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NUSO-Archiv - Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Inhalt:
Überschrift:
Zwei weitere Büros im Stadthaus geräumt
Zwischenüberschrift:
Schadstoffbelastung zu hoch – Messungen des Bremer Umweltinstituts dauern an
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Osnabrück. Die Verunsicherung der betroffenen Mitarbeiter im Stadthaus ist groß, und die Verantwortlichen hoffen, dass sie demnächst endlich für Klarheit sorgen können: Nachdem im Juli sechs Büros im linken Flur des 7. Stocks wegen Naphtalin-Belastung geräumt werden mussten, wurden jetzt außerdem zwei Büros in der ersten und dritten Etage gesperrt. Grund: hohe Konzentrationswerte, die auf Ausdünstungen des in diesem Jahr bei der Teilsanierung der Außenfassade verwendeten Hydrophobierungsmittels zurückzuführen sind.
Dirk König, Leiter Eigenbetrieb Immobilien und Gebäudemanagement der Stadt: " Wir wollen jetzt ein flächendeckendes Bild von der Situation in den Räumen erhalten, die in diesem Jahr von den Sanierungsmaßnahmen an der Fassade betroffen waren." Deshalb sind in mehreren Büros vom Bremer Umweltinstitut, das die Schadstoffsituation untersucht, sogenannte Passivsammler angebracht worden, die flüchtig-organische Verbindungen des bei der Sanierung auf der Außenhaut verwendeten Hydrophobierungsmittels festhalten. Zwei Wochen lang, bis Mitte kommender Woche, werden die Bürowerte ermittelt und dann ausgewertet.
Versiegelung dünstet aus
Der akute Handlungsdruck besteht aufgrund der Messergebnisse, die wegen Geruchsauffälligkeiten in sieben Räumen gesammelt wurden, nachdem zuvor eine neue Außenschicht an dem Gebäude angebracht worden war. Stadt-Vorstand Horst Baier, der als Vorsitzender des Arbeitssicherheitsausschusses hier die Federführung hat, und die mit der Schadstoffbelastung befassten Fachleute dürften sich inzwischen vorkommen, als wenn im Stadthaus wegen der bestehenden Probleme sprichwörtlich der Teufel mit dem Beelzebub ausgetrieben wurde. Aufgrund der seit Jahren bekannten Schimmelpilzproblematik war die Außenfassade saniert worden. Doch das Mauerwerk ist möglicherweise so porös, dass die Versiegelung Ausdünstungen nach innen zur Folge hat. Die Belastungswerte sind vor allem in den Eckbüros hoch. Eigenbetrieb-Leiter König: " Für die Beschäftigten, die im Stadthaus ihre Büros haben, ist die Situation sehr unangenehm. Wir tun alles, schnell verlässliche Antworten zu haben."
Alte Teerpappe
Auf Empfehlung des Bremer Umweltinstituts sind die Eckbüros im ersten und dritten Stock " aus der Nutzung genommen", wie es in der offiziellen Mitarbeiter-Information zur " Schadstoffsituation im Stadthaus 1" heißt. Durch den Einsatz der Passivsammler erfolgt jetzt ein Durchschnittsbild der Konzentrationswerte.
Auch von der zweiten Schadstoff-Baustelle gibt es Neuigkeiten. Dort geht es um die Naphtalin-Belastung in den Büros auf der siebten Ebene, die infolge der ausdampfenden alten Teerpappe im Boden des Geschosses entstanden sind. Die Teerpappen haben früher das alte Flachdach abgedeckt, das in den 50er-Jahren aufgestockt wurde. Es laufen Gespräche mit Ingenieurbüros zu möglichen Sanierungskonzepten und Kosten. Danach sind Aussagen möglich, ob die sechs derzeit gesperrten Büros in der siebten Etage wieder voll in Betrieb genommen werden können oder möglicherweise nur noch die Nutzung als Archivräume in Betracht kommt.
Auslöser der andauernden Untersuchungen im Stadthaus war Ende vergangenen Jahres eine auffällige Zahl von Krebsfällen bei Mitarbeitern beziehungsweise Ruheständlern. Ihre Büros liegen in den Seitenflügeln des früheren Krankenhauses, die in den 90ern angebaut wurden. Hier gab es Mitte April durch das Bremer Umweltinstitut aber Entwarnung. Bei der Klärung des Giftverdachts wurde dann im obersten Stock eine Naphtalin-Belastung festgestellt. Der gesundheitsschädliche Stoff, dessen charakteristischer Geruch früher für Mottenkugeln typisch war, kann zu Hautreizungen führen oder rote Blutzellen schädigen.

Bildtext:

Als Passiv-Sammler werden die Messgeräte bezeichnet, die derzeit, auf alle Stockwerke verteilt, in Stadthausbüros hängen, um über einen Zeitraum von 14 Tagen die durchschnittliche Belastung in den Räumen zu ermitteln.

Foto:

Michael Hehmann
Autor:
Wolfgang Elbers


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