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NUSO-Archiv - Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Inhalt:
Überschrift:
Schule mit Brausebad für alle
Zwischenüberschrift:
Die Domschule an der Riedenstraße, dem heutigen Erich-Maria-Remarque-Ring
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Osnabrück. Wir Heutigen sind daran gewöhnt, dass Schulnamen, Schulformen und Schulträger alle paar Jahre wechseln, und die Bildungsinhalte und - methoden sowieso. Überraschen mag aber vielleicht, dass es in der früheren Geschichte der hier abgebildeten Domschule nicht anders war.

Die 1906 abgeschickte Postkarte nennt vorsichtshalber überhaupt keinen Schulnamen, sondern erwähnt in der Bildüberschrift nur die Straße und die im Hintergrund zu sehende Herz-Jesu-Kirche. Dabei wird es dem Fotografen schon in erster Linie um das Schulgebäude gegangen sein, denn es war gerade im Jahr zuvor eingeweiht worden als Ergänzung zu dem bereits 1891 fertiggestellten Schulgebäude direkt am Herrenteichswall. Dort war die Domschule als katholische Volksschule der Domgemeinde eingezogen und freute sich über das paradiesisch große Raumangebot. Zuvor war sie im bescheidenen Kuriengebäude an der Kleinen Domsfreiheit 19 untergebracht gewesen. Dort wurden im Jahr 1874 beispielsweise 515 Schüler in acht Klassen unterrichtet, was einer durchschnittlichen " Klassenstärke" von 64 Schülern entsprach.

1908 kamen alle Volks- und Mittelschulen unter städtische Regie, was freilich nicht ausschloss, dass die Konfessionen weiterhin getrennt unterrichtet wurden. 1908 ging die katholische Knabenbürgerschule als Mittelschule im Herrenteichswallgebäude an den Start, zehn Jahre später die entsprechende Mädchen-Mittelschule. Separate Eingänge für Jungen und für Mädchen sorgten für klare Grenzziehungen. Damals wurde in fast jeden Schulneubau " unter Dr. Rißmüllers kluger Leitung eine Brauseeinrichtung eingebaut, die nach dem Unterricht auch allen Erwachsenen freistand", heißt es in Ludwig Hoffmeyers Stadtchronik. Das Mittelschulgebäude erhielt " im Dienste der Gesundheit des Kindes" zusätzlich ein Wannenbad.

Die weiteren Stationen der Domschule lesen sich im Telegrammstil wie folgt: 1927 Umbenennung in Wittekind-Mittelschule 1939 " Deutsche Gemeinschaftsschule" 1942 bis 1945 Arbeitslager zur Unterbringung von Zwangsarbeitern 1975 Orientierungsstufe Dom in Trägerschaft des Bistums 1977 Realschule Dom 1983 gehen alle Gebäude des Schulzentrums Dom in das Eigentum des Bistums über 1983 Zusammenlegung der Realschule Dom mit der katholischen Johannis-Hauptschule 2004 Auflösung der O-Stufe Dom. Seitdem werden beide Gebäude von der " Domschule, Haupt- und Realschule in Trägerschaft der Schulstiftung im Bistum Osnabrück", genutzt. Knapp über 1000 Schüler werden heute im zweizügigen Hauptschulzweig und im vierzügigen Realschulzweig unterrichtet.

Aus dem Straßennamen Riedenstraße wurde Mitte der 1950er-Jahre der Karlsring, später, nach Remarques Tod, der Erich-Maria-Remarque-Ring. Identisch sind die Straßenverläufe allerdings nicht. Wo heute der Remarque-Ring in einer leichten Linkskurve auf den Berliner Platz zusteuert, verlief die Riedenstraße weiter geradeaus und stieß etwa in Höhe der heutigen Hausnummer 14 (Altersheim St. Clara) auf die Schillerstraße.

Beim Vergleich der Herz-Jesu-Kirchtürme fällt auf, dass sie vor dem Krieg sehr viel höher und spitzer waren. Jede Turmseite zierte ein kleiner Dreiecksgiebel mit Turmuhr. 1942 und 1944 war die Kirche mehrfach von Bomben getroffen worden und ausgebrannt. Ähnlich den Domtürmen bekamen auch die Herz-Jesu-Türme schlichtere Hauben.

Bildtexte:
In der Domschule benutzten Jungen und Mädchen zunächst unterschiedliche Eingänge. Gemischte Klassen geziemten sich nicht.

So sieht die Domschule am Erich-Maria-Remarque-Ring heute aus.

Fotos:
Joachim Dierks
Autor:
Joachim Dierks


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