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NUSO-Archiv - Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Inhalt:
Überschrift:
Migranten auf Augenhöhe begegnen
Zwischenüberschrift:
Sabina Ortland ist Dialogbeauftragte in der Polizeidirektion Osnabrück
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Osnabrück. Wenn Sabina Ortland im türkischen Supermarkt einkaufen geht, muss sie Zeit mitbringen. Selten verlässt sie den Laden, ohne gleich von mehreren Bekannten in ein Gespräch verwickelt zu werden. Unter Migranten und Aussiedlern ist sie ein bekanntes Gesicht. Mehr als zwölf Jahre lang hat sie in Kooperation mit Vereinen und Institutionen interkulturelle und interreligiöse Projekte geleitet, bevor sie im Juni 2011 Dialogbeauftragte in der Polizeidirektion Osnabrück wurde.
Seit Dienstbeginn war Sabina Ortland ständig auf Reisen, um sich in den Migrantenvereinen und Polizeidienststellen von Osnabrück bis hoch zu den Ostfriesischen Inseln vorzustellen. " Während des Ramadan war ich jeden Abend in einer anderen Stadt beim Fastenbrechen", berichtete sie. " Das persönliche Gespräch vor Ort ist durch nichts zu ersetzen." Als Türöffner kamen ihr dabei ihre Sprachkenntnisse zu Hilfe. Nachdem sie längere Zeit in Bosnien und in der Türkei gelebt hat, kann sie sich in beiden Landessprachen gut verständigen; auch ein bisschen Arabisch zählt zum Sprachschatz der gelernten Fremdsprachenkorrespondentin.
Ortland hat selbst erfahren, was es heißt, in einem fremden Land zu leben, dessen Sprache und Kultur man noch nicht kennt. " Ich kann den Migranten deswegen auf Augenhöhe begegnen", erklärte sie. " Und ich bringe ihnen ein ehrliches und authentisches Interesse entgegen."
Als Dialogbeauftragte der Polizei will sie eine Brücke zwischen den Migranten und der Polizei sein und auf beiden Seiten für ein besseres Verständnis werben. Viele Migranten haben in ihren Herkunftsländern schlechte Erfahrungen mit der Staatsmacht gesammelt und misstrauen den Behörden deshalb. Die Polizeibeamten auf der anderen Seite erleben Migranten berufsbedingt fast nur in kriminellen Situationen, sodass sich bei ihnen leicht Vorurteile aufbauen. Ortland organisiert für die Beamten Vorträge und Fortbildungen zur Schulung der interkulturellen Kompetenz. Dabei steht manchmal auch der Besuch einer Moschee oder eine Gesprächsrunde mit Migranten auf dem Programm. Im Gegenzug lädt sie Migranten zu Präventionsveranstaltungen der Polizei ein, zum Beispiel zu Themen wie Internetkriminalität oder Selbstbehauptung.
Ortland will stets ein offenes Ohr für die Sorgen der Migranten haben und aktiv den Dialog suchen. Insbesondere Frauen und Jugendliche liegen ihr dabei am Herzen. " Beim Thema häusliche Gewalt etwa ist es für die betroffenen Frauen leichter, mit einer weiblichen Dialogbeauftragten zu sprechen, als direkt zur Polizei zu gehen", erklärte sie.
Bei vielen Jugendlichen beobachtet Ortland eine zunehmende Radikalisierung, der man entgegenwirken müsse. " Es ist wichtig, sie nicht den radikalen Fanatismuspredigern zu überlassen, sondern ihnen ihre Aufstiegsmöglichkeiten in unserer Gesellschaft aufzuzeigen. Viel zu viele sind resigniert und glauben, dass sie ohnehin keine Chance haben."
Trotz der vorhandenen Probleme sei Osnabrück allerdings insgesamt ein Musterbeispiel für gelungene Integration.

Bildtext:
Die Dialogbeauftragte in der Polizeidirektion Osnabrück: Sabina Ortland.

Foto:
Parton
Autor:
rbru


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