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NUSO-Archiv - Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Inhalt:
Überschrift:
Osnabrücks Steuersünder müssen zittern
Zwischenüberschrift:
Neuer OZ liegt umfangreiche Datensammlung vor – Prominente Namen, hohe Summen
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Osnabrück. Der Redaktion der Neuen OZ ist eine CD-ROM zugespielt worden, die 300 Namen von Osnabrücker Steuerzahlern enthält, die offenbar Gelder in Millionenhöhe am Fiskus vorbei auf Auslandskonten geschleust haben. Steuerexperten schätzen, dass den Finanzämtern Stadt und und Land so seit 1990 Steuern in Höhe von 157 Millionen Euro entgangen sind. Sämtliche Daten sind ab sofort im Internet unter www.neue-oz.de einzusehen.
Von Dietmar Kröger
Osnabrück. Der erste kleine, glänzende Silberling mit hochexplosivem Inhalt lag bereits vor rund drei Wochen in der Redaktionspost. Ein Begleitschreiben wies den Datenträger als " Kostprobe" einer wesentlich umfangreicheren Sammlung mit Steuersündern aus der Stadt und dem Osnabrücker Umland aus. Der anonyme Absender wolle sich wieder melden, hieß es weiter.
Was zunächst wie ein Scherz klang, entpuppte sich bei näherem Hinsehen als lokalpolitisch höchst brisanter Stoff. Viele unbekannte, aber auch etliche in Stadt und Landkreis wohlbekannte Namen tauchten auf dem Monitor auf. Die Zahlen hinter den Namen lassen darauf schließen, dass die Kontoinhaber in den Jahren von 1990 bis 2009 Überweisungen in unterschiedlicher Höhe auf Schwarzgeldkonten in Steueroasen wie der Schweiz und Liechtenstein, aber auch auf die Bahamas und die britische Kanalinsel Guernsey getätigt haben.
Drei Tage nach dem obskuren Posteingang meldete sich der bis dato anonyme Absender telefonisch in der Lokalredaktion am Breiten Gang. Ob die Probe denn Lust auf mehr geweckt habe, wollte der Anrufer wissen. Bei einem Treffen in einem Osnabrücker Café, an dem neben dem verantwortlichen Redakteur auch der Justiziar des Medienhauses Neue OZ sowie Vertreter der Staatsanwaltschaft und der Finanzbehörden teilnahmen, wurde der komplette Datensatz mit den Osnabrücker Steuersündern überreicht. " Wir können davon ausgehen, dass das uns vorgelegte Material authentisch ist", sagte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft nach einer ersten Prüfung.
Der Informant könne als glaubwürdig eingeschätzt werden, räumte die Staatsanwaltschaft erste Bedenken an der Echtheit der Datensammlung aus. Zunächst hatte der Umstand, dass die CD Daten nahezu aller Osnabrücker Banken enthielt, noch für Skepsis gesorgt. Der Informant war bis Ende letzten Jahres als Systemtechniker eines auf Bankgeschäfte spezialisierten Providers im Landkreis tätig. Die große Mehrheit der Osnabrücker Bankhäuser arbeitet mit diesem Provider zusammen, sodass der 59-jährige Zugriff auf die Datenbanken aller größeren Kreditinstitute in der Hasestadt hatte.
Die komplette Datensammlung wird nach Einschätzung von Experten eine Prozesslawine nicht gekannten Ausmaßes nach sich ziehen. Nicht nur die 300 Namen und die zugehörigen Kontoverbindungen liefert die CD sie weist auch sämtliche Transfers von diesen Konten auf Auslandskonten nach. Einem Prozess könne nur entgehen, wer umgehend zum Mittel der Selbstanzeige greift, so die Vorstände der beiden Finananzämter.
Das Medienhaus Neue OZ hat sich nach eingehender Beratung dazu entschlossen, die Daten der CD-ROM zu veröffentlichen. Da der Umfang den Rahmen der gedruckten Zeitung sprengen würde, ist die komplette Sammlung der Osnabrücker Steuersünder ab sofort im Internet einzusehen.
Osnabrücks Steuersünder finden Sie unter
www.neue-oz.de

Bildtext:
Der brisante Datenträger ist eine handelsübliche CD-ROM der Marke " Silver Circle". Der Informant, ein 59-jähriger Systemtechniker, hat sie mit den Logos der Stadt und des Landkreises sowie dem Wappen des Landes beklebt.

Foto:
Michael Hehmann
Autor:
Dietmar Kröger


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