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NUSO-Archiv - Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Inhalt:
Überschrift:
Riesenwurst schützt vor Hochwasser
Zwischenüberschrift:
Stadt testet neuen Mobildeich – Wehranlage an Pernickelmühle wird untersucht
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Osnabrück. Vielerorts in Osnabrück und Umgebung, wo sonst Straßen verliefen, hieß es Land unter. Die meisten Menschen aus Osnabrück und dem Umland erinnern sich noch gut an das Hochwasser im August des vergangenen Jahres. Die Stadt Osnabrück testet nun eine neue Möglichkeit des Hochwasserschutzes: den Mobildeich.
Oberbürgermeister Boris Pistorius informierte sich am Montag an der Pernickelmühle über diese neue Form des Hochwasserschutzes. An der Wehranlage wird derzeit der Mobildeich getestet und die Stadt schlägt zwei Fliegen mit einer Klappe. " Wir müssen die Gründung und den Baugrund der Wehrpfeiler untersuchen, ob dort ein Unterspülen möglich ist", sagte Lutz Vorreyer vom Fachdienst Straßenbau. Und dazu müssen die Gutachter im Trockenen stehen. Das ist nun möglich, nachdem die Hase mit dem Mobildeich halbseitig gesperrt wurde.
Die Schlange ist 30 Meter lang und anderthalb Meter hoch. Für die nächsten vier Wochen hat die Stadt sie gemietet. " Wenn sich der Mobildeich als praktikabel erweist, denken wir über eine Anschaffung nach", sagte Pistorius. Der Mietpreis in Höhe von 5600 Euro würde dann auf den Kaufpreis angerechnet.
So funktioniert der Deich
Das Prinzip des Mobildeichs ist simpel. Droht ein Hochwasser, wird das Schlauchsystem am Wasser oder am zu sichernden Objekt ausgerollt. Eine Pumpe füllt die drei Schläuche mit Wasser, ein stabiles Netz hält das Ganze zusammen. Eine Dichtungsplane unter dem Deich sorgt dafür, dass dieser nicht unterspült wird.
Die Vorteile des Systems liegen auf der Hand. Der Deich ist mobil und kann mit einem Anhänger binnen kurzer Zeit zur gewünschten Stelle transportiert werden, " idealerweise in einem Container, damit der Deich auch wirklich mobil ist", sagte Vorreyer.
Am Ort selbst sind keine festen Installationen oder baulichen Veränderungen nötig. Zudem ist der Deich in seiner Form flexibel. Innerhalb von einer Stunde soll es nach Angabe des Herstellers möglich sein, hundert Meter des Mobildeichs einzurichten bei einem Einsatz von nur vier Personen. Bei hundert Meter Länge und 75 Zentimeter Höhe soll er zudem 92-mal schneller errichtet sein als ein Damm aus Sandsäcken. " Wir können damit aber auch Baugruben trockenlegen", sagte Walter Wagenhuber, Erfinder des Deichs.
Um den jeweiligen Ansprüchen gerecht zu werden, bietet der Hersteller verschiedene Deichhöhen an. So lassen sich Höhen zwischen 40 Zentimetern und 2, 6 Metern umsetzen. Auch die Länge ist variabel und erweiterbar.
Sanierung der Pfeiler
Schon vor Beginn der Bodenuntersuchungen steht die Sanierung der Wehrpfeiler fest nur nicht das Ausmaß. Lutz Vorreyer hofft, dass die alten Pfeiler nur äußerlich saniert werden müssen. Falls die Untersuchungen aufzeigen werden, dass aufwendigere Sanierungsarbeiten nötig sind, wird die Stadt diese zum Sommer oder Herbst des kommenden Jahres ausschreiben.

Bildergalerie
und ein os1.tv-Video
auf www.noz.de

Bildtexte:
Die Stadt testet eine alternative Form des Hochwasserschutzes: den Mobildeich. Derzeit teilt er an der Pernickelmühle die Hase. Das hat zugleich den Vorteil, dass Gutachter den Bodengrund an den Wehrpfeilern untersuchen können trockenen Fußes.
OB Pistorius (Mitte) informiert sich bei Lutz Vorreyer (links) vom Fachdienst Städtebau über den Mobildeich.
Fotos:
Jörn Martens
Autor:
Jörg Sanders


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