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NUSO-Archiv - Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Inhalt:
Überschrift:
Einkaufszentrum: Rat zieht die Grenzen
Zwischenüberschrift:
Morgen Entscheidung über maximale Größe am Neumarkt – Center-Gegner schreiben an Politiker
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Osnabrück. Der Stadtrat erreicht einen Meilenstein in der Planung eines Einkaufscenters am Neumarkt: In der morgigen Sitzung wird über maximale Größe und Sortimente entschieden. Die centerkritische Initiative " Lebendiges Osnabrück" hat in einem Brief an alle Ratsmitglieder vor einer Fehlentscheidung gewarnt und zu einzelnen Thesen des Investors und der Center befürworter kritisch Stellung genommen.
Ende Februar hatten die Projektentwickler von mfi aus Essen mit 60 Einzelhändlern und Immobilienbesitzern aus der Innenstadt über das geplante Center diskutiert. Die Kaufleute, die sich in der Initiative " Lebendiges Osnabrück" zusammengeschlossen haben, blieben auch danach skeptisch. Der mfi-Entwurf enthalte " alle klassischen städtebaulichen Fehler". Das Center würde nicht in die gewachsene Kernstadt integriert, verfüge nur über einen " Punktkontakt" mit der Fußgängerzone, wäre mit 22 800 Quadratmetern Verkaufsfläche zu groß und hätte eine nach innen gerichtete, geschlossene Architektur. Die Initiative der Kaufmannschaft appelliert an den Rat, ein kleines Center mit maximal 18 000 Quadratmetern Verkaufsfläche zu prüfen. Mit der Multi Development GmbH, die die Kamp Promenade betreibt, stünde nach Angaben der Initiative ein Investor bereit.
Die Kritiker setzen sich in einem vierseitigen Brief, den sie an alle Ratsmitglieder verschickten, mit den wichtigsten Thesen des Investors mfi und der Center-Befürworter auseinander.
These 1: Das Center wird zusätzliche Besucher und Kaufkraft aus dem Umland anziehen.
Antwort der Initiative: Diese " immer wieder als Zentralargument strapazierte These" sei unbewiesen. Vielmehr zeige eine neue, noch nicht veröffentlichte Studie der Uni Hamburg, dass neue Center lediglich zu einer Umverteilung der Passantenströme und Umsätze führten.
These 2: Der Versorgungsbereich Johannisstraße braucht eine Stärkung und Aufwertung.
Antwort: Die Johannisstraße sei kein zentraler Versorgungsbereich. Die hohen Passantenfrequenzen ergäben sich vor allem aus Schülern und anderen Buskunden. Das Center würde außerdem Teile der Johannisstraße (zum Beispiel Sinn Leffers) schwächen.
These 3: Im Center werden sich Geschäfte ansiedeln, die es in Osnabrück bislang nicht gibt.
Antwort: Die Liste der Mieter in den von mfi betriebenen Centern zeige, dass in 16 Einzelhandelsbranchen " gehäuft diejenigen Filialisten angetroffen werden, die bereits in der Osnabrücker Innenstadt vertreten sind".
These 4: Die mfi-Center in Berlin und Erlangen beweisen, dass Besucherströme durch ein Center geleitet werden können, ohne dass in der Haupteinkaufsstraße Frequenzverluste entstehen.
Antwort: Die Beispiele seien mit Osnabrück nicht vergleichbar, weil der Neumarkt am Rande der Fußgängerzone liege. Außerdem sei die Osnabrücker Einkaufszone schon heute sehr lang gezogen und würde durch ein Center am Neumarkt " überdehnt".
These 5: Die Arcaden am Neumarkt öffnen sich zur Innenstadt.
Antwort: Der bisher bekannte Entwurf entspreche eher dem eines " klassischen geschlossenen Centers" mit einem Haupt- und einem Nebeneingang. Die geplanten zusätzlichen Außentüren der Geschäfte werden nach Meinung der Initiative aus praktischen Gründen " immer geschlossen bleiben".
These 6: Das zusätzliche Flächenangebot wird die überhöhten Innenstadtmieten drücken und die Ansiedlung innovativer Konzepte ermöglichen.
Antwort: Die Mieten werden parallel zu den Umsätzen sinken. Neuansiedlungen innovativer Geschäfte werden deshalb nicht leichter. Die Interessenten werden die gleichen Bedingungen vorfinden.
These 7: Für ein kleines Center mit etwa 18 000 Quadratmetern Verkaufsfläche findet sich kein Investor.
Antwort. Die Sorge sei unbegründet. Die Initiative hat nach eigenen Angaben Kontakt mit anderen Entwicklern aufgenommen. Demnach hätten Multi Development und auch der portugiesische Center-Betreiber Sonae Sierra (der die Münster-Arkaden entwickelt hat) Interesse signalisiert, falls mfi in Osnabrück aussteige.
Stadtrat, Dienstag, ab 17 Uhr, Rathaus. Der Neumarkt steht unter dem 6. Tagesordnungspunkt.

Bildtext:
Der Neumarkt: Morgen entscheidet der Rat über die maximale Größe des geplanten Einkaufszentrums.

Foto:
Gert Westdörp
Autor:
Wilfried Hinrichs


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