User Online: 2 | Timeout: 12:03Uhr ⟳ | Ihre Anmerkungen | NUSO | Info | Auswahl | Ende | AAA  Mobil →
NUSO-Archiv - Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
Datensätze des Ergebnis
Suche: Auswahl zeigen
Treffer:1
Sortierungen:
Anfang der Liste Ende der Liste
1. 
(Korrektur)Anmerkung zu einem Zeitungsartikel per email Dieses Objekt in Ihre Merkliste aufnehmen (Cookies erlauben!)
Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Inhalt:
Überschrift:
Umbau der Stadthalle erst ein Jahr später?
 
Peinlich
Zwischenüberschrift:
Stadt gesteht: Zeitplan war zu ehrgeizig
Artikel:
Kleinbild
 
Kleinbild
Originaltext:
Osnabrück. Der ehrgeizige Zeitplan für die Sanierung der Osnabrückhalle steht auf der Kippe, weil die Vorarbeiten zwei Monate hinterherhinken. Im ungünstigen Fall können die Bauarbeiten erst ein Jahr später, im Frühjahr 2014, beginnen. Wirtschaftlicher Schaden ist noch nicht entstanden, wie Stadthallenchefin Sandra Gagliardi gestern sagte.

Die mögliche Verzögerung ist vor dem Hintergrund der aktuellen Arena-Diskussion nicht ohne politische Pikanterie. Oberbürgermeister Boris Pistorius hatte den Stadtrat zur Eile gedrängt, um unnötige Kosten zu vermeiden. Die Osnabrückhalle soll unbedingt in den geschäftlich mauen Sommermonaten umgebaut werden. Der Start der Bauarbeiten ist für März 2013 geplant. Im August 2013 muss die Halle fix und fertig sein, weil schon Anfang
September eine Großveranstaltung fest gebucht ist. Einen Monat später findet in der Osnabrückhalle die Verleihung des Deutschen Umweltpreises durch den Bundespräsidenten statt ein Ereignis mit großer Ausstrahlung.

Der nach den Worten von Stadtsprecher Sven Jürgensen " realistisch getaktete, aber auch ambitionierte" Zeitplan war wohl etwas zu knapp bemessen. Zwei unterschiedliche Baukörper aus verschiedenen Epochen, die hohen Qualitätsansprüche an die energetische Verbesserung und nicht vorhersehbare, vergaberechtliche Fragestellungen bei der Ausschreibung hätten die Arbeit um zwei Monate verzögert. Die Vorbereitungen für die Ausschreibung hätten sich als " sehr kompliziert" herausgestellt, so Jürgensen.

Nach dem ursprünglichen Plan sollten in diesen Tagen die Architekturleistungen ausgeschrieben werden. Bis Ende Januar 2012 sollten die fünf ausgewählten Architekturbüros ihre Angebote abgeben und danach die Einzelverhandlungen beginnen. Wesentlicher Punkt in diesen Verhandlungen: Die Architekten müssen schriftlich zusagen, dass die Bauarbeiten im August 2013 abgeschlossen sind. " Ich muss sicher sein, dass wir dann keine Baustelle mehr haben", sagte Stadthallenchefin Sandra Gagliardi. Es gebe nur ein Ja oder Nein. Wenn es diese Garantie nicht gebe, müsse die Sanierung um ein Jahr verschoben werden. Die Entscheidung darüber werde nach den Verhandlungen mit den Architekten fallen, also etwa Ende Februar. Eine Verschiebung um zwei Monate komme nicht in Betracht, weil die Halle dann in der wirtschaftlich wichtigen Wintersaison zeitweise nicht zur Verfügung stehe.

Die Unsicherheit ist nicht gut fürs Geschäft. Die Vermarkter der Osnabrückhalle müssen die Kunden zurzeit für 2013 und 2014 hinhalten. Für die Zeit zwischen März 2013 und August 2013 liegen Buchungsanfragen vor, die noch nicht beantwortet sind. Sandra Gagliardi geht davon aus, einen Großteil dieser Kunden halten zu können, sollte die Sanierung verschoben werden. Sie habe jetzt die Verschiebung zur Sprache gebracht, um wirtschaftlichen Schaden zu verhindern.

Oberbürgermeister Boris Pistorius wurde am Dienstag wenige Stunden vor der Ratssitzung über die Verzögerungen informiert. Im nicht öffentlichen Teil der Sitzung setzte Finanzchef Horst Baier die Ratsmitglieder in Kenntnis.

Weil die Osnabrückhalle nicht mehr wettbewerbsfähig ist, steigt der städtische Zuschuss jährlich. In diesem Jahr werden es 2, 5 Millionen Euro sein. Die Sanierung kostet im ersten Bauabschnitt 13 Millionen Euro. Für den zweiten Bauabschnitt und die Außenanlagen werden insgesamt sieben Millionen Euro veranschlagt.

Foto:
colourbox
Montage:
Michel

Kommentar
Peinlich
Peinlich ist nicht die Tatsache, dass die Sanierung der Osnabrückhalle möglicherweise verschoben werden muss. Dafür gibt es offenbar gute Gründe. Peinlich ist der späte Zeitpunkt der Erkenntnis und Bekanntgabe. In der Ratssitzung am Dienstag wurde die FDP zunächst mit ihrem Antrag abgebügelt, noch zwei Jahre zu warten und Alternativen zu prüfen. Am Ende derselben Sitzung im nicht öffentlichen Teil kam das kleinlaute Eingeständnis der Verwaltung, dass der Zeitplan zu knapp war. Sollte das der Verwaltung länger bekannt gewesen sein, müssen sich Rat und Öffentlichkeit verschaukelt fühlen. Reifte die Erkenntnis erst kurz vor der Sitzung, hätte die Mitteilung in die öffentliche Diskussion zum Tagesordnungspunkt Stadthalle gehört. So oder so: Da ist etwas falsch gelaufen.
Vielleicht wäre die Verzögerung auch gar kein Übel. Sie böte zumindest die Chance, noch einmal nachzudenken, was die beste Halle für Osnabrück wäre.
Autor:
Wilfried Hinrichs


Anfang der Liste Ende der Liste