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NUSO-Archiv - Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Inhalt:
Überschrift:
"Ohne Technik werden wir nicht auskommen"
Zwischenüberschrift:
Prof. Michael F. Jischa spricht heute im Botanischen Garten über Zukunftsfragen.
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Osnabrück. Klimawandel, Bevölkerungsexplosion, Nahrungsmittelknappheit lässt sich die Welt mit besserer Technik retten? " Wir haben gar keine andere Chance", sagt Prof. Dr. Michael F. Jischa, der Ehrenvorsitzende der Deutschen Gesellschaft des Club of Rome. Heute spricht er um 20 Uhr im Bohnenkamphaus des Botanischen Gartens. Der Vortrag ist öffentlich, der Eintritt frei.
Michael F. Jischa ist 75, schon vor zehn Jahren wurde er von der Technischen Universität Clausthal emeritiert. Seitdem widmet er sich noch intensiver als zuvor seinen Publikationen. Zurzeit schreibt er an einem Buch über die Dynamik von Prozessen in Natur und Technik. So vergleicht er die Vorgänge in einem überfischten Gewässer mit denen in einem chemischen Reaktor.
Technikbewertung ist für Jischa seit 20 Jahren das große Thema. Damit hat er sich für den Club of Rome empfohlen, der sich den Zukunftsfragen der Menschheit verpflichtet fühlt. Er berief den Clausthaler Professor an die Spitze seiner deutschen Sektion.
Jischas berufliche Karriere begann mit einer Lehre als Kfz-Handwerker, anschließend studierte er Flugzeug- und Kraftfahrzeugbau, später auch Maschinenbau. Als Professor für Strömungsmechanik und Technische Mechanik war er unter anderem in Bochum, Essen und Clausthal tätig, Gastprofessuren führten ihn nach Haifa, Marseille, Schanghai und Danzig.
In Osnabrück spricht Jischa auf einer Saatguttagung, die Prof. Sabine Zachgo, die Leiterin des Botanischen Gartens, organisiert hat. Eine seiner zentralen Aussagen lautet: " Wir werden unsere Essgewohnheiten verändern müssen." Er wolle zwar nicht alle Menschen zu Vegetariern machen, aber Fleisch werde sich zum Luxusgut entwickeln, weil seine Erzeugung ein Mehrfaches an Nahrung erfordert als eine fleischlose Kost. Schon heute zeichne sich ein Kampf um die Quellen der Ernährung, um Boden und Wasser ab. Ackerland werde zum Spekulationsobjekt.
Der Wissenschaftler mit dem Rauschebart hält es für einen Fehler, dass die Agrarforschung in den vergangenen Jahrzehnten zurückgefahren wurde: " Ohne Technik werden wir nicht auskommen", denn die Agrarfläche lasse sich nur marginal vergrößern. Auch die Gentechnik ist für Jischa kein Tabu. In seinem Vortrag will er sich nicht zum Befürworter aufschwingen. Sein Plädoyer zielt auf ein globales Landnutzungsmanagement ab, auf eine " Agrarwirtschaft, die mit den modernen Elementen der Biologie arbeitet".
In Osnabrück war Jischa schon häufiger. Die Stadt findet er " sympathisch". Zweimal saß er in der Jury für den Umweltpreis der Deutschen Bundesstiftung Umwelt. " Ich liebe Städte dieser Größenordnung", sagt der Wissenschaftler: " Sie haben eine sehr viel größere Lebensqualität als Großstädte, bieten alles, was eine Stadt braucht und haben den Vorzug, überschaubar zu sein."

Bildtext:
Prof. Michael F. Jischa, TU Clausthal.

Foto:
Jens Schulze
Autor:
rll


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