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NUSO-Archiv - Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Inhalt:
Überschrift:
Migration soll Bereicherung sein
Zwischenüberschrift:
Frauen unterschiedlicher Kulturen diskutieren im muslimischen Erzählcafé
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Osnabrück. Die Frauen der Ahmadiyya-Muslim-Jamaat-Gemeinde Osnabrück haben den Internationalen Frauentag in der vergangenen Woche zum Anlass genommen, um zu einem Erzählcafé einzuladen. Frauen unterschiedlicher Herkunft, verschiedener Konfessionen und Altersstufen erhielten die Gelegenheit, sich bei Kaffee, Tee und Kuchen auszutauschen, gegenseitig kennenzulernen und mehr über den Alltag muslimischer Frauen zu erfahren.

Zum Einstieg in das Thema lud Tahira Azis drei Frauen ein, über ihre Erfahrungen als Muslima beziehungsweise mit Muslimen zu berichten: ihre 18-jährige Schwester Nasira Azis, die dieses Jahr ihr Abitur machen wird, Sabina Ortland, die als Dialogbeauftragte bei der Polizeidirektion arbeitet und selbst einige Zeit in der Türkei gelebt hat, und die Inderin Sarah John, eine Christin, die mit ihrem Mann unter anderem in England, Berlin und Indien lebte, bevor sie 1995 nach Bad Rothenfelde zog.

Sowohl in den kurzen Berichten der drei Frauen als auch im anschließenden Gespräch kamen einige Themenfelder immer wieder zur Sprache. Zum Beispiel das Kopftuch. Der Tenor des Abends: Viele muslimische Frauen würden vor die Wahl gestellt: Kopftuch oder Beruf. " Das Problem dabei ist, dass das Kopftuch meist als politisches Statement angesehen wird und nicht als religiöses Zeichen wie beispielsweise eine Kette mit einem Kreuz", so Jurastudentin Tahira Azis, die sich nach ihrem Abschluss wohl ebenfalls entscheiden muss: Kopftuch oder ein Job als Richterin oder Anwältin.

Dabei fühle sie sich ebenso wie ihre Schwester als Deutsche. Allerdings möchten beide ihre Wurzeln nicht vergessen und empfinden diese auch durchaus als Vorteil nicht nur, weil sie mehrsprachig aufgewachsen sind. " Ich glaube, dass sich beide Kulturen recht gut miteinander vereinbaren lassen", erklärte Nasira Azis, deren Eltern aus Pakistan nach Deutschland kamen.

Hier pflichtet Ortland bei: " Es gibt immer mehr Berufe, wo es von Vorteil ist, wenn man einen Migrationshintergrund hat." Ihre Position gehöre im Übrigen auch dazu, und mit Blick auf ihre Zeit in der Türkei berichtete sie: " Ich bin immer im Blickfeld gewesen und als andersartig aufgefallen." Außerdem habe sie immer wieder gedacht: " Jetzt bist du angekommen, aber dann habe ich mich doch wieder ausgeschlossen gefühlt." Heimat sei für sie daher dort, wo man sich nicht mehr erklären müsse.

Generell waren sich die Frauen einig: Wer selbst im Ausland gelebt habe, sei meistens toleranter und offener im Umgang mit Migranten. " Man merkt sofort, wenn das Gegenüber mindestens ein, zwei Jahre im Ausland war", bestätigte auch John. Dennoch müsse man als Migrant immer 150 bis 200 Prozent geben. " Das ist so, ganz besonders in Deutschland", so die gebürtige Inderin.

Außerdem waren alle der Meinung, Integration sei dann gelungen sei, wenn man Migranten nicht nur dulden würde, sondern sie als Bereicherung empfinde. " Wir können voneinander und der Andersartigkeit des anderen profitieren", brachte John diesen Aspekt auf den Punkt.

Bildtext:
Im Haus der Jugend diskutierten Frauen unterschiedlicher Herkunft und Konfession, um mehr über den Alltag muslimischer Frauen zu erfahren.

Foto:
Hermann Pentermann
Autor:
Claudia Sarrazin


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