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NUSO-Archiv - Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Inhalt:
Überschrift:
Tiefenwärme für das Nettebad
Zwischenüberschrift:
Geothermie-Bohrung gestartet – Stadtwerke rechnen mit geringeren Heizkosten
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Osnabrück. Pilotprojekt in Osnabrück: Am Nettebad hat nun die erste mittel-
tiefe Geothermiebohrung Deutschlands begonnen. Die Wärmegewinnung soll die Heizkosten des Bades jährlich um mindestens 30 000 Euro senken.

" Mitteltief" bedeutet, dass die Bohrung bis in 820 Meter Tiefe geführt wird. Und genau ein solches Vorhaben ist derzeit einzigartig, berichtet Gutachter Professor Dieter Michalzik, Geschäftsführer der GeoDienste GmbH. Denn bislang wurde entweder in Tiefen von weniger als 100 Metern oder von etwa 3000 bis 4000 Metern gebohrt. Insgesamt 850 Megawattstunden (MWh) Wärme soll die neue Erdwärmeanlage jährlich liefern. Das entspreche dem Wärmebedarf von etwa 100 modernen Einfamilienhäusern, erläutert Michalzik.

Die Stadtwerke erwarten, dass 15 Prozent des jährlichen Energiebedarfs über Geothermie abgedeckt werden können, berichtet Jürgen August, Leiter Bädertechnik. Bei Gesamtkosten von 400 000 Euro rechnet das Unternehmen mit einem Zuschuss von rund 150 000 Euro durch das Marktanreizprogramm der Kreditanstalt für Wiederaufbau. Die Stadtwerke kalkulieren mit Energieeinsparungen von jährlich 30 000 bis 35 000 Euro. Geht diese Rechnung auf, wäre die Investition in acht Jahren wiedereingespielt.

In den kommenden vier bis sechs Wochen solle die Bohrung abgeschlossen sein, sagt Projektleiter Christoph Schockemöhle. Durch ein Kreislaufsystem wird Wasser in die Erde geführt. Pro 100 Meter Tiefe nimmt die Temperatur um rund drei Grad Celsius zu. Auch wenn die Flüssigkeit auf dem Weg nach oben wieder abkühlt, so bleibt ein Wärmegewinn von fünf bis sieben Grad Celsius, rechnet Michalzik vor.

Mithilfe der Wärmepumpe wird die Erdwärme dann dem hochgepumpten Wasser entzogen und anschließend in das Heiznetz eingespeist. Spielt das Wetter mit, könnte ab Anfang 2012 die Wärme genutzt werden, sagt Schockemöhle.

Geothermiebohrungen wie nun am Nettebad können auch andernorts durchgeführt werden, wenn nicht Ausschlusskriterien wie etwa Wasserschutzgebiete dem entgegenstehen. Michalzik ist davon überzeugt, dass die Technik künftig immer häufiger für die Wärmeversorgung von Gebäuden genutzt werden wird.

Nun ist die Geothermie ein Baustein für die umweltschonende Energienutzung und Energieeffizienz am Nettebad: " Wir haben hier ein Energiezentrum, das seinesgleichen sucht", unterstreicht der Stadtwerke-Vorstandsvorsitzende Manfred Hülsmann.

Bildtext:
Zum symbolischen Startschuss versammelten sich (von links) Jürgen August (Leiter Bädertechnik), Bauingenieur Hans-Herbert Achilles, Projektleiter Christoph Schockemöhle, Gutachter Dieter Michalzik, Matthias Reckzügel (Hochschule Osnabrück), Prof. Reiner Kreßmann (Hochschule Osnabrück), Manfred Hülsmann (Vorstandsvorsitzender Stadtwerke)
Foto:
Klaus Lindemann.
Autor:
Henning Müller-Detert


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