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NUSO-Archiv - Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Inhalt:
Überschrift:
Kein Geld für den Schulsozialarbeiter
Zwischenüberschrift:
Schüler der Möser-Realschule am Westerberg wollen ihren Schülertreff zurück
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Osnabrück. Die Schüler der Möser-Realschule am Westerberg vermissen ihren Schulsozialarbeiter. Seit den Sommerferien ist die Stelle gestrichen, und seitdem sind die Türen des Schülertreffs in der ehemaligen Hausmeisterwohnung geschlossen. Bitter ist das vor allem für Kinder und Jugendliche, die nicht den Rückhalt einer intakten Familie haben.

Wäre ihre Schule eine Hauptschule, dann käme das Land Niedersachsen für die Stelle eines Sozialarbeiters auf. Aber darauf können Semet, Alireza, Annika, Emily, Zara und Christian nicht bauen. Die Schulsprecher und Jahrgangssprecher der Möser-Realschule haben sich in einem Brief an den Oberbürgermeister und den Rat dafür eingesetzt, dass die Stadt Osnabrück die Stelle weiter finanziert.

Der Schülertreff war morgens während der Pausen und vor allem nachmittags geöffnet. Wer wollte, konnte seine Hausaufgaben machen, Tee trinken und plaudern. Es gab aber auch AGs, in denen gekocht, gebacken oder Sport getrieben wurde. Unter der Anleitung von Adalbert Jandl, dem Schulsozialarbeiter, wurden aber auch Streitschlichter trainiert und Schulprojekte organisiert, zum Beispiel eine Sternwanderung nach Bramsche.

Weil 3000 Euro pro Halbjahr fehlen, liegt der Schülertreff seit einem halben Jahr brach. Adalbert Jandl hatte anfangs nur eine ABM-Stelle inne, zuletzt war er mit Sponsorenunterstützung als 400-Euro-Kraft beschäftigt. Es ist offensichtlich, dass der Diplom-Sozialpädagoge über seine offizielle Anstellung hinaus ein großes Maß an ehrenamtlicher Arbeit einbrachte.

Die Schüler wollen ihn unbedingt zurückhaben. Jandl habe sich als erwachsener Ansprechpartner bewährt, " der ihnen bei Problemen zuhört und vielleicht weiterhelfen kann", heißt es in dem Schreiben. An jeder Hauptschule und in jedem Schulzentrum gebe es ein gutes Nachmittagsangebot. Auch die Möser-Schüler seien darauf angewiesen, viele von ihnen kämen aus Familien mit Migrationshintergrund. Welche Konsequenzen sich daraus ergeben können, beschreiben sie in ihrem Brief: " Die Eltern verstehen oft nur wenig Deutsch und können ihren Kindern dann nicht ausreichend bei den Hausaufgaben helfen."

Andere Eltern seien alleinerziehend und müssten den ganzen Tag arbeiten, sodass ihre Kinder unbeaufsichtigt seien. " Leider gibt es auf unserer Schule auch viele Kinder, die kein schönes Zuhause haben", vermerken die Schülersprecher weiter.

Eltern seien überfordert, ihre Kinder könnten nicht ungestört Hausaufgaben machen, lernen oder Freunde einladen. Der Schülertreff sei ein ruhiger Ort gewesen, um zu arbeiten, zu reden oder etwas gemeinsam zu unternehmen. Der Verlust wiege schwer für die Schüler der Möser-Realschule.

Manche, die regelmäßig den Schülertreff nutzten, halten sich nach Schulschluss in der Pausenhalle auf, solange im Haus noch Unterricht stattfindet. Sie schreiben ihre Hausaufgaben auf der Tischtennisplatte, was Schulleiter Fritz Ringling gar nicht gefällt. Aber auch er fühlt sich machtlos: " Wir können den Schülertreff nicht öffnen, weil kein Aufsichtspersonal da ist."

Die Erwartung der Schüler, dass die Stadt eintreten müsste, um die Stelle des Schulsozialarbeiters zu finanzieren, hat inzwischen einen Dämpfer bekommen. Schuldezernentin Rita Maria Rzyski macht in ihrem Antwortschreiben deutlich, dass die Stadt am liebsten alle Schulen mit Sozialarbeitern oder Sozialpädagogen ausstatten würde.

" Dafür, also für die Bereitstellung von Fachkräften in den Schulen, wäre aber das Land Niedersachsen zuständig", schreibt Rzyski. Der Rat der Stadt habe zwar beschlossen, " für Hauptschulen und für Förderschulen in einen Teil der Finanzierung für einen Schulsozialarbeiter einzusteigen". Alle anderen Schulformen wünschten sich ebenfalls einen Schulsozialarbeiter oder einen Schulsozialpädagogen. Aber auch diesen Schulen müsse sie leider eine Absage erteilen, beteuert Rzyski. Der Stadt fehle einfach das Geld.

Bildtext:
Geschlossen: Der Schülertreff der Möser-Realschule am Westerberg ist seit den Sommerferien verwaist. Damit wollen sich die Schülersprecher nicht zufriedengeben.

Foto:
Uwe Lewandowski
Autor:
Rainer Lahmann-Lammert


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