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NUSO-Archiv - Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Inhalt:
Überschrift:
Trendsetter für den Klimaschutz
Zwischenüberschrift:
Die Masterplaner Detlef Gerdts und Tobias Langer
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Osnabrück. Die Stadt ist Sitz der Bundesumweltstiftung, aber bisher fehlen Osnabrück noch Markenzeichen wie nachhaltige Energiesparkonzepte oder beispielhafte Reduzierungen von CO 2 - Emissionen. Das soll sich ab 2012 ändern.
Fachbereichsleiter Detlef Gerdts und Tobias Langer, Fachdienstleiter Umweltplanung, versprühen Optimismus, wenn es um den " Masterplan 100 Prozent Klimaschutz" für die gesamte Region inklusive Kreis Steinfurt und Rheine geht: " Wir sind guter Hoffnung, dass Stadt und Umland bei diesem wichtigen Zukunftsthema bundesweit ganz vorn mit dabei sein werden."
Das ehrgeizige Ziel, um bundesweit eins der Vorbilder für andere Kommunen zu werden: Bis 2050 die Treibhausgas-Emission im Großraum um 95 Prozent und den Endenergiebedarf um die Hälfte im Vergleich zu 1990 zu senken ohne Berücksichtigung besonders energieintensiver Unternehmen wie Schoeller oder Ahlstrom. Osnabrück hat sich gemeinsam mit dem Landkreis und den beiden NRW-Nachbarn darum beworben, zu den Modellregionen zu zählen, die beispielhaft die dafür notwendigen langfristigen Organisations- und Managementprozesse erarbeiten und durchplanen.
Der 56-jährige Fachbereichsleiter hofft darauf, dass in Kürze die Zusage aus Berlin eintrifft: " Die Region ist für das Projekt besonders interessant, da diese von den 19 Bewerbungen das größte Masterplangebiet darstellt. Die hier vorliegenden Strukturen sind typisch für viele Gegenden in der Bundesrepublik abseits der großen Metropolen."
Wie einschneidend die zu erzielenden Einsparungen für Osnabrück sein werden, um das Klimaziel von EU und Bundesregierung einzuhalten, dass die Erderwärmung nicht um mehr als zwei Grad ansteigt, zeigen die Annahmen des vom Bundesumweltministerium geförderten Masterplan-Antrags: Danach ist es zum Beispiel notwendig, die Sanierungsrate des vorhandenen Altbaubestands von aktuell rund 1 auf künftig 2, 5 Prozent pro Jahr zu steigern oder das Potenzial der wirtschaftlich mit Fotovoltaik-Anlagen zu nutzenden 26 000 Dächer im Stadtgebiet voll auszuschöpfen. Die Dimension dieses Schrittes macht deutlich, dass dann auf mehr als einem Drittel der Osnabrücker Häuser Solarstrom erzeugt würde wodurch der Verbrauch der privaten Haushalte gedeckt werden könnte. Zum Vergleich: Aktuell weist die Statistik vor Ort 750 Dächer mit Fotovoltaik-Power aus.
Umweltplanungsleiter Tobias Langer: " Die Auswahl für das Projekt bedeutet für die Stadt einen gewaltigen Know-how-Vorsprung bei dieser Zukunftsaufgabe, da mit der Umsetzung auch Begleitforschung oder der Aufbau von Partnerschaften zum Klimaschutz verbunden ist." Den Stellenwert des Masterplans macht deutlich, dass DBU, Handwerkskammer und regionale Umweltinitiativen an der Bewerbung mitgearbeitet haben. Es geht auch um erhebliche Zuschüsse, die vier Jahre lang fließen sollen. Maximal 960 000 Euro beträgt für Osnabrück die Fördersumme für diesen Zeitraum, bei einem Eigenanteil von 48 000 Euro per anno. Der Landkreis, Kreis Steinfurt und Rheine können auf einen ähnlichen Betrag hoffen. Möglicher Gesamtzuschuss für alle vier Masterplan-Projektträger in der Region: um die 3, 5 Millionen. Gerdts: " Ein wichtiger Schritt nach der Masterplanaufstellung wäre dann die koordinierte energetische Stadtsanierung und spezielle Konzepte für einzelne Viertel." Noch Zukunftsmusik, aber Modelle und Strukturen für diese Prozesse werden in rund vier Jahren vorliegen. Tobias Langer: " Es gerät da gerade viel in Bewegung."
Für die beiden Umweltfachleute ist ein gutes Masterplan-Omen, dass Osnabrück schon einmal seine Qualitäten als Trendsetter bewiesen hat. 2008 war die Stadt mit ihrem Sun-Area-Projekt europaweit der erste Ort, der ein flächendeckendes Solardachkataster einführte, übrigens entwickelt von der Hochschule Osnabrück. Inzwischen haben rund 200 Kommunen nachgezogen und das in Osnabrück erstmals angewandte Modell übernommen. Das Spektrum reicht von kleinen Gemeinden bis zur niedersächsischen Landeshauptstadt Hannover, die Ende November nachzog, oder internationalen Nachahmern wie Österreich, Schweiz oder Chile. Gerdts: " Uns fehlen noch Leuchttürme, aber wir haben schon gepunktet."
Masterplan: Weitere Infos unter www.osnabrueck.de/ klimaschutz sowie zum Solardachkataster www.osnabrueck.de/ sun-area.

Bildtext:
Zur Stadt der 26 000 Solardächer muss Osnabrück bis 2050 werden, wenn die anvisierten CO2-Einsparziele des Masterplans " 100 Prozent Klimaschutz" umgesetzt werden sollen. Unser Foto zeigt Fachbereichsleiter Detlef Gerdts (links) und Tobias Langer auf dem Stadthaus, wo vor einem Jahr sechs verschiedene Solarzellentypen im Rahmen eines DBU-geförderten Forschungsprogramms der Hochschule Osnabrück installiert wurden, um unter hiesigen Wetterbedingungen zu testen, welche sich für den Einsatz am besten eignet.

Foto:
Michael Hehmann
Autor:
Wolfgang Elbers


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