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NUSO-Archiv - Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Inhalt:
Überschrift:
Holperstrecke kein Grund zum Ausweichen
Zwischenüberschrift:
Auch bei schlechten Straßenverhältnissen ist der Gehweg für Radfahrer tabu
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Osnabrück. Kopfsteinpflaster, Baumwurzeln, Schlaglöcher besonders Radfahrer leiden unter schwierigen Straßenverhältnissen. Dürfen sie auf den Gehweg ausweichen?

Eine Problemstelle ist das Katharinenviertel: Radfahrer erliegen in den Querstraßen der Katharinenstraße schnell der Versuchung, vom holprigen Kopfsteinpflaster auf die Gehwege auszuweichen. Die sind rot gepflastert und deutlich glatter. Rotes Pflaster ist an anderen Stellen meist ein Hinweis auf einen Radweg. Dazu kommt der angenehmere Untergrund zum Fahren. Beides Gründe, die Radfahrer animieren, auf den Bürgersteigen zu fahren. Das ist verboten und bei vielen Hauseingängen gefährlich; aber eben auch praktischer.

Doch nicht nur Kopfsteinpflaster ist eine Last für Radfahrer: An der Knollstraße schüttelt die Berg- und Talfahrt Radfahrer ordentlich durch. Der Gehweg ist dort vergleichsweise hoch, an jeder Grundstückseinfahrt geht es deswegen umso tiefer runter. Doch Heike Stumberg, leitende Verkehrsplanerin der Stadt Osnabrück, verspricht Besserung: Eine Grundsanierung der Knollstraße sei im Straßenbauprogramm für 2014/ 2015 geplant. Im Zuge des " Komplettprogramms" sollen die Hochbordwege etwas abgesenkt werden. Denn die sind an der Knollstraße bis zu 15 Zentimeter hoch. Eine Höhe, wie sie in den Siebzigerjahren üblich gewesen sei, erklärt Stumberg. Heute seien dagegen zwölf Zentimeter Standard. Außerdem sei vorgesehen, die Gehwege an Einfahrten langsamer abzusenken, damit Fahrräder, Kinderwagen und Rollstühle keinem großen Hindernis ausgesetzt sind.

Im Verkehr ergeben sich für Radfahrer auch Probleme, die nicht sofort sichtbar sind: Am Nonnenpfad zum Beispiel müssen sie wegen der tief eingelassenen Gullys in Richtung Fahrbahnmitte ausweichen besonders stadtauswärts ohne Radweg, aber mit Steigung ein gefährlicher Akt.

Ein weiteres Beispiel für schlechte Bedingungen für Radfahrer ist die Eversburger Straße: Viele Jahre sei der Bürgerverein Eversburg in Gesprächen mit der Stadt gewesen, sagt Friedhelm Groß. Er engagiert sich schon lange für den Stadtteil und kommt hin und wieder an der Eversburger Straße entlang. Doch jedes Mal müsse er feststellen, dass sich noch immer nichts getan habe. Geld für eine Erneuerung habe die Stadt nicht, lautete vor Jahren die Auskunft der Verwaltung, doch sei ihm versprochen worden, " die Straße im Rahmen der Unterhaltung stetig zu verbessern". Stetige Verbesserung? Davon sei wenig zu sehen. Ein schmaler Streifen entlang des Bordsteins wurde neu asphaltiert. Doch das ist lange her und hat die Situation eher verschlechtert als verbessert: Radfahrer weichen nun aufgrund des besseren Untergrunds auf die sanierte Straßenseite aus. So werden Radfahrer zu Geisterfahrern.

Seitdem ist wenig passiert. Kies wurde aufgeschüttet, um die Schlaglöcher zu füllen. Viel mehr als aufgewirbelter Staub sei auch dabei nicht herumgekommen, sagt Groß.

Mit der Eversburger Straße beschäftigt sich die Stadt aktuell nicht. Aber es gibt positive Beispiele: So werden die Bohmter und Bremer Straße derzeit auch im Hinblick auf Radfahrer umgestaltet, wie Stumberg berichtet. Breite Radwege und ein Streifen zur Abgrenzung vom Hauptstreifen sollen die sanierte Bohmter Straße fahrradfreundlicher machen.
Bildtext:
Kopfsteinpflaster und rötlich gepflasterte Gehwege animieren so wie hier im Katharinenviertel manche Radfahrer dazu, auf die Gehwege auszuweichen zum Ärger von Fußgängern, die sich bedrängt fühlen.
Foto:
Jörn Martens
Autor:
Henning Sökeland


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