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NUSO-Archiv - Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Inhalt:
Überschrift:
Jederzeit frisches Wasser aus dem Hahn
Zwischenüberschrift:
Neuer Hochbehälter auf dem Schölerberg
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Osnabrück. Jederzeit frisches Trinkwasser aus dem Hahn das gilt bei uns als selbstverständlich. Um diese Selbstverständlichkeit auf Dauer zu garantieren, haben die Stadtwerke 2, 1 Millionen Euro in einen neuen Wasserhochbehälter auf dem Schölerberg investiert. Am Mittwoch wurde das größtenteils unterirdische Bauwerk eröffnet.

Ein Wasserhochbehälter funktioniert wie ein Wasserturm: Die Schwerkraft lässt das lebensnotwendige Nass nach unten fließen. Dort muss nur noch der Hahn aufgedreht werden, um es ausströmen zu lassen.

Der alte Hochbehälter hat die Stadtteile unterhalb des Schölerberges über 100 Jahre lang ziemlich zuverlässig mit Trinkwasser aus Düstrup versorgt. Um die Versorgungssicherheit noch weiter zu erhöhen, vergrößerten die Stadtwerke das Reservoir in den vergangenen Jahren von 3200 auf 5000 Kubikmeter.

Dafür wurde das Vorgängergebäude komplett entfernt mit einer kleinen Ausnahme: Die Jugendstilfront mit dem Schriftzug " Wasserwerk Osnabrück 1907" wurde vorsichtig abgetragen und als architektonisches Zitat vor den Neubau gesetzt. So hatten es Anwohner und Bürgervereine vorgeschlagen.

Die mächtige Außenwand des neuen Hochbehälters wirkt wie eine Talsperre. Wer einen Blick ins Innere werfen darf, betritt die Schieberkammer, deren drei blitzsaubere Ebenen über schicke Treppen verbunden sind. Außer den 60 Zentimeter dicken Edelstahlrohren ist nicht viel Technik zu erkennen. Die mächtigen Pumpen stehen nicht auf dem Schölerberg, sondern im Wasserwerk Düstrup.

Wer das Wasserreservoir sehen will, kann im Obergeschoss an eines der drei Fenster treten. Sie geben den Blick auf das riesige Becken frei, aufgeteilt in einen inneren Kreis mit 18 Metern und einen äußeren, der doppelt so breit ist. Acht Betonsäulen stützen die Decke in 6, 50 Meter Höhe ab. Das Wasser ist allerdings wegen seiner Klarheit erst auf den zweiten Blick zu erkennen.

Der Beton ist nicht beschichtet, wie Joachim Nolte, der Leiter der Wasserbereitstellung erklärt. Deshalb war es wichtig, ausschließlich Materialien zu verwenden, die keine Inhaltsstoffe an das Trinkwasser abgeben.

Knapp 1800 Kubikmeter Beton sind nach Auskunft von Joachim Nolte verbaut worden, dazu kommen noch 2000 Tonnen Stahl. Für den riesigen Behälter wurden an die 14 000 Kubikmeter Felsen fortgeschafft. Bedeckt ist das Bauwerk mit einer dicken Erdschicht so soll die Wassertemperatur im Winter und Sommer annähernd konstant bei acht bis zehn Grad bleiben. Und deshalb versteckt sich der Betonkoloss, der sich direkt neben dem Zoo erhebt, unter einem sanften Hügel.

Oberbürgermeister Boris Pistorius nannte den Platz " einen der wunderschönen Flecken in der Stadt". Er wies darauf hin, dass für den Wasserhochbehälter ein Teil des Waldes gerodet wurde. Aber für jeden gefällten Baum, so betonte Pistorius, seien drei neue gepflanzt worden. Mit Blick auf die Jahreszahl 1907 sprach er die Hoffnung aus, dass der neue Hochbehälter ebenfalls 100 Jahre zuverlässig funktioniert.

Bildtexte:

Wie eine Talsperre wirkt die Front des neuen Wasserhochbehälters.

Als Eingang dient die Jugendstil-Front des Vorgängerbaus mit der Jahreszahl 1907.

Dicke Edelstahlrohre, aber wenig Technik: Die Schieberkammer im Wasserhochbehälter durfte besichtigt werden.

Ein Blick zurück: der alte Hochbehälter auf dem Schölerberg.

Fotos:

Egmont Seiler/ Archiv/ Lindemann
Autor:
Rainer Lahmann-Lammert


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