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NUSO-Archiv - Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Inhalt:
Überschrift:
Mit eingebautem Rückenwind
Zwischenüberschrift:
Fahrräder mit Elektroantrieb erobern Osnabrücks Straßen
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Osnabrück. Fahrräder mit Elektroantrieb erobern langsam, aber sicher die Straßen. Die Hälfte der Fahrräder, die der Osnabrücker Fahrradhändler Bücker verkauft, sind inzwischen sogenannte Pedelecs. Diese Quote ist sicher nicht repräsentativ, aber die Tendenz ist da: Immer mehr Menschen radeln mit eingebautem Rückenwind. Der Umsatz bei den Elektrorädern steigert sich nach Angaben von Oliver Bücker, Juniorchef des Zweiradgeschäftes in der Johannisstraße, um das Drei- bis Vierfache pro Jahr.
Die Kunden entscheiden sich aus verschiedenen Gründen dafür, berichtet Bücker. Ursprünglich hätten sich vor allem Radler der Altersklasse über 70 für die elektrische Tretunterstützung entschieden. Inzwischen interessierten sich auch jüngere Menschen für die neue Fahrradtechnik. " Das sind Leute, die Spaß am Radfahren haben, denen aber Berge und Gegenwind lästig sind", fasst Bücker die Motive dieser Kunden zusammen. Darunter seien Mütter, die sich beim Ziehen des Kinderanhängers nicht mehr so abstrampeln wollen. Oder Berufstätige, die den Zweitwagen für die Fahrt zur Arbeit durch ein Fahrrad ersetzen, aber nicht durchgeschwitzt im Büro ankommen wollen.
Die meisten Käufer entscheiden sich für ein Pedelec. Das hat gegenüber einem S-Pedelec einen Vorteil: Es gilt noch als Fahrrad. Deshalb braucht man keinen Führerschein und keine Versicherung. Dafür darf der Motor aber auch nur dann anspringen, wenn der Radler auch tritt. Lediglich eine Anfahrhilfe ohne Treten ist bis zu sechs Kilometern pro Stunde erlaubt. Pedelecs haben elektronische Fühler eingebaut, die der Steuerelektronik melden, ob der Fahrer mitstrampelt oder nicht. Außerdem schaltet die Steuerung bei Tempo 25 den Motor ab. Wer kann, darf natürlich schneller radeln, muss das dann aber aus eigener Kraft schaffen.
Das S bei S-Pedelec steht für schnell. Mit S-Pedelecs darf man bis zu Tempo 45 fahren. Es muss versichert sein, und der Fahrer benötigt eine Mofaprüfbescheinigung.
Die Zweiräder mit elektrischer Trethilfe sieht man immer häufiger auf den Straßen Osnabrücks. Mitarbeiter der Stadtwerke sieht man zum Beispiel immer öfter mit einem der Elektro-Fahrräder durch die Stadt radeln. Besondere Probleme gebe es mit den frisierten Drahteseln bisher aber noch nicht, wie Georg Linke, Sprecher der Polizeidirektion Osnabrück, auf Anfrage mitteilte. Dennoch: Mit Pedelecs und den schnelleren, versicherungspflichtigen S-Pedelecs befahren Radler in puncto Geschwindigkeit neues Terrain. Erhöhte Vorsicht ist deshalb geboten, und auch wenn der Helm bisher nicht Pflicht ist Elektro-Radler sollten sich den Kopfschutz selbst verordnen. Im eigenen Interesse. Außerdem: Hohe Konzentration und Rücksichtnahme sind für die E-Radler das A und O.
" Natürlich müssen sich die Verkehrsteilnehmer noch an das erhöhte Tempo gewöhnen", findet Kreidler-Geschäftsführerin Severine Lönne. Ihr Unternehmen ist gemeinsam mit der Firma Bosch in Oldenburg in die Pedelec-Produktion eingestiegen. Wie einige andere Hersteller in Deutschland auch. Autofahrer und Fußgänger unterschätzten teilweise noch die Geschwindigkeit herannahender E-Bikes. Trittfrequenz und Vorwärtsdrang bei fast geräuschlosem Motor passten noch nicht perfekt in das Erfahrungsbild vieler Verkehrsteilnehmer, sagt Lönne.
Ob in der Stadt, auf langen Touren oder beim sportlichen Fahren wer sich ein Pedelec anschaffen will, sollte auf eine stabile Rahmenkonstruktion, ein starkes Bremssystem, gute Bereifung und vernünftige Beleuchtung achten. Das alles hat seinen Preis. Der ADAC zum Beispiel testete zehn Elektroräder. Das günstigste mit Gut bewertete Model kostete 1400 Euro. Das sehr gute Spitzenmodell lag bei 3800 Euro.
Infos: www.adac.de

Bildtext:
Packesel mit Hilfsmotor: Einkäufe lassen sich mit dem E-Bike erledigen.
Foto:
dpa
Autor:
swa


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