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NUSO-Archiv - Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Inhalt:
Überschrift:
Als im Hüggel die Fichten fielen
Zwischenüberschrift:
Bezirksförster Berstermann erinnert sich an turbulente Tage
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Osnabrück/ Hagen/ Hasbergen. Wenn Bezirksförster Frank Berstermann aus seinem Küchenfenster schaut, denkt er zwangsläufig an Kyrill. Mitten auf dem Hagener Borgberg klafft immer noch eine große Wunde, die das Orkantief gerissen hat. Für Berstermann brach, so sagt er selbst, " eine kleine Welt zusammen".
Der Bezirksförster kümmert sich nicht nur um 2500 Hektar Wald. Er betreut auch 250 private Besitzer in Hagen, Hasbergen und im südlichen Teil von Osnabrück (" Von Hagen bis zum Heger Holz."). Und nach Kyrill hatten diese sehr viel Betreuung nötig. " Das Telefon stand nicht still", erinnert sich der Förster.
Das Ausmaß der Zerstörung war Berstermann in den ersten Stunden freilich bei Weitem nicht bewusst. Er versuchte, sich einen Eindruck vom Hüggel zu machen, an dem es, den Telefonaten nach zu urteilen, am schlimmsten gewütet haben sollte. " Als ich von Süden heranfuhr, dachte ich: Hier ist doch gar nichts." Und tatsächlich: War der Sturm zunächst aus Südwest gekommen, so drehte er in der Nacht plötzlich auf Nordwest. Der Südhang des Hüggels blieb deshalb nahezu unversehrt.
Umso schlimmer der Anblick am Nordhang. Ein Durchkommen in den Wald war hier nicht mehr möglich. Kreuz und quer lagen entwurzelte Bäume. Es dauerte allein 14 Tage, bis der Hüggelrundweg frei geschnitten war. Dieser erst im Jahr zuvor von der Gemeinde Hasbergen auf Lkw-Breite ausgebaute Weg sollte sich später als Gold wert für die Aufräumarbeiten erweisen.
Den ersten Überblick bekam Berstermann erst zwei Tage nach Kyrill, als er sein Gebiet überflog. Damals sah er Durcheinander. Nicht ein riesiges, sondern mehrere große, verteilt quer über die Waldstücke. Die Hauptschneise zog sich von Hasbergen über Sutthausen/ Holzhausen und Georgsmarienhütte bis nach Bissendorf. Die größten Schäden gab es in Melle.
Besonders schlimm aber traf es den Hüggel und dort die Fichte. Wie Berstermann erklärt, hatte sie als " Flachwurzler" am wenigsten Chancen, dem Orkan auf dem vom tagelangen Regen aufgeweichten Boden standzuhalten. 90 Prozent der gefallenen Bäume waren Fichten. Eindrucksvoll belegt das ein Blick in den Hüggel. Mitten in einer mehrere Hektar großen, von Kyrill geschaffenen Lichtung stehen dort wie an der Schnur gezogen einige Lärchen. Lärchen werfen im Winter ihre Nadeln ab. Eine überlebenswichtige Eigenschaft bei Orkan, da sie so dem Wind weniger Angriffsfläche bieten.
Der Rest aber war Windwurf. Davon spricht der Fachmann, wenn Bäume mitsamt ihrer Wurzel herausgerissen werden. Berstermann spricht von einem " Himmelfahrtskommando" in den ersten Arbeitswochen. Die Bäume lagen übereinander, einige standen unter Spannung " wie ein Flitzebogen". " Das war unglaublich gefährliche Arbeit."

Bildtext:

Bis diese junge Douglasie die Sicht vom Hüggel nach Osnabrück versperrt, werden noch Jahre vergehen.

Foto:

Seiler
Autor:
hpet


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