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NUSO-Archiv - Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Inhalt:
Überschrift:
Sieben Meter freier Fall
 
Exklusiv für NOZ-Leser: Wer will die Rutsche testen?
Zwischenüberschrift:
TÜV prüft die Senkrechtrutsche im Nettebad – Donnerstag Freigabe
Artikel:
Kleinbild
 
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Originaltext:
Osnabrück. " Uuah." Ein kurzer Schrei. Weg ist er.

Bäderchef Wolfgang Hermle ist der Erste, der die spektakuläre Rutsche im Nettebad testen darf. Er tritt auf die Falltür in der Abschusskabine, greift mit langem Arm die Leine über seinem Kopf, zieht und spült sich weg. Sieben Meter schießt er senkrecht in die Tiefe. Acht Sekunden später taucht er ins Bremsbecken ein, berauscht vom rasanten Ritt auf dem Wasser und ohne Schramme. " Super", sagt er. " Im Looping kriegst du den Kopf kaum hoch, so stark ist die Zentrifugalkraft".

Badleiter Tilo Schölzel steigt als Zweiter in das Fallrohr. Sein Gesamturteil: " Wahnsinn." Als Genussrutscher schwärmt er vom freien Fall und der Kurve: " Da hängst du fast an der Decke." Als Testfahrer stellt er nüchtern fest: " Ich habe noch keine Rutsche erlebt, die so sauber verarbeitet war."

Die beiden Chefs haben sich auf eigene Gefahr, aber im Interesse der Sicherheit in den Schlund begeben. Denn der TÜV ist da. Diplom-Sportingenieur Benjamin Sperlich vom TÜV Thüringen untersucht die Anlage vom Boden bis zur Spitze des 23 Meter hohen Rutschturms. Eigentlich sollten gestern Nachmittag Mitarbeiter der Stadtwerke den ersten richtigen Testlauf machen. Aber die Technik der Falltür funktionierte noch nicht einwandfrei. Die Experten von der Herstellerfirma Wiegand und Maelzer aus Rasdorf (Hessen) beugen sich über die Maschinerie an der Abschusskabine. Es ist eng hier oben in der Spitze des Rutschturms, dessen Panorama-Fenster einen Blick über die halbe Stadt erlauben.

Wenn die Rutsche erst richtig funktioniert, alle Tests bestanden sind und das TÜV-Siegel aufgeklebt ist, wird hier oben ein Aufpasser stehen, der die Badegäste beim Einstieg beruhigt Pardon, beaufsichtigt, das Schließen der Kabinentür kontrolliert und auf den Knopf drückt, der die Falltür öffnet. Dann muss niemand mehr an einer Leine ziehen wie beim Testdurchgang am Freitag.

TÜV-Prüfer Sperlich hatte die Rutsche zuvor im trockenen Zustand untersucht und sich dazu von oben abgeseilt. Sein besonderes Augenmerk: die Verarbeitung der Nähte. Es darf nichts, aber auch gar nichts hervorstehen. Später wird er sich selbst mit einem Geschwindigkeitsmesser um den Bauch in die Tiefe stürzen. Er schätzt, dass der Rutschende auf 14 Meter pro Sekunde das ist Tempo 50 beschleunigt wird, bevor es in den vertikalen Looping geht. Keine zehn Sekunden dauert die Schussfahrt durch die 94 Meter lange Röhre, durch die 2000 Liter Wasser pro Minute als Gleitmittel rauschen. Doch vor dem kurzen Genuss kommt die Mühe: 92 Stufen sind es bis zum Startpunkt.

Rund eine Million Euro haben die Stadtwerke in Rutsche und Turm investiert. Der Turm wurde zusätzlich gedämmt und mit neuer Technik ausgestattet, damit die Badegäste nicht frieren. Es ist nach Angaben der Stadtwerke die einzige Senkrechtrutsche dieser Art in einem Schwimmbad in Deutschland.

Die erste offizielle Rutschpartie gehört Stadtwerke-Chef Manfred Hülsmann, der am kommenden Donnerstag, 15. Dezember, zusammen mit Oberbürgermeister Boris Pistorius die Anlage freigeben wird. Pistorius, so sagt man, werde die Ehre haben, auf den Knopf zu drücken und Hülsmann fallen zu lassen.

Bildtext:
Erinnert irgendwie an einen Spülvorgang: Badleiter Tilo Schölzel testet die neue Superrutsche im Nettebad. Die Falltür öffnet er durch Zug an der Leine. Im Normalbetrieb ist die Kabine geschlossen, und ein Aufseher drückt auf einen Knopf.

Fotos:
Uwe Lewandowski

Exklusiv für NOZ-Leser: Wer will die Rutsche testen?

Noch vor dem offiziellen Start am Donnerstag können Sie die neue Superrutsche im Nettebad testen. Die Neue Osnabrücker Zeitung und die Stadtwerke Osnabrück verlosen 10-mal 2 Tickets für den exklusiven einstündigen Testlauf am Mittwoch, 14. Dezember, ab 18 Uhr. Das Mindestalter liegt bei 12 Jahren, weil die Rutsche für Jüngere nicht zugelassen ist. Sie können per Telefon oder per SMS teilnehmen: Rufen Sie uns unter der Nummer 01 37/ 8 08 40 03 86 (0, 50 Euro/ Anruf aus dem Festnetz der Telekom) an und hinterlassen Sie Name, Adresse, Telefonnummer und das Stichwort Rutsche.

Oder senden Sie uns eine SMS mit der Kennung mobil win Rutsche an die Kurzwahlnummer 5 20 20 (0, 49 Euro/ SMS inkl. 0, 12 Euro VF-D2-Anteil). Hinter der Kennung fügen Sie ein Leerzeichen und Ihre Anschrift ein (Beispiel: mobil win Rutsche max muster musterstr.).

Teilnahmeschluss ist Dienstag, 13. Dezember, 12 Uhr. Die Gewinner werden telefonisch benachrichtigt. Mitarbeiter des Medienhauses N OZ und deren Angehörige dürfen nicht teilnehmen. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen.
Autor:
Wilfried Hinrichs


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