User Online: 1 | Timeout: 20:33Uhr ⟳ | Ihre Anmerkungen | NUSO | Info | Auswahl | Ende | AAA  Mobil →
NUSO-Archiv - Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
Datensätze des Ergebnis
Suche: Auswahl zeigen
Treffer:1
Sortierungen:
Anfang der Liste Ende der Liste
1. 
(Korrektur)Anmerkung zu einem Zeitungsartikel per email Dieses Objekt in Ihre Merkliste aufnehmen (Cookies erlauben!)
Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Inhalt:
Überschrift:
Wachrütteln für Natur und Handwerk.
Zwischenüberschrift:
Jugendwerkstatt und Umweltbildung stehen im Lernstandort Noller Schlucht vorne an.
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Dissen. Null Bock auf Schule. Null Bock auf Arbeit. Obwohl die Jugendarbeits losigkeit im Landkreis Osnabrück gesunken ist, ist die Jugendwerkstatt in der Noller Schlucht noch die größte Abteilung des Lernstandortes. Doch auch fitte Schüler können in Nolle ihr Umweltbewusstsein stärken.
Wer im Regelschulsystem gescheitert ist, kann in Nolle die Schulpflicht für die Sekundarbereich I und II nachholen und erfüllen. Denn in der Regel ist Pädagogik besser als Strafe. Weg von der Regelschule heißt die Devise in Nolle für Jugendliche mit Lernschwäche. Natürlich gibt es auch einige Kernfächer wie Rechnen, Deutsch und Biologie. Hinzu kommen die Nebenfächer Sport, Technik mit Werkunterricht und Sozialpädagogik. Doch auch hier werden Brücken zu den Kernfächern gebaut. So gilt es zum Beispiel beim Bau von Nisthilfen, den Bedarf an Holz zu berechnen.
Im handwerklichen Bereich gibt es keine direkte Ausbildung im Lernstandort, lediglich Grundfertigkeiten werden vermittelt. Und da spielt der Umgang mit Holz eine große Rolle. Überwiegend Nistkästen, Bienenumzugskästen, Schleiereulenkästen und Steinkauzröhren werden in der Tischlerei gefertigt.
Diese gehen auch in den Verkauf, ebenso wie die in Nolle entwickelten Baumelbänke mit erhöhter Sitzfläche aus Massivholz, die von vielen Kommunen in ganz Deutschland gerne erworben werden. Daneben werden auch Tische und Schränke gefertigt, vorwiegend für den Eigenbedarf. Denn es fehlt an zuverlässiger Mitarbeit. So sind Aufträge mit Ansprüchen nur sehr schwer durchführbar.
Für den Beruf des Malers, Elektrikers oder Maurers werden lediglich Grundfertigkeiten vermittelt. Sie sollen zum eigentlichen Erlernen eines Handwerks anregen. Das gilt auch im Bereich des Metallbaus. Ein alter Unimog muss instand gehalten werden, und die Anfertigung von Zäunen, Rolltoren und anderen Gegenständen ist für den Eigenbedarf in Nolle bestimmt.
Im Bereich Garten und Landwirtschaft spielen Natur und Umwelt eine große Rolle. Die Pflege von Gartenanlagen wird allerdings nur rund um den Lernstandort durchgeführt.
Hauswirtschaft
Ein weiterer Schwerpunkt des Lernstandortes ist die Hauswirtschaft. Hier lernen die Jugendlichen alles Wissenswerte rund um die Küche, vom preisbewusst kalkulierten Einkauf über die Zubereitung einer Mahlzeit bis zum Abwasch. Für manche Jugendliche, besonders die männlichen, eine ganz neue Erfahrung.
Geschäftsführer Derk van Berkum betont, dass nie das Produkt an erster Stelle stehe, sondern immer die Bildung. Die Jugendlichen entstammten in der Regel der heutigen Fernsehgeneration" und seien in Netzwerken firm. So würden Probleme über digitale Welten dis kutiert. Doch die reale Welt sei weit entfernt. Um hier klarzukommen, müsse die Persönlichkeit gestärkt werden.
Neben der Jugendwerkstatt sind die Umweltbildung und die pädagogische Abfallberatung die Kernaufgaben des Lernstandortes Noller Schlucht, der inzwischen 26 Jahre besteht. Hier wird das gemacht, was die Schule nicht vermitteln kann. Die Kinder gehen hinaus in die Natur, erleben den Noller Bach und den Wald drum herum. Und das Wasser im Bach hat eine so hohe Güte, dass die Kinder, die hier ei nige Tage verbringen, Tiere kennenlernen, die sie sonst nicht zu sehen bekommen.
Wie van Berkum erläutert, fehlt den Kindern, die hier einen kleinen Einblick in die Natur erhalten, inzwischen vielfach der Bezug zur Landwirtschaft. Viele Tiere und Pflanzen seien unbekannt.
Die Kinder erfahren aber auch, dass die Natur keine Abfälle kennt. Denn das Laub, das im Herbst von den Bäumen fällt, wandelt sich von selbst in wertvollen Humus um. Abfälle werden durch unsere Konsumgesellschaft erzeugt.
Schmuck aus Kronkorken
Aber auch hier kann man einen Bogen schlagen und die Natur als Vorbild nehmen. So wird in Arbeitsgruppen aus altem Papier neues hergestellt, oder aus Kronkorken Schmuck und aus Stoffresten oder Draht Dinge, die die Kreativität fördern. Hier arbeitet der Lernstandort auch mit Künstlern zusammen.
Dass Umweltbildung und Klimaschutz zentrale Schwerpunkte des Lernstandortes Noller Schlucht sind, zeigt auch das Projekt jugend denkt um.welt", dessen Träger der Lernstandort ist. Hier werden immer wieder junge Menschen zu Klimabotschaftern ausgebildet.
Der Lernstandort wird von vielen Seiten gefördert: durch EU-Mittel, vom Land, vom Landkreis oder auch durch die Stadt Dissen. Da die Mittel aber immer nur gezielt für einzelne Projekte zur Verfügung stehen, lebt der Lernstandort Noller Schlucht trotzdem sozusagen von der Hand in den Mund. Denn finanzielle Vorräte lassen sich nicht anlegen. So ist auch eine langfristige Planung nicht möglich. Die Schaffung eines Qualitätsmanagements soll aber auf jeden Fall den Lernstandort zukunftsfähig machen, so van Berkum.

Bildtext:
Umweltbildung: Junge Forscher nahmen bei den Ferienspielen 2007 Siebe als Kescher zur Hand, um Tiere im Noller Bach zu beobachten.

Foto:

Archiv/ Ropers
Autor:
hs


Anfang der Liste Ende der Liste