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NUSO-Archiv - Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Inhalt:
Überschrift:
"Chance auf Stadtbahn nicht verbauen"
Zwischenüberschrift:
Initiative gegen neues Eckhaus auf dem Neumarkt
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Osnabrück. Die Osnabrücker Stadtbahn-Initiative warnt: Das geplante Geschäftshaus vor dem Neumarkt-Carrée (H& M) würde einen Schienenverkehr unmöglich machen und Chancen auf einen zukunftssicheren Nahverkehr verbauen. Es drohe ein " historischer Fehler", sagte der Sprecher der Initiative, Thomas Polewsky.
Das geplante Eckgebäude ist Bestandteil des Bebauungsplans für den Neumarkt, der bis Freitag, 11. November, im Fachbereich Städtebau (Dominikanerkirche) öffentlich ausliegt. Jeder hat die Möglichkeit, Bedenken und Anregungen zu äußeren. Die Stadtbahn-Initiative hat ihre Bedenken in einem fünfseitigen Papier niederlegt, in dem auch die Bauverwaltung scharf angegangen wird.
In der Begründung für den Bebauungsplan steht, es sei nicht möglich, eine schienengebundene Stadtbahn über den Neumarkt zu führen und dort einen Haltepunkt einzurichten. Die Bauverwaltung beruft sich dabei auf ein Gutachten der Firma Gevas.
Bahn-Freund Thomas Polewsky wirft der Bauverwaltung vor, das Ergebnis eines anderen Gutachtens zu verschweigen. 1994 hatte die Verkehrs-Consult Karlsruhe (VCK) in einer 280-seitigen Expertise dargelegt, dass eine Stadtbahn in Osnabrück technisch möglich ist. Die Bahn sollte dem VCK-Konzept zufolge an die Fernbahnlinien Amsterdam–Berlin und Hamburg–Ruhrgebiet angeschlossen werden.
Polewsky beklagt: Das Gevas-Gutachten habe auf nur acht Seiten die angebliche " Unmöglichkeit" einer Stadtbahn dargelegt, aber das ausführliche VCK-Gutachten werde ignoriert. Dabei fehle Gevas die Spezialkenntnis im Schienenverkehr. Der Gevas-Gutachter habe beispielsweise den Platzbedarf einer Bahn viel zu hoch angesetzt, weil er von falschen Wagenbreiten ausgegangenen sei.
Auch Rolf Brinkmann von der Lokalen Agenda 21, Johannes Bartelt von der Initiative Haller Willem und Eisenbahn-Gewerkschafter Heinz Klumpe fordern, die Stadtbahn-Option offenzuhalten und auf eine Bebauung des sogenannten Bauloses 2 das ist die Fläche vor H& M zu verzichten. Johannes Bartelt wirft dem Bauamt " erschreckende Unkenntnis" über die modernen Niederflur-Bahnen vor. Diese Züge bräuchten keine hohen Bordsteine mehr. Das geplante Eckgebäude würde zu einem " Steh-im-Weg" für denöffentlichen Nahverkehr.
Nach Angaben der Stadtbahn-Initiative wäre ohne eine Bebauung Platz für einen Haltepunkt, an dem Züge von 75 Meter Länge stoppen können. Das ist das Maß der Züge, die im Umlandverkehr eingesetzt werden. Sie könnten also von den Hauptgleisen ausfädeln und die Fahrgäste ins Herz der Stadt bringen. Straßenbahnen haben eine Länge von 45 Metern.
Rechte am Tunnel
Interesse an einer Bebauung des Eckgrundstücks hat vor allem Theodor Bergmann, dem das Neumarkt-Carrée gehört und der Nutzungsrechte am Neumarkt-Tunnel besitzt. Thomas Polewsky wirft der Stadt einen Deal mit Bergmann vor. Bergmann solle die Tunnelrechte aufgeben und erhalte dafür die Möglichkeit, das Eckhaus zu bauen.
Das Eckhaus ist aber auch politisch gewollt. Es soll den Neumarkt als Platz deutlicher markieren und Fußgängern den Weg über den Neumarkt in die Johannisstraße weisen wo möglicherweise ein Einkaufszentrum entsteht.
Bildtext:
Vor dem Neumarkt-Carée soll ein Geschäftshaus entstehen, das dem Neumarkt eine Kante gäbe. Die Stadtbahn-Initiative hält das für einen historischen Fehler.
Foto:
Jörn Martens
Autor:
hin


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