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NUSO-Archiv - Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Inhalt:
Überschrift:
Statistik-Spitzenplatz stinkt der Stadtverwaltung
Zwischenüberschrift:
Müll-Metropölchen? Von wegen!
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Osnabrück. Osnabrück war ja schon vieles: glücklichste Stadt, mittelmäßigste Stadt, Blitzer-Hochburg aber Müll-Metropole, pardon Metropölchen? Nein, das geht dann doch etwas zu weit. Der Spitzenplatz in einem bundesweiten Abfallranking stinkt der Stadtverwaltung.
Aber zunächst ganz von vorne: Das Männer-Lifestyle-Magazin so die Eigenbezeichnung – " Men′s Health" hat es mit Zahlen. Wenn es mal nicht darum geht, wie die überwiegend männlichen Leser auf schnellstem Wege zum Six-Pack kommen, dann beschäftigt sich die Redaktion mit Städtevergleichen. Wo haben die Menschen das meiste Geld? Wo leben die meisten Singles? Wo sind die Bürger besonders häufig krank? Auf Basis von Daten des Statistischen Bundesamtes oder der jeweiligen Landesämter ermittelt das Männermagazin die Spitzenreiter.
Jetzt ging es um das Thema Müll. Welche Bundesbürger produzieren besonders viel Unrat? Und siehe da: Es sind die Hannoveraner mit angeblich 569 Kilogramm im Jahr pro Kopf, knapp gefolgt von den Osnabrückern mit 567 Kilogramm. Am anderen Ende des Städtevergleichs steht Dresden mit lediglich 332 Kilogramm pro Kopf und Jahr.
Zwei Tage gerechnet
Eine Steilvorlage für leicht miefige Geschichten. Die " Rheinische Post" titelte beispielsweise: " Krefelder produzieren viel Müll." Und in der Ausgabe für Düsseldorf hieß es: " Düsseldorfer produzieren wenig Müll." Aha. Die Nachrichtenagentur dpa schickte über die Ticker: " Besonders viel Abfall in Hannover und Osnabrück."
Anruf in der Stadtverwaltung: Sind die Osnabrücker tatsächlich solche Schmutzfinken? Zwei Tage wurde gerechnet, dann die Rückmeldung zu den Zahlen der Men′s Health: " So was kommt heraus, wenn Laien sich eine Statistik zusammenbauen. Das war ein Schuss in den Ofen." Deutliche Worte, die der Osnabrücker Servicebetrieb aber untermauern kann. Etwa beim grünen Abfall: 215 Kilogramm Bio-Müll produzierten die Hasestädter pro Kopf im Jahr, bundesweit seien es 228 Kilo. Beim Altpapier seien es 86 Kilo in Osnabrück, im Rest der Republik 77 Kilo. Und so weiter. Unterm Strich heißt das: " Wir schätzen uns selbst bei 400 Kilogramm Abfall pro Einwohner im Jahr", verrät der Servicebetrieb das Ergebnis seiner Rechnung.
Die Verwaltung vermutet, dass in die Statistik der Abfall eingeflossen ist, der von außerhalb der Stadt beispielsweise beim Abfallwirtschaftszentrum am Piesberg abgeladen wird. Das könnte den Durchschnittswert erheblich verfälscht haben. Gleichen Verdacht hegt man auch in Hannover. In der Landeshauptstadt heißt es: " Wir haben kein besonderes Müll-Problem."
Noch einmal der Blick auf die Statistik: 400 Kilogramm pro Kopf im Jahr, damit wäre Osnabrück dann wieder vor allem eins: ziemlich mittelmäßig. Vorausgesetzt natürlich, dass die Zahlen aus den anderen Städten tatsächlich stimmen.

Bildtext:
Die Mülldeponie am Piesberg ein Bild aus vergangenen Zeiten.
Foto:
Archiv/ Klaus Lindemann
Autor:
Dirk Fisser


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