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NUSO-Archiv - Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Inhalt:
Überschrift:
Ein Abriss ist keine Alternative
Zwischenüberschrift:
Corinna Stübbe und Dirk König steuern die Sanierung des Osnabrücker Stadthauses
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Osnabrück. Ihre Aufgabe gleicht einem " Mission Impossible"- Auftrag. " Gott sei Dank nicht", lautet denn auch sofort die Antwort der städtischen Sicherheitsfachkraft Corinna Stübbe und von Dirk König, Leiter des Eigenbetriebs Immobilien, auf die Frage, ob es ihres Wissens schon einmal eine solche Baustelle abzuarbeiten gab.

Die beiden koordinieren die dringend notwendige Sanierung des durch Schadstoffbelastung im vergangenen Jahr in die Schlagzeilen geratenen Stadthauses, des größten Verwaltungsgebäudes. Nicht nur Schimmelpilz, Naphtalin (Teerpappe) und sogenannte flüchtige organische Verbindungen (VOC), die in zahlreichen Räumen nach der im Frühsommer 2011 vorgenommenen Teilsanierung der Außenfassade das Raumklima belasten, treiben ihm die Sorgenfalten auf die Stirn, sondern auch Alltagsprobleme wie die in die Jahre gekommene Technik sorgen für zusätzlichen Stress.

" Wir nehmen lieber die Treppe", schlägt der 44-jährige König, der seit 2010 für die städtischen Immobilien und das Gebäudemanagement zuständig ist, für den Rückweg aus der siebten Etage vor. Ein Fahrstuhl ist derzeit " außer Betrieb", der zweite bleibt aktuell häufiger stecken. " Es ist da zum Teil schon ein Problem, noch die passenden Ersatzteile zu bekommen, aber das sind verglichen mit der Schadstoffsituation Kleinigkeiten", macht er deutlich und fügt hinzu: " Die Hauptlast tragen die Mitarbeiter, die zum Teil seit Jahren mit den unbefriedigenden Zuständen leben müssen."

Knapp 400 städtische Mitarbeiter sind im Stadthaus untergebracht und hoffen endlich auf überzeugende Antworten. Was die Sanierung so schwierig macht? Das Ende der 20er gebaute frühere Stadtkrankenhaus steht seit 1988 unter Denkmalschutz. Es war das erste Hochhaus Osnabrücks, und das vom früheren Stadtbaurat Friedrich Lehmann entworfene Gebäude ist für Architektur-Fans ein Juwel Neuer Sachlichkeit. Die städtische Sicherheitsexpertin: " Im Staatsarchiv finden sich mehr als zwei Meter Akten."

Folge des Baudenkmalstatus: Die poröse Fassade ist unantastbar. Deshalb lassen sich auch nicht einfach bekannte Sanierungsmuster auf das Gebäude legen, das für Schadstoffexperten einem " Überraschungsei" gleicht, sondern es muss für jede Problemlage eine spezielle Lösung gefunden werden. König: " Einen Masterplan gibt es nicht. Das ist ein zeitaufwendiger Prozess, der in enger Absprache mit dem eingeschalteten Bremer Umweltinstitut erfolgt."

So sei gerade ein Eckbüro in der fünften Etage mit höchsten Schimmel- und Bakterienwerten mustermäßig saniert worden. Bis in die Heizungsecken wurde alles bis auf das Mauerwerk freigelegt und nach neuestem Stand der Technik erneuert. Jetzt wird auf die Messergebnisse gewartet, ob auf diesem Weg eine erhebliche Reduzierung zu erreichen ist. Stübbe: " Erst dann sehen wir weiter."

In der sechsten und siebten Etage müssen wegen der ausdampfenden Dachpappe im Boden des obersten Geschosses, die vor der Aufstockung um ein Geschoss das alte Flachdach abgedeckt hat, ab Frühjahr um die 30 Büros für voraussichtlich ein Jahr ausgelagert werden. Allein die fälligen Anmietungskosten bewegen sich bei rund 85 000 Euro.

Die Gesamtdimensionen des Sanierungsaufwands lassen sich noch nicht beziffern. Im vorigen Jahr sind nach Angaben von Finanzvorstand Horst Baier knapp 100 000 Euro in Untersuchungen und Sanierungsschritte geflossen. Jetzt erst einmal für die Sanierung für 2012 eingestellt: 700 000 Euro. Fest steht schon jetzt: Das Thema wird Corinna Stübbe und Dirk König über 2012 hinaus beschäftigen: " Das zählt zu den wenigen Dingen, von denen wir sicher ausgehen."

Bildtext:
Schwieriger Sanierungsfall: Corinna Stübbe und Dirk König vor dem denkmalgeschützten Stadthaus.

Foto:
Egmont Seiler
Autor:
Wolfgang Elbers


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