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NUSO-Archiv - Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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aus Zeitung:
Inhalt:
Überschrift:
160 Anmeldungen für 30 Kita-Plätze
Zwischenüberschrift:
Vermarktung der Briten-Wohnungen schafft neue Probleme
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Osnabrück. Die überraschend schnelle Vermarktung der Briten-Wohnungen schafft Probleme. Vor allem im Stadtteil Dodesheide fehlt es an Betreuungsplätzen für Kinder. Der Kindertagesstätte Heilig Geist zum Beispiel liegen 160 Anmeldungen vor für 30 Plätze.
Der Mangel ist nicht neu. " Wir hatten immer schon Wartelisten", sagt Anke Müller, Leiterin der Thomas-Kindertagesstätte in der ehemaligen Kaserne am Limberg. Der Zuzug vieler Familien in die Briten-Häuser hat die Lage aber verschärft.
Seit September unterhält die evangelische Kirche die Ausweich-Kita in der ehemaligen Kaserne. Auch die Briten hatten das Gebäude zunächst für die Kinderbetreuung genutzt, später wurden daraus Proberäume für ein Musikkorps der Armee. " Die Bedingungen sind in Ordnung", sagt Anke Müller. Trotzdem warten alle ungeduldig darauf, dass der Bau des Kindergartens an der Brandenburger Straße endlich beginnen kann.
Damit wird das Kita-Problem in den Stadtteilen Dodesheide, Sonnenhügel und Schinkel aber nicht grundlegend gelöst. Der Bedarf ist größer. Die Leiterin der Heilig-Geist-Kita, Anja Lemme, berichtet von 140 Anmeldungen für 32 frei werdende Plätze. In der Krippe (für Kinder unter drei Jahren) liegen 65 Bewerbungen für sechs Plätze vor. " Es tut uns unendlich leid, wenn wir Eltern eine Absage geben müssen", sagt die Kita-Leiterin. Auch bei der Kollegin von der Thomas-Kindertagesstätte, Heike Dependahl, stehen die Eltern Schlange. Für die Krippe gebe es mehr Interessenten als Plätze – " obwohl die Anmeldetage noch gar nicht gelaufen sind". Viele Eltern seien " enttäuscht und böse", weil die Stadt dem Bedarf nicht nachkomme.
40 Millionen vom Land
" Wir haben in der Kaserne und im Katharina-von-Bora-Haus zwei zusätzliche Angebote geschaffen", erklärt Fachbereichsleiter Hermann Schwab auf Anfrage. An den Plänen für den Neubau an der Brandenburger Straße werde mit Hochdruck gearbeitet. Wie aus dem aktuellen Kindertagesstättenplan für 2012 hervorgeht, müssen in der Stadt insgesamt 286 neue Kindergartenplätze geschaffen werden. Der Plan wird am Mittwoch im Jugendhilfeausschuss vorgestellt.
Die Stadt steht auch bei der Betreuung der unter Dreijährigen unter großem Druck. Bis August 2013 muss sie den Rechtsanspruch auf einen Betreuungsplatz erfüllen. Der Gesetzgeber verlangt eine Versorgungsquote von 35 Prozent der Kinder im Alter von ein bis drei Jahren. Das ist ein Durchschnittswert, der auch ländliche Bereiche einbezieht. In Großstädten liegt der Bedarf deutlich höher. Der Osnabrücker Stadtrat hat eine Quote von 40 Prozent als Maßstab ausgegeben, den die Stadt auch bis Ende des Jahres erreichen wird. Aktuell liegt die Quote bei 36 Prozent. Die kommunalen Spitzenverbände gehen aber davon aus, dass in Großstädten eine Versorgungsquote von 60 Prozent nötig ist. " Für Osnabrück ist es erforderlich, eine zweite Krippenausbauphase zu beschließen, da man sonst dem Rechtsanspruch ab 2013 nicht gerecht werden kann", heißt es im Kindertagesstättenplan. Oberbürgermeister Boris Pistorius hatte im Herbst von 300 zusätzlichen Plätzen gesprochen. Er forderte, den Beginn des Rechtsanspruchs zu verschieben, um den Kommunen mehr Zeit zu geben.
Das Land Niedersachsen stellt 2012 und 2013 zusammen weitere 40 Millionen Euro für den Krippenausbau zur Verfügung. Die Kriterien für die Vergabe der Mittel sind noch unklar. Deshalb weiß auch noch niemand, ob Osnabrück davon profitiert. Das Geld steht nur für Investitionen zur Verfügung. Die künftigen Betriebskosten tragen die Kommunen.

Bildtext:

In der ehemaligen Kaserne am Limberg unterhält die evangelische Kirche seit September 2011 die Thomas-Kindertagesstätte. 47 Kinder werden in dem Ausweichquartier betreut. Der Bedarf an zusätzlichen Betreuungsplätzen ist vor allem in den Stadtteilen mit vielen ehemaligen Briten-Wohnungen groß.

Foto:

Elvira Parton

Autor:
Wilfried Hinrichs


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