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NUSO-Archiv - Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Inhalt:
Überschrift:
Affenstark: Baby findet Adoptivmutter
Zwischenüberschrift:
Neugeborenes verstoßen und zunächst von Affenjungem versorgt
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Osnabrück. Nayla ist Suaheli und heißt Gewinn. So tauften die Tierpfleger des Osnabrücker Zoos das kleine Schimpansenmädchen, das seit dem 15. Januar ihre Herzen und sicherlich auch schon bald die der Zoobesucher gewonnen hat. Nayla ist der erste Nachwuchs im neuen Schimpansenhaus Takamanda und das erste Affenbaby, das im Zoo nun nicht von seiner Mutter, sondern von einer Adoptivmutter aufgezogen wird.
Der achtjährige Schimpansenjunge Kume schwingt von Seil zu Seil. Er scheint sich erholt zu haben von den Aufregungen der letzten Wochen. " Nach seinem Erlebnis brauchte er erst mal viel Schlaf", berichtet Tierpfleger und Revierleiter Wolfgang Festl. Kume brachte das neugeborene Schimpansenbaby Nayla in seine Obhut, weil es Mutter Vakanga schon kurz nach der Entbindung am Sonntagmorgen des 15. Januar nicht annahm. " Wahrscheinlich hat sich niemand außer dem pubertierenden Kume getraut, das Baby aufzunehmen, da die Mutter die Dominanteste der jetzt zehnköpfigen Schimpansengruppe ist", vermutet der Tierpfleger.
Also kam es zu der ungewöhnlichen und seltenen Situation einer Adoption durch ein männliches Jungtier. So rührend Kume sich auch um die kleine Nayla kümmerte er trug sie rum, putzte sie und steckte ihr zur Beruhigung den Finger in den Mund blieb doch ein Problem: Kume kann den Nachwuchs nicht füttern. Die Tierpfleger, Zooinspektor Hans-Jürgen Schröder und die aus dem Urlaub per Telefon zugeschaltete Zoodirektorin Dr. Susanne Klomburg erstellten einen Plan: Der erste Versuch, Kume an das Gitter heranzulocken, damit die Pfleger das Baby mit einer Flasche Muttermilch füttern konnten, misslang. Auch der zweite Versuch, Kume vorzumachen, wie man mit der Flasche füttert, blieb erfolglos. " Schimpansen lernen durch Beobachten, und hätten wir mehr Zeit gehabt, hätte Kume das bestimmt begriffen", ist Festl überzeugt.
" Jungtiere haben ein enormes Energiedepot und können, wenn man sie warmhält, einige Tage ohne Nahrung überleben", erklärt die Zoodirektorin. Als Nayla Dienstagabend nun schon drei Tage ohne Nahrung endlich von Kume abgelegt wurde, ergriffen die Tierpfleger die Chance, es mit Muttermilch aus dem Krankenhaus zu füttern und es aufzuwärmen. Die Zoomitarbeiter wollten unbedingt eine Handaufzucht vermeiden, weil so soziale und intelligente Tiere wie Schimpansen sich danach nie wieder in die Affengemeinschaft einleben können, und so wurde Nayla zurückgelegt in der Hoffnung, die Mutter würde sie doch noch annehmen.
Nach kurzer Zeit gab es dann die Überraschung: Das Schimpansenbaby hing nun am Bauch von Weibchen Vanessa. Sie ist nun die Adoptivmutter, kann Nayla auch füttern, da sie selbst vor zwei Jahren Töchterchen Lila bekommen hatte. Schimpansen produzieren bis zu drei Jahren nach der Geburt Milch. Lila war nur anfangs etwas beleidigt, dass sie die Aufmerksamkeit ihrer Mutter nun teilen muss.
Für Zoodirektorin Susanne Klomburg bleibt nur eine Sorge: Nayla hat die Erstmilch der Mutter nicht erhalten, die das Immunsystem stärkt. Es kann also sein, dass sie anfälliger für Krankheiten wird. Aber Nayla habe vom Tag ihrer Geburt einen so starken Lebenswillen gezeigt, " damit ist sie doch gut gerüstet für ein langes, gesundes Leben."

Bildergalerie
auf www.noz.de

Bildtext:
Zwei Kinder versorgt Affendame Vanessa: Auf dem Rücken ihre zwei Jahre alte leibliche Tochter Lila, am Bauch hängt nun die kleine Nayla.

Foto:
Michael Hehmann
Autor:
hla


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