User Online: 3 | Timeout: 04:49Uhr ⟳ | Ihre Anmerkungen | NUSO | Info | Auswahl | Ende | AAA  Mobil →
NUSO-Archiv - Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
Datensätze des Ergebnis
Suche: Auswahl zeigen
Treffer:1
Sortierungen:
Anfang der Liste Ende der Liste
1. 
(Korrektur)Anmerkung zu einem Zeitungsartikel per email Dieses Objekt in Ihre Merkliste aufnehmen (Cookies erlauben!)
Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Inhalt:
Überschrift:
So rechnet sich der Solarpark in Hellern nicht
Zwischenüberschrift:
Geplante Kürzungen zwingen Stadtwerke zum Umdenken
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Osnabrück. Die von der Bundesregierung geplante Radikal-Kappung der Solarförderung ab März könnte das Aus für den umstrittenen Solarpark der Stadtwerke in Hellern bedeuten.

" Wir nehmen jetzt Kontakt mit den Modulherstellern auf, um zu klären, wie sich die Preise entwickeln werden", sagte gestern Stadtwerke-Sprecher Marco Hörmeyer. Unter den Bedingungen, wie sie die Bundesregierung plant, wäre der 5, 6 Hektar große Park auf der Schnepper′schen Tongrube nicht wirtschaftlich.

Die Stadtwerke wollen auf der ehemaligen Müllkippe eine Solaranlage mit einer maximalen Ausbeute von 1, 5 Millionen Kilowattstunden pro Jahr errichten. Das entspricht dem Strombedarf von 440 durchschnittlichen Haushalten. " Wir halten an dem Projekt fest", sagte Stadtwerke-Sprecher Hörmeyer, " aber nicht um jeden Preis." Entscheidend ist, wie weit die Modulhersteller mit den Preisen heruntergehen. Auch sie hätten schließlich ein Interesse daran, dass die Solartechnik weiter wettbewerbsfähig bleibe, sagte Hörmeyer. Es sei auch denkbar, das Projekt auf das nächste Jahr zu verschieben.

Der Solarpark ist in Hellern umstritten. Vor allem Anwohner wehren sich dagegen, die 5, 6 Hektar Grünfläche mit Solarmodulen zuzustellen. Wegen der Altlasten im Boden ist das Grundstück für eine Bebauung nicht geeignet.

In der kommenden Woche will das Bundeskabinett das Solar-Konzept von Umweltminister Norbert Röttgen (CDU) und Wirtschaftsminister Philipp Rösler (FDP) verabschieden. Sie wollen die milliardenschwere Solarförderung um 30 Prozent kürzen. Demnach soll die Einspeisevergütung bei Dachanlagen von 24, 43 Cent pro Kilowattstunde auf 19, 5 Cent sinken, bei Anlagen bis 1000 Kilowatt auf 16, 5 Cent und bei großen Solarparks auf 13, 5 Cent. Darüber hinaus sind ab Mai monatliche Absenkungen von je 0, 15 Cent geplant. Die Vergütung soll bei Dachanlagen nur noch für 85 Prozent des erzeugten Stroms gezahlt werden. Bei Solarparks ziehen die Minister die Grenze bei 90 Prozent. Der Bundestag entscheidet, ob diese Kürzungen schon ab 9. März gelten sollen.

" Das ist der Todesstoß auf Raten für die Solarindustrie in Deutschland," befürchtet der Vorsitzende des Solarenergievereins Osnabrück, Klaus Kuhnke. Es seien nicht nur zahlreiche Arbeitsplätze in Gefahr, auch die weitere Entwicklung dieser Energietechnik werde verlangsamt. Ziel der Bundesregierung sei es, den Neubau von Fotovoltaikanlagen und damit den Anstieg des Strompreises abzubremsen. Kuhnke hält das aber für den falschen Weg. Die Fotovoltaik sei ein wichtiger Baustein in der Energiewende, weil der Strom dezentral erzeugt und verbraucht werde. Es würden keine Netzkapazitäten benötigt. Kuhnke schlägt vor, auf die zum 9. März geplante Kappung zu verzichten und an der monatlichen Absenkung der Vergütung festzuhalten.

Der Leiter des Fachbereichs Umwelt und Klimaschutz, Detlef Gerdts, sieht das ehrgeizige Klimaziel der Stadt gefährdet. Osnabrück nimmt an dem Bundesprogramm " 100 % Prozent Klimaschutz" teil, das zum Ziel hat, bis 2050 den Kohlendioxidausstoß um 95 Prozent zu senken. " Der Ausbau der Fotovoltaik ist dabei ein wichtiger Bestandteil, gerade in einer Stadt", so Gerdts. In Osnabrück gibt es 26 000 Dächer, die für Solaranlagen geeignet sind. Ziel der Stadt ist es, eines Tages ein Drittel des privaten Stromverbrauchs aus der Sonne zu decken.

Die Preise für Solarmodule sind nach seinen Angaben in den vergangenen vier Jahren um die Hälfte von 4000 auf 2000 Euro gefallen. Das sei auch durch eine effektivere Massenproduktion möglich geworden. " Die Preise müssen weiter sinken", so Gerdts. Er bezweifelt aber, dass das angesichts sinkender Nachfrage möglich ist.

Zweifel hat er auch, ob der Bundestag der Kappung zum 9. März zustimmt. Das könnte vor allem in den neuen Bundesländern Arbeitsplätze kosten. Gerdts: " Warten wir ab, was die Abgeordneten aus dem Osten dazu sagen."

Bildtext:

Die Solar-Branche warnt: Die geplante Kappung der Einspeisevergütung werde die Entwicklung bremsen und Arbeitsplätze kosten. Das Foto zeigt die 30 000-Kilowatt-Anlage auf dem Dach der Firma Meyer & Meyer in Osnabrück.

Foto.

Privat

Autor:
Wilfried Hinrichs


Anfang der Liste Ende der Liste