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NUSO-Archiv - Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Inhalt:
Überschrift:
Dem Fahrrad gehört die Zukunft
Zwischenüberschrift:
Zum Interview mit Peter Ramsauer, Bundesverkehrsminister. (Ausgabe vom 10. April).
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
" Bundesverkehrsminister Ramsauer gehört mit seinem Vorstoß, gegen sogenannte Kampf-Radler′ vorzugehen, eine , schallende Ohrfeige′ verpasst. Die vorbildlich radelnde Bevölkerung soll hier mit in den Verruf des permanenten Verkehrsverstoßes gebracht werden. Radler bringen einen Beitrag zum Klimaschutz, halten durch ihre Fitness die Krankheitskosten niedrig und bringen einen Beitrag zur zukünftigen nachhaltigen Verkehrspolitik. Denn: Das Fahrrad ist das Fortbewegungsmittel der Zukunft!

Anstatt hier auf die Radfahrer einzudreschen, sollten die Autofahrer entsprechend erzogen werden. Folgende Verkehrsverstöße der Auto fahrenden Bevölkerungen kann man tagtäglich beobachten: Fahrradwege werden von Autos zugeparkt, die Vorfahrt wird genommen, der Fahrradfahrer wird an den Straßenrand abgedrängt genötigt, oder der Fahrradfahrer wird einfach riskant überholt. Die Straßenverkehrsordnung berücksichtigt oft nur den Vorteil für den Pkw-Verkehr. Was wir brauchen, ist die Umsetzung eines nationalen Radverkehrsplans, der den Radverkehr stärker in den Vordergrund stellt."

Tobias Demircioglu

Georgsmarienhütte

" Es gibt Fahrradfahrer, die Verkehrsregeln missachten und dabei sich und andere gefährden. Völlig unangemessen ist es aber, von einer Verrohung der Kampfradler′ zu sprechen, wie es Verkehrsminister Ramsauer tut. Auch der Interviewer spricht von , Fahrradrambos′. So schürt man ein primitives Feindbild und Aggressionen im Straßenverkehr. , Kampfradler′ ist mein Vorschlag für das Unwort des Jahres. Festzuhalten bleibt, dass Fahrradfahrer im Straßenverkehr äußerst ungeschützt sind.

Tragische Todesfälle gerade auch in Osnabrück belegen das immer wieder. Wann endlich wird an allen Ampeln Platz für Fahrräder vor den Autos geschaffen? Wie viel Geld wird für den weiteren Ausbau von Fahrradwegen zur Verfügung gestellt? Dazu hätte ich gerne Antworten vom Verkehrsminister. Das Fahrrad als äußerst umweltschonendes Verkehrsmittel müsste viel stärker gefördert werden! Ich denke sogar, dass manche Verkehrsregeln für Fahrradfahrer einfach unsinnig sind. An vielen Ampeln könnte ohne Weiteres auch bei Rot ein Rechtsabbiegen für Fahrräder erlaubt sein. Ich jedenfalls setze jetzt meinen Helm auf, lade meine Luftpumpe und werde als Kampfradler und Rambo mein Unwesen auf den Osnabrücker Straßen treiben."

Alexander Buhmann

Osnabrück

" Erwartungsgemäß versucht der , ADFC-Rechtsreferent′ und Lobbyist Roland Huhn die empörte Kritik Peter Ramsauers an den Kampf-Radlern′ kleinzureden. Doch dessen Kritik an den , Fahrradrowdys′ ist selbst in dieser Härte leider nur zu berechtigt. Das trifft auf Berlin zu, auf Münster, auf unzählige andere Städte in Deutschland und ganz sicher in steigendem Maß auch auf Osnabrück. Permanente Übergriffe und oft dreiste Regelbrüche zahlloser Radler/ - innen jeden Alters ab zehn Jahren sind auch in unserer Stadt inzwischen selbstverständliche, leidvolle Alltagserfahrung. Besonders darunter zu leiden haben die Fußgänger: Gehwege jeder Art wie Ampelübergänge, Passagen in Fußgängerzonen, Bürgersteige, Trottoirs direkt vor Hauseingängen, Eisdielen, Cafés, Restaurants, Geschäften werden von Radler/- innen ohne jede Hemmung und Unrechtsbewusstsein ständig in Radwege umfunktioniert.

Und das keineswegs von einem zu bagatellisierenden , Bodensatz′ (R. Huhn), sondern von einer selbstherrlich den Verkehrsregeln und der gegenseitigen Rücksichtnahme Hohn sprechenden, respektlosen Radlermehrheit. Die Osnabrücker Polizei scheint mittlerweile nicht mehr die Augen verschließen zu wollen vor dieser hochriskanten Problemgruppe der Verkehrsteilnehmer. Die ideologisch einäugige städtische Politik sollte sich ihrerseits der schlimmen Realität endlich stellen. Und für die Fußgänger in unserer Stadt wird es höchste Zeit, gegenüber ihren Bedrängern . . . Zivilcourage zu entwickeln."

Dieter Beck

Osnabrück

Bildtext:
Die Fahrradsaison ist eröffnet und damit auch der Streit zwischen Radfahrern und Autofahrern über ein verantwortungsbewusstes Miteinander im Straßenverkehr.

Foto:
dpa
Autor:
Tobias Demircioglu, Alexander Buhmann, Dieter Beck


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