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NUSO-Archiv - Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Inhalt:
Überschrift:
800 Jahre jüdisches Leben in Osnabrück.
Zwischenüberschrift:
Neue Dauerausstellung in der Synagoge soll informieren und Vorurteilen entgegenwirken.
Artikel:
Kleinbild
 
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Originaltext:
Osnabrück. " Jüdisches Leben in Osnabrück vom Mittelalter bis heute" lautet der Titel einer neu eröffneten Dauerausstellung in der Osnabrücker Synagoge an der Straße In der Barlage. Wichtige Ereignisse einer 800-jährigen Geschichte finden sich auf zwölf Schautafeln wieder.
Dass es überhaupt Menschen jüdischen Glaubens im mittelalterlichen Osnabrück gab, ist erst auf einem Umweg bekannt geworden: Ein Meldeverzeichnis in Köln verzeichnet 1260 die Ankunft von Juden aus Osnabrück. Sichtbar wird auf den großformatigen Tafeln der Ausstellung unter anderem, wie für Juden lange Zeit Ausnahmeregeln, ja eigene Gesetze galten.
Fortschritte bis hin zu einer Gleichstellung gab es erst im 19. Jahrhundert. Allerdings nur für kurze Zeit: Im Ersten Weltkrieg starben jüdische Männer noch als Soldaten für ein Vaterland, das nur 20 Jahre später damit begann, Juden auszugrenzen, zu deportieren und zu vernichten. Ein lokaler Bezug zum Holocaust stellt sich in der Exposition durch Namen, Fotos und Zeugenberichte von Osnabrückern her. " Sie waren deutsch, deutsch und noch mal deutsch und dann erst waren sie Juden." So hat Ewald Aul, der langjährige Vorsitzende der jüdischen Gemeinde, das Selbstverständnis der meisten seiner Glaubensbrüder und - schwestern für die Jahre bis 1945 formuliert.
Die Ausstellung endet nicht mit dem Zivilisationsbruch der Deutschen während der nationalsozialistischen Zeit. Auch die Entwicklung der Gemeinde nach der Schoah wird präsentiert, ihr Leben heute, indem etwa die wichtigsten jüdischen Glaubensetappen und Feiertage benannt werden.
Konzipiert hat die Ausstellung Tilda Bachmendo, Kulturbeauftragte der jüdischen Gemeinde. " Nach der Neugestaltung der Synagoge vor zwei Jahren fehlte mir Inhalt an den leeren Wänden", erklärt sie. Sie las die relevante Literatur, verbrachte viele Stunden in Archiven, sichtete Dokumente.
Die nun präsentierte Geschichte versteht Bachmendo nicht als Selbstvergewisserung jüdischen Lebens in Osnabrück. Die Ausstellung wolle vielmehr wirken auch angesichts beunruhigender Berichte, nach denen in der Gesellschaft noch immer erheblicher Antisemitismus verwurzelt ist. Um Vorurteilen entgegenzuwirken, die sich laut Bachmendo verstärkt im Kindesalter entwickel", soll es zu den Tafeln künftig ein Begleitprogramm geben. " Damit können Schüler untereinander Führungen anbieten oder das Material für Projekte nutzen."
Die Dauerausstellung ist nur innerhalb von Gruppenführungen zu besichtigen. Kontakt unter Tel. 05 41/ 4 84 20.

Bildtext:
Tilda Bachmendo ist Kulturbeauftragte der jüdischen Gemeinde Osnabrück. Sie hat die Ausstellung " Jüdisches Leben in Osnabrück" konzipiert.

Foto:
Stefan Buchholz

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Unsere freiheitliche Gesellschaft ist stark genug, die Salafisten-Propaganda auszuhalten. Denn die Koran-Aktion wird von öffentlichen und medialen Diskussionen begleitet, die die Hassideologie als solche entlarven. Dabei verdient die Stellungnahme des Runden Tisches der Religionen in Osnabrück besondere Beachtung. Der Gesprächskreis von Muslimen, Christen und Juden warnt vor dem Steinzeit-Islam der Salafisten und verteidigt zugleich die Religions-und Meinungsfreiheit. Genau beobachten, noch mehr aufklären und weniger aufregen mit dieser Devise gibt der Runde Tisch die richtige Antwort auf die Salafisten-Aktion.

Autor:
Alexandra Blum


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