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NUSO-Archiv - Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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aus Zeitung:
Inhalt:
Überschrift:
Innovativ und chic – aber bitte nicht teuer
Zwischenüberschrift:
Debatte um Vergabekriterien für junge Unternehmen im Wissenschaftspark Scharnhorstkaserne
Artikel:
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Originaltext:
Osnabrück. Der Wissenschafts- und Wohnpark auf dem Gelände der ehemaligen Scharnhorstkaserne soll ein Vorzeigeobjekt der Stadt Osnabrück werden. So weit zumindest herrschte Übereinstimmung unter den Mitgliedern des Stadtentwicklungsausschusses. Wie das funktionieren soll, darüber soll aber erst der Rat in seiner nächsten Sitzung am 13. Dezember entscheiden.

Der Ausschuss wollte sich nicht auf einzelne Vorgaben des von der Verwaltung vorgeschlagenen Bebauungsplanentwurfs für das nach dem Abzug der Briten 2010 überplante Gelände festlegen. Die Mitglieder leiteten das Problem ohne Beschlussempfehlung an den Rat weiter.

Ein Konfliktpunkt ist die Erschließung des Geländes zwischen Natruper, Artillerie-, Sedanstraße und Am Natruper Holz, wie Ausschussmitglied Volker Bajus (Grüne) unumwunden zugab. Während unter anderen CDU-Ratsfrau Meyer zu Strohen die Autos über die noch zu bauende Westumgehung zum Wissenschafts- und Wohnpark führen will, sind die Zählgemeinschaftspartner SPD und Grüne bekanntlich uneins bei dem Straßenbauprojekt. Jetzt sollen die Bürger abstimmen, aber erst 2013. Rot-Grün beschreitet mit der Abstimmung über die Entlastungsstraße Neuland.

Es ist das erste Mal, dass die Wähler über ein kommunalpolitisches Projekt direkt abstimmen sollen. Die Abstimmung soll mit der Landtags- oder der Bundestagswahl gekoppelt werden, um eine hohe Wahlbeteiligung zu erreichen und Kosten zu minimieren. Wulf-Siegmar Mierke (UWG) und Christopher Cheeseman (Linke) lehnen die Entlastungsstraße ab.

Für Stadtkämmerer Horst Baier entsteht ein Zielkonflikt durch die Qualitätsansprüche an die neuen Nutzer des Wissenschaftsparks. Denn die einerseits gewünschten hohen Standards bei der Freiraum- und Gebäudegestaltung führen zu Kosten. Gerade die für den Park gesuchten innovativen Unternehmen, eventuell Gründungen junger Osnabrücker Hochschulabsolventen, sind zu Beginn in der Regel noch nicht sonderlich flüssig. Die Frage für Baier ist nun, ob die Stadt deshalb selbst aus der Tasche kommen soll: " Ein Entgegenkommen der Stadt kostet Geld."

Gerade junge, wissenschaftsnahe Firmen, die als Dienstleister für die Hochschulen fungieren könnten, will der Rat aber auf dem ehemaligen Kasernengelände ansiedeln. Ob zum Beispiel ein ganz normales Architekturbüro diesem Anspruch genügt, ist in der Osnabrücker Kommunalpolitik umstritten. Am Donnerstag treffen sich deshalb noch einmal interessierte Ratsmitglieder mit Vertretern der Stadtverwaltung, um die Vergabekriterien zu besprechen, nach denen Firmen Flächen kaufen können. Die Ergebnisse sollen dann den Fachausschüssen vorgestellt werden, wie Ulrich Hus (SPD) im Stadtentwicklungsausschuss in Aussicht stellte.

Marita Sliwka (FDP) forderte schon jetzt im Stadtentwicklungsausschuss: " Ich hoffe, dass in zehn Jahren der Begriff , Wissenschaftspark′ nicht nur im Namensschild auftaucht, sondern tatsächlich gelebt wird." Die " hohe Qualität" der künftigen Nutzer beschworen auch Wulf-Siegmar Mierke (UWG) und Anette Meyer zu Strohen. " Es darf aber nicht zu hohen Kosten für die Stadt kommen", forderte die CDU-Ratsfrau.

Bildtext:

Das Gelände der ehemaligen Scharnhorstkaserne an der Sedanstraße in Osnabrück ist so gut wie abgeräumt. Die baurechtlichen Voraussetzungen für den Aufbau eines Wissenschafts- und Wohnparks muss der Rat nun beschließen.

So könnte das Gelände aussehen: Das ist der städtebauliche Vorentwurf für das Gelände der Scharnhorstkaserne.

Fotos:

Gert Westdörp / PR

Kommentar
Prioritäten

Die Idee ist bestechend: Junge Hochschulabsolventen mit guten Ideen wandern nicht ab nach Berlin, New York oder sonst wohin, sondern bleiben in Osnabrück. Weil sie hier ein schönes Gewerbe- und Wohngebiet vorfinden. Die Hochschulen profitieren von den dort erbrachten Dienstleistungen, und die Stadt könnte sich über neue qualifizierte Arbeitsplätze freuen und vielleicht auch über einen Imagegewinn.

Die Forderung, dass das alles die Stadt nichts kosten darf, verwundert. Wie will man Gründer, die ihre Firma klassischerweise in einer Garage eröffnen, in einen piekfeinen Wissenschaftspark holen, ohne sie zu fördern? Das gibt es nicht zum Nulltarif. Sicher, die Stadt ist knapp bei Kasse. Das bedeutet: Die Politik muss die richtigen Prioritäten setzen.
Autor:
Michael Schwager


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