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NUSO-Archiv - Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Inhalt:
Überschrift:
Pilger, Pestkranke und Pfennige
Zwischenüberschrift:
Ferienkinder gewinnen Eindrücke, wie es sich in Osnabrück im Mittelalter lebte
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Osnabrück. Pestkranke, Pilger und Pfennige dem Leben im Mittelalter widmete sich nun eine Tour des museumspädagogischen Dienstes für Ferienkinder. Kunsthistoriker Karsten Hinrichs führte die Teilnehmer zu historischen Stätten und prägte am Ende mit ihnen Münzen.
Vom Treffpunkt am Nussbaum-Haus ging es über die Straße durch das Heger Tor in die Altstadt. Doch halt, so einfach war das gar nicht. " Konnte man früher einfach so in eine Stadt hineingehen?", fragte Hinrichs. Natürlich nicht, da standen schließlich Stadtwachen und kontrollierten alle Ankommenden. Wer durfte denn zum Beispiel nicht hinein? " Kranke, Diebe, Landstreicher", zählten die Kinder auf. Richtig, und Ravensburger, denn die waren mit den Osnabrückern verfeindet, ergänzte der Kulturhistoriker.
Ein paar Meter weiter hielt die Gruppe am ehemaligen Hospital der Fleischhauer, in dem heute das Haus der Jugend einige Räume hat. Dort hatten Pilger ihren Weg unterbrechen und eine Nacht schlafen können. " Die reichen Fleischhauer stifteten das Hospital, das eine Art Gasthaus war, und befreiten sich damit von der Aufgabe, sich selbst auf eine Pilgerfahrt machen zu müssen", lautete die Erklärung. Allerdings waren in dem heute windschiefen Gebäude nicht nur Pilger, sondern auch Waisenkinder untergebracht, und im Fall von Seuchen wurden dort Kranke isoliert.
Bei einem Stopp an der Dominikanerkirche staunten die 23 Teilnehmer über das Los ihrer Altersgenossen im Mittelalter. Eine Kindheit im heutigen Sinn mit Schule, Freizeit und Spielen gab es damals nicht, Kinder wurden als " kleine Erwachsene" betrachtet und mussten mitarbeiten. " Da hätte ich aber keine Lust drauf gehabt", entfuhr es einem Grundschüler und seine Kameraden schauten nachdenklich drein.
Weiter ging es zum Steinwerk in der Bierstraße, wo Hinrichs ihre Funktion als " Tresore" für Leinen- und Wollstoffe erklärte und die Gruppe dann zur " guten Stube der Stadt", dem Marktplatz, führte. Für eine gehörige Portion Grusel sorgte sein Berichtüber die Leichenteile, die bis Anfang des 19. Jahrhunderts dort immer wieder an die Oberfläche gelangten. Die stammten von dem Toten, die rund um die Marienkirche beerdigt worden waren und die bei Regenwetter von Hausschweinen auf der Suche nach Futter ausgegraben wurden.
Letzte Station war dann das kulturgeschichtliche Museum, wo alle Teilnehmer Osnabrücker Pfennige prägen und als Erinnerung mit nach Hause nehmen durften.
Bildtext:
Als Pfennigpräger versuchten sich Robert (9), Max (6), Schimon (9) nach der Führung durch Osnabrück.
Foto:
Egmont Seiler
Autor:
iza


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