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NUSO-Archiv - Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Inhalt:
Überschrift:
Schulmeister von altem Schrot und Korn
Zwischenüberschrift:
Straßenkunde: Wilhelm Heckermann wohnte einst selbst an der später nach ihm benannten Straße
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Osnabrück. Niemals wird so viel gelogen wie vor der Wahl, nach der Jagd und bei Verabschiedungen, lautet ein flotter Spruch. Bei der Verabschiedung des Rektors Wilhelm Heckermann 1958 schwang in allen Beiträgen allerdings eine echte Dankbarkeit der Schulgemeinschaft und der ganzen Gemeinde Hellern mit. Diesen Eindruck gewinnt man jedenfalls beim Studium der damaligen Würdigungen des " Schulmeisters von altem Schrot und Korn" in der Presse auch mit dem Abstand von 54 Jahren.
Die heutige Wilhelm-Heckermann-Straße trug früher den Namen Erlenhof. Als 1972 die Gemeinde Hellern im Zuge der Gebietsreform wie viele weitere Stadtrandgemeinden auch der Stadt Osnabrück zugeschlagen wurde, waren zahlreiche Umbenennungen fällig. Einerseits, um Dopplungen zu vermeiden, andererseits, um verdienten Bürgern der Altgemeinden ein Denkmal zu setzen. Vielleicht als ein kleiner Ausgleich dafür, dass ein Stück Identität der bis dahin selbstständigen Gemeinwesen unweigerlich verloren gehen musste.
Der alte Erlenhof war eine kleine, beschauliche Wohnstraße, die von der Großen Schulstraße abzweigt. Keine Straße war besser geeignet als diese, den Namen von Wilhelm Heckermann zu tragen. Denn er wohnte selbst bis zu seinem Tode 1970 dort, in Rufweite der Volksschule Hellern, der er von 1920 bis 1958 diente, davon in den letzten 26 Jahren als Rektor.
Heckermann wurde 1893 in Wetter bei Buer (heute Melle) geboren. Er ging durch die harte Schule der königlich-preußischen Lehrerseminare. Wie Ilsetraut Lindemann in ihrer Würdigung schreibt, wurden dabei Tugenden wie Treue und Pflichtbewusstsein tief in ihm verankert, gleichzeitig aber auch die Freude an der pädagogischen Arbeit mit Kindern. Erste berufliche Stationen waren Hasbergen, Bad Essen und Nordhorn, bevor er dann zum 1. April 1920 nach Hellern kam.
Er stammte selbst von einem Bauernhof und fühlte sich deshalb in der Dorfgemeinde Hellern bald so verwurzelt, dass er als Junggeselle seine ganze Freizeit der Heimatforschung widmete. In jahrelanger Kleinarbeit schrieb er die Familiengeschichten der Bauernschaften und einzelnen Höfe auf und bewahrte alte Flurnamen davor, vergessen zu werden. Sie begegnen uns heute in vielen Straßennamen Hellerns, wie etwa Goldbreede oder Am Wiggert. Besonderen Wert haben seine Aufzeichnungen für uns, weil sie die Veränderungen einer früher rein landwirtschaftlich geprägten Region hin zu einem mehr und mehr verstädterten Wohnvorort Osnabrücks deutlich erkennen lassen. Wilhelm Heckermanns Aufzeichnungen sind als wichtigste Quelle in die Ortschronik Hellern eingegangen, die Fritz Meyer-Waldheim 1972 herausgab und dem großen Heimatforscher widmete.

Alle Beiträge
der Serie auf www.noz.de/ stadtteilserie

Bildtexte:
Aus dem Erlenhof in Hellern wurde 1972 die Wilhelm-Heckermann-Straße. Sie ist benannt nach dem langjährigen Rektor der Volksschule. Das kleine Foto zeigt ihn bei seiner Verabschiedung 1958.

Fotos:
Joachim Dierks
privat
Autor:
Joachim Dierks


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