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NUSO-Archiv - Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Inhalt:
Überschrift:
Breite Wege und gute Sicht
Zwischenüberschrift:
Auf 45 von 75 Einbahnstraßen darf entgegen der Fahrtrichtung geradelt werden
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Osnabrück. Seit der Novelle der Straßenverkehrs-Ordnung von 1997 ist es möglich, Radfahrern die Benutzung von Einbahnstraßen entgegen der Fahrtrichtung zu erlauben.

In Osnabrück gibt es nach Auskunft von Heike Stumberg, Fachdienstleiterin für Verkehrsplanung in der Stadtverwaltung, insgesamt rund 75 Einbahnstraßen. Davon sind 45 für den Radverkehr in Gegenrichtung freigegeben. " Voraussetzung ist eine ausreichend breite Fahrbahn, sodass Kfz und Rad sicher aneinander vorbeifahren können", sagt die Verkehrsplanerin.

Diese Einbahnstraßen sind mit Zusatzschildern gekennzeichnet. Das heißt, unter dem rot-weißen Schild " Einfahrt verboten" hängt das Zusatzzeichen " Radfahrer frei". Und unter den blau-weißen, die Fahrtrichtung weisenden Schildern " Einbahnstraße" befindet sich das Zusatzschild " Fahrradverkehr in Gegenrichtung", ein Fahrradpiktogramm mit zwei entgegengesetzten Pfeilen darunter.

Wichtig zu wissen: Einbahnstraßen, in denen diese Zusatzzeichen fehlen, dürfen von Radfahrern nur in der für Autos erlaubten Richtung befahren werden! Denn dass diese nicht für das Befahren in Gegenrichtung zugelassen sind, hat gute Gründe: Sie sind entweder zu stark oder zu schnell befahren oder schlicht zu schmal.

Zu haarsträubenden Situationen kann es für Fahrradfahrer aber auch dort kommen, wo man normalerweise problemlos gegen die Pkw-Fahrtrichtung radeln kann. Beispiel Vitihof: Hier verhindern Metallpfosten, die von Anliegern zum Be- und Entladen gelegt werden können, eigentlich das Parken auf dem kleinen Platz am Brunnen. Stehen dort aber doch einmal Fahrzeuge und kommen gleichzeitig Autos aus Richtung Hasestraße, kann der Radfahrer nur noch auf den sehr schmalen Gehweg ausweichen. Aufpassen muss er schon vorher an der Ausfahrt des Parkhauses, weil Autofahrer hier oft nicht mit Radfahrern rechnen. Und: Von der Rückseite der Tanzschule Hull können auch Autos kommen, obwohl auf dem Gerberhof eigentlich nicht geparkt werden darf.

Neben Parkhaus- sind auch Grundstücksausfahrten (Höfe, Privatparkplätze) Gefahrenzonen, die beim Radfahren entgegen der Fahrtrichtung von Einbahnstraßen besondere Aufmerksamkeit erfordern. Eben weil der Autofahrer häufig nur in eine Richtung schaut.

Grundsätzlich aber hält beispielsweise Stefan Moeller vom ADAC Weser-Ems das Radfahren gegen die Einbahnstraßenrichtung nicht für problematisch, solange die Straße breit genug und nicht zugeparkt ist.

Denn der Autofahrer, der auf Schilder achte, wisse Bescheid und habe den Entgegenkommenden auf dem Zweirad direkt im Blickfeld: " Auch hier sehen sich beide Verkehrsteilnehmer", sagt er. Diese Sichtbarkeit des Radfahrers ist für ihn sogar ein " Gewinn an Verkehrssicherheit".

Bildtexte:
Erhöhte Vorsicht ist sowohl für Pkw- als auch für Fahrradfahrer an der Ein- und Ausfahrt der Parkgarage Vitihof geboten. Viele Autofahrer rechnen nicht mit entgegenkommenden Zweiradfahrern, obwohl das Schild den Radlern die Benutzung der hier beginnenden Einbahnstraße in Gegenrichtung eindeutig erlaubt.
Eng wird es, wenn entgegenkommende Autos kurzfristig parkenden Anliegern ausweichen müssen.
Fotos:
Jörn Martens
Autor:
Angelika Hitzke


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