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NUSO-Archiv - Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Inhalt:
Überschrift:
CDU wirft Pistorius schwere Fehler vor
 
Und die Region schweigt
Zwischenüberschrift:
Aktuelle Stunde zum gescheiterten Arena-Plan
Artikel:
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Originaltext:
Osnabrück. In nur einem Punkt schienen sich fast alle Ratsmitglieder gestern Abend einig: Eine Arena wäre ein Riesengewinn für Osnabrück gewesen. Uneinig waren sie, ob die Verwaltung und Oberbürgermeister Boris Pistorius (SPD) alles richtig gemacht haben.
CDU-Fraktionschef Fritz Brickwedde, der die Aktuelle Stunde zur Arena-Debatte beantragt hatte, warf dem Oberbürgermeister " völlig unprofessionelles Handeln" vor. Er habe die Stadt mit der Festlegung auf den einzigen Standort Güterbahnhof in eine schlechte Position manövriert und die Grundstückseigentümer " frohlocken lassen", so Brickwedde. Zur ganzen Wahrheit gehöre auch, dass hätte es heute eine Abstimmung über die Arena gegeben Pistorius " eine krachende Niederlage" erlitten hätte. Burkhard Jasper nannte das Verfahren " unmöglich". Es sei " abenteuerlich", vom Rat binnen weniger Wochen eine derart schwer wiegende Entscheidung zu erwarten.
Ursprünglich hätte der Rat gestern Abend entscheiden sollen, ob die Osnabrückhalle für 20 Millionen Euro saniert wird oder eine Arena für 46 Millionen gebaut werden soll. Pistorius hatte die Vorlage aber zurückgezogen, weil keine Einigung mit den Eigentümern des Güterbahnhofes in Sicht ist.
Pistorius sagte, die Stadt dürfe sich nicht von zwei Grundstückseigentümern erpressen lassen. Da die beiden Eigner auch unterschiedliche Konzepte verfolgten, seien sie als Gesprächspartner unberechenbar gewesen. Die Preisforderungen seien schließlich " exorbitant hoch" geschraubt worden.
Im Verfahren habe er sich nichts vorzuwerfen, so Pistorius. Er habe größten Wert auf eine ergebnisoffene Prüfung und konservative Kostenschätzung gelegt: " Da können Sie jeden in der Veranstaltung fragen." Er persönlich hätte sich den Arena-Bau gewünscht. Die Mehrkosten von durchschnittlich 400 000 Euro jährlich für die kommenden 20 Jahre hätten ihn " auch nicht begeistert." Aber letztlich gehe es nicht um ein " Prestigeobjekt", wie die CDU ständig diffamierend sage, sondern um einen wichtigen Entwicklungsimpuls für die Stadt.
" Verantwortungsvoll"
Rückendeckung erhielt Pistorius von SPD-Fraktionschef Frank Henning und Grünen-Sprecher Michael Hagedorn. Henning sagte, der OB habe " in höchstem Maße verantwortungsvoll" gehandelt, als er die Alternative Arena habe prüfen lassen. Henning erinnerte daran, dass die CDU 2002 selbst eine Initiative zum Bau einer Großveranstaltungshalle gestartet hatte. " Inhaltlich bedauere ich die Entscheidung gegen die Arena, finanzpolitisch ist aber nichts anderes möglich", sagte Michael Hagedorn. Es sei richtig gewesen, an dieser Weggabelung noch einmal alle Möglichkeiten zu prüfen.
Thomas Thiele (FDP) versuchte in der Debatte und später mit einem Antrag den Blick nach vorn und in die Region zu lenken. Die Sanierung der Osnabrückhalle solle ausgesetzt und in der Region nach Partnern für den Bau einer Arena gesucht werden. " Eine solche Veranstaltungshalle ist ein Projekt nicht nur der Stadt, sondern auch der Gemeinden rundherum und des Landkreises", so Thiele.
Uwe Görtemöller und Christel Wachtel (beide SPD) äußerten ihr Bedauern über das Scheitern der Arena-Pläne vor allem aus sportpolitischer Sicht. Finanzpolitisch betrachtet, sei die Entscheidung aber nachvollziehbar.

Kommentar
Und die Region schweigt

Thomas Thiele hat recht. Der Bau einer Arena ist im Prinzip eine Aufgabe für die ganze Region. Aber im Landkreis und in den Umlandgemeinden herrscht Schweigen zumindest in der Öffentlichkeit.

Vielleicht hätte ein beherzter Ruf aus der Region die Diskussionen um Stadthallen-Sanierung oder Arena-Neubau rechtzeitig in eine andere Richtung lenken können. Der Güterbahnhof im Herzen des Oberzentrums wäre zwar als Standort erste Wahl gewesen, aber warum hätte eine Arena am Stadtrand unter finanzieller Beteiligung des Landkreises nicht auch möglich sein sollen?

Gewiss, dies ist jetzt eine Diskussion von gestern. Die Weichen stehen auf Sanierung der Osnabrückhalle. Aber die Welt dreht sich weiter, und wenn eines Tages, aus welchen heute noch nicht absehbaren Gründen auch immer, das Thema Arena wieder aktuell wird, sollte sofort das Umland mit ins Boot geholt werden.
Autor:
Wilfried Hinrichs


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