Stillstand der Centerplanung und nicht der Erwerb der drei Häuser durch L + T: " Das immerhin 3300 Quadratmeter große Grundstück hatte mfi Essen in seinen Entwürfen unprofessionell in das Center einbezogen, ohne sich vom Eigentümer einen späteren Erwerb zusichern zu lassen. Die heftigen Reaktionen von Olaf Richter und Wolfgang Heemann kann sie nicht verstehen. Die Geschäftsinhaber an der Johannisstraße wüssten nur zu gut, dass ein Neumarktcenter in der geplanten Größe ihre Straße nicht auf-, sondern abwerten würde. Beispiele aus anderen Städten zeigen, dass selbst Geschäfte in der Nähe des Centereingangs Umsatzrückgänge erlitten.

Statt Rauschen zu kritisieren, sollten sie lieber Theodor Bergmann und mfi Essen aufs Korn nehmen, die mit ihren Centerplänen das Stadtzentrum schwer beschädigen würden, ohne für die Johannisstraße eine positive Entwicklung einzuleiten.

Auch Franz-Josef Westerholt, Kaufmann von der Krahnstraße und bei der Initiative " Lebendiges Osnabrück" aktiv, greift Bergmann und mfi an. Statt eines " Mega-Centers" würde ein offenes Center wie die Münster-Arkaden, das in die City eingebunden ist, nicht die Altstadt veröden lassen.

Der Immobilienkauf des Modehauses L+ T an der Johannisstraße wird auf noz.de und der Facebook-Seite der Neuen OZ leidenschaftlich diskutiert.

Hendrik B. nutzt die Gelegenheit, auf noz.de einen Wunsch zu äußern: " Sehr geehrte Familie Rauschen, wenn Sie sich ein Denkmal setzen wollen [...], kaufen Sie die Fläche, auf der ehemals Woolworth stand, und legen Sie einen kleinen Stadtpark mit Café an."

Ohne Ironie kommt

Stefan L. aus. Er schreibt: " Im Zweifelsfall sind mir ortsansässige Eigentümer lieber als auswärtige Spekulanten."

Doch wie viele andere Kommentatoren fürchtet auch
R. Backhaus eine " Allmacht und Allgegenwart von L+ T und den dahinterstehenden Familien". Er meint mit Blick auf eine mögliche Blockade des geplanten Einkaufzentrums am Neumarkt, Familie Rauschen gehe es " ausschließlich darum, Konkurrenten abzuwehren, Neues zu verhindern".

Ganz anders sieht dies Dietmar P. Er ist froh über den Rauschen-Coup: " Der Gebäudekauf ist gut für Osnabrück", schreibt er. " So wird die Zerstörung der Fußgängerzone durch den Bau des XXL-Einkaufscenters hoffentlich verhindert."

Schadenfreude zeigt Tom D.: " Haha ... ich finde es gut von L+ T. Das macht die Sache interessanter. Und wenn sie 1-Euro-Läden verhindern, umso besser!"

Respekt äußert S.F.: " Die Eigentümer von L+ T sind einfach cleverer (als all die anderen)." Karl K. sieht das ähnlich, fordert aber auch mehr Offenheit: "[...] Warum sagt der Rauschen-Clan nicht einfach [...], dass es um wirtschaftliche Interessen und den Erhalt eines Teil-Monopols geht? Da würde einem erfolgreichen Unternehmer doch keiner einen Strick draus drehen."

Auch an der Stadtverwaltung wird Kritik laut. So schreibt eine Facebook-Nutzerin: " Wie kann man denn Entschuldigung so blöd sein und sich die Häuser vor der Nase wegkaufen lassen??!"

Während Hans Otto unserer Zeitung Hofberichterstattung für die Familie Rauschen vorwirft, meint Carsten S., dass man das wirtschaftliche Denken der Familie Rauschen durchaus loben könne, und betont: " Mir ist ein Haus wie L+ T (selbst wenn ich kein klassischer Kunde des Hauses bin) tausendmal lieber als alle H& Ms, Kiks und C& As dieser Welt."

Eine Facebook-Nutzerin bringt es humorvoll auf den Punkt: " Das ist ja wie Monopoly." Und Vic Dorn findet, dass es nun höchste Zeit sei, " unsere geliebte
Hasestadt in " Rauschenbrück" umzutaufen.
Autor:
swa


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