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NUSO-Archiv - Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Inhalt:
Überschrift:
Ein- und Umsteigen leicht gemacht
Zwischenüberschrift:
Helfer der Bahnhofsmission an Osnabrücker Bushaltestellen im Einsatz
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Osnabrück. Für viele Menschen ist eine Busfahrt eine echte Herausforderung. Wie komme ich aus dem überfüllten Bus heraus? Wie schiebe ich den Rollator in den Bus, und welche Linie fährt zu meinem Arzt? Die Umsteigehilfen der Bahnhofsmission Osnabrück sind zur Stelle und helfen.
Der Einsatzort von Robert Palm und Sandrin Popova ist der Bussteig vor dem Landgericht. Den Rollator in den Bus tragen, Blinde in den Bus begleiten, Kinderwagen aus dem Bus hieven. Ihre Aufgaben sind vielfältig, und " es sind alle Altersklassen vertreten", erzählt Robert Palm.
Die beiden gehören zum Projekt " Umsteigehilfen an den Busbahnhöfen", eine Kooperation der Bahnhofsmission Osnabrück mit den Stadtwerken und dem Jobcenter. Im August 2010 startete das Projekt. Sandrin Popova ist seit Januar dabei, ihr Kollege Robert Palm seit dem 2. Mai.
Aufmerksam beobachten die beiden jeden Bus, der vor dem Landgericht anhält. Sitzt da vielleicht jemand drin, der Hilfe beim Aussteigen braucht? " Ein guter Blick ist wichtig bei unserer Arbeit", erzählt Sandrin Popova und schnell läuft sie zu einer geöffneten Bustür und fragt, ob sie ihre Hilfe anbieten darf.
Bisher ist der Tag für die beiden Umsteigehilfen der Bahnhofsmission Osnabrück ruhig verlaufen. Um 9 Uhr beginnt ihre Schicht bis nachmittags um 15 Uhr von montags bis freitags. Einige der Stammkunden richten sich nach den Arbeitszeiten der Umsteigehilfen, damit sie sicher sein können, an den Bussteigen Hilfe zu bekommen. " Ja, wir haben Stammkunden, und einige sind so dankbar, dass sie uns Schokolade mitbringen", sagt Popova.
Dass ihre Mitarbeiter beliebt sind, weiß auch Heike Becker, Leiterin der Bahnhofsmission in Osnabrück. Sie freut sich, dass das Projekt so gut angenommen wird, besser, als sie es anfangs erwartet hatte: " Gott sei Dank ist kein Ende des Projekts in Sicht", sagt sie.
Auch für ihre Mitarbeiter ist das Projekt hilfreich, denn viele waren davor lange Zeit arbeitslos. Sie mussten sich erst wieder an einen geregelten Tagesrhythmus gewöhnen.
Begleitung zum Sitzplatz
Vor ihrem Einsatz bekamen die Umsteigehilfen
ein Kommunikationstraining und eine Schulung bei den Stadtwerken. Sie lernten Fahr- und Linienpläne zu lesen, einen Rollator oder Rollstuhl in den Bus zu bekommen und wie sie den Bus absenken.
Die elf Mitarbeiter von Heike Becker sind an verschiedenen Einsatzorten in der Stadt verteilt: am Hauptbahnhof, am Neumarkt, am Landgericht, an der Johannisstraße und neuerdings am Kamp.
Viele Menschen sind froh über die Hilfe an den Bussteigen. Auch Rentnerin Gertrud Ließel schätzt den Dienst. Sie wartet schon am Neumarkt auf ihre Umsteigehilfe Heinrich Beßmann. Die alte Dame fährt gerne mit dem Bus, so ist sie noch ein bisschen mobil. Sie will zum Friedhof fahren. Ohne die Umsteigehilfen wäre das schwierig. " Ich bin fast blind, und ich brauche Hilfe, und die helfen mir doch immer so gut", erzählt Gertrud Ließel. Heinrich Beßmann schnappt sich ihren Rollator und stellt ihn in den Bus, dann hilft er Gertrud Ließel beim Einsteigen und begleitet sie zu einem Sitzplatz.
Manchmal kann es allerdings auch zu Missverständnissen kommen. " Es gibt auch Menschen, die denken, du willst ihre Tasche klauen", erzählt Sandrin Popova und lacht. Und Robert Palm weiß aus Erfahrung: " Männer haben häufig Hemmungen, nach Hilfe zu fragen, Frauen nehmen es eher an." Mit Spaß sind alle drei bei der Sache.
" Ja, es macht doch jedem Spaß, einer anderen Person zu helfen", sagt Sandrin Popova, als sei das für jeden selbstverständlich.

Bildtext:
Umsteigehilfe im Einsatz: Heinrich Beßmann hilft Gertrud Ließel mit ihrem Rollator in den Bus. Nur so kann die alte Dame noch mobil sein.

Foto:
Elvira Parton
Autor:
Kathrin Pohlmann


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