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NUSO-Archiv - Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Inhalt:
Überschrift:
Osnabrück im Zeitalter Napoleons
Zwischenüberschrift:
Der "Code Napoleon", das französische Gesetzbuch, galt auch für Osnabrück
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Osnabrück. In der napoleonischen Zeit geriet Osnabrück zeitweise unter französischen Einfluss. Kamen mit Napoléon " Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit" in die Residenz des alten Fürstbistums? Zunächst verlor die Stadt Osnabrück ihre historischen Stadtrechte. Das kommunale Recht wurde den französischen Verwaltungsstandards angepasst. Dafür erhielten die Einwohner den gleichen bürgerlichen Status und wurden zu Bürgern des neuen Staatsgebietes.
Seit der Zugehörigkeit zum Königreich Westfalen 1807, das Jérôme, der Bruder Napoléons, von Kassel aus regierte, galt der Code Napoléon. Damit kam das, was von der Revolution noch übrig geblieben war, auch nach Osnabrück. Standesvorrechte wurden abgeschafft. Alle Einwohner erhielten Verfassungsrechte: Gleichheit und Freiheit der Person, die allgemeine Gewerbefreiheit und das Recht auf freie Religionsausübung.
Davon profitierten insbesondere die Juden in der Region. Seit Beginn des 15. Jahrhunderts hatten sie sich in Osnabrück nicht mehr ansiedeln dürfen. Nur die für den Viehhandel unentbehrlichen durchreisenden Händler waren unter strengen Auflagen geduldet gewesen. Erst die unter Napoléon eingeführten Reformen und die durch die Besatzung erzwungene Gleichstellung mit den Christen ermöglichten es vereinzelt jüdischen Familien, sich anzusiedeln.
Das Erbe der Französischen Revolution von 1789 hatte jedoch einen schlechten Stand. Das Echo war geteilt. Handwerker sahen mit der Gewerbefreiheit ihr Auskommen gefährdet. Mit den Reformen gingen höhere Steuern einher.
Zudem ergaben sich aus der Expansionspolitik Napoléons Belastungen durch Truppeneinquartierungen und drakonische Rekrutierungen. Viele junge Männer desertierten. Die verschlechterten Lebensbedingungen führten zu Protesten und Aufständen, die durch die Verhängung des Ausnahmezustandes unterbunden wurden. Mit den französischen Niederlagen 1813 bei Leipzig und 1815 bei Waterloo endete Napoléons Imperialpolitik. In Osnabrück wurden die alten Verwaltungsstrukturen weitgehend wieder eingeführt.
Trotzdem: Auch wenn mit dem Abzug der Franzosen zunächst wieder eine Zeit der Restauration eintrat, so waren doch in vielem die Weichen gestellt worden so etwa für die Emanzipation der jüdischen Bevölkerung in Deutschland.
Napoléons Gesetzbuch ist in einer Vitrine des Kulturgeschichtlichen Museums zu sehen. Der Titel weist es aus als " Einzig officielle Ausgabe für das Königreich Westphalen", gedruckt in Straßburg " bey S. G. Levrault in der Judengasse, Nro. 33, 1808"

Bildtext:
Napoleons Gesetzbuch im Museum: Der Titel weist die Sammlung als " Einzig officielle Ausgabe für das Königreich Westphalen" aus.

Foto:
Klaus Lindemann
Autor:
Thorsten Heese


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